Günstigere Alternative zur Schließung des Inselstraßenrings stößt auf allgemeine Ablehnung


Aus Kostengründen hat die Regionalregierung einen anderen Verlauf ausgearbeitet

Dieser Tage wurde bekannt, dass noch vor den vergangenen Wahlen die Regionalregierung dem Cabildo Teneriffas eine kostengünstigere Alternative für den Verlauf des letzten Teilstückes des Inselstraßenringes unterbreitet hat. Das Teilstück zwischen Santiago del Teide und El Tanque wurde aufgrund der hohen Kosten des Erjos-Tunnels bisher nicht umgesetzt. Doch die kostengünstigere Alternative wird allgemein abgelehnt.

Ist der fast fertiggestellte Abschnitt zwischen Armeñime und Vera de Erques einmal freigegeben, fehlt nur noch das Teilstück zwischen Santiago del Teide und El Tanque, um den Schnellstraßenring rund um die Insel zu schließen. Insbesondere die Gemeinden im Nord- und im Südwesten Teneriffas drängen auf die Fertigstellung, schließlich werden mit Schließung des Anillo insular die Fahrzeiten bedeutend verringert und der wirtschaftlich schwache Norden den Urlauberhochburgen im Süden erheblich nähergebracht. Doch für den letzten Abschnitt fehlt das Geld, denn allein der Bau des Erjos-Tunnels mit 5 km Länge soll über 360 Millionen Euro, der ganze Abschnitt 400 Millionen Euro kosten. 

Aus diesem Grund hat die Regionalregierung eine Alternative ausgearbeitet und der Inselregierung Teneriffas vorgelegt. Danach würde der Abschnitt weiter östlich verlaufen und ein erheblich kürzerer Tunnel (2,5 km) gebaut werden, womit die Kosten auf 160 Millionen Euro sinken würden. 

Doch im Gespräch mit der Zeitung „Diario de Avisos“ lehnte der zu diesem Zeitpunkt noch amtierende Leiter des Straßenressorts, José Luis Delgado, den Vorschlag entschieden ab. Der von der Regionalregierung ausgearbeitete alternative Verlauf sehe nämlich den Bau einer Straße durch das Chinyero-Naturschutzgebiet vor. Darüber hinaus müssten alle Genehmigungen, die für den ursprünglich vorgesehenen Verlauf bereits vorlägen, neu beantragt und die Auseinandersetzungen mit Umweltschutzorganisationen erneut durchgestanden werden, womit sich der Bau um weitere zehn Jahre hinauszögern würde. 

Trotzdem zeigte Delgado Verständnis für den Versuch der Regionalregierung, eine günstigere Alternative zu finden, schließlich würde der derzeitige Verlauf die gesamten für den Straßenbau auf allen kanarischen Inseln vorgesehenen Mittel der nächsten acht Jahre verschlingen. Deshalb solle der Staat die Schließung des Inselstraßenringes zum Bauwerk von öffentlichem Interesse erklären und die Kosten übernehmen, forderte Delgado. 

Auch die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden im Inselnorden und -süden lehnten das Projekt der Regionalregierung ab und führten sowohl den Eingriff in ein Naturschutzgebiet mit endemischer Flora als auch die nicht hinnehmbare Verzögerung der Fertigstellung als Gründe an. Der Kanarische Verband der Bauunternehmer schloss sich dem Protest an. 

Allgemein wurde vom Staat gefordert, in der von Delgado vorgeschlagenen Art und Weise das Projekt zu finanzieren und auf diese Weise zu vollenden.




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