Guanchen-Mumien im Tomografen

Eine der über zwanzig Mumien wird für die Untersuchung vorbereitet. Foto: CabTF

Museos de Tenerife und Hospiten kooperieren bei einem Forschungsvorhaben, das zwanzig Mumien mit modernen bildgebenden Verfahren durchleuchtet

Teneriffa – Medizinische bildgebende Verfahren sollen helfen, mehr über die Ureinwohner Teneriffas, die Guanchen, zu erfahren. Dafür haben sich die Museen der Inselverwaltung von Teneriffa, die Universität von Las Palmas de Gran Canaria (ULPGC) und die Hospiten-Krankenhausgruppe zusammengetan, um eines der weltweit größten Forschungsprojekte dieser Art an mumifizierten menschlichen Überresten durchzuführen.
Im Rahmen des Projekts sollen tomografische Aufnahmen von über zwanzig kanarischen Mumien, die im Museum Natur und Archäologie, MUNA, ausgestellt oder in Aufbewahrung sind, angefertigt werden. Damit werden mehrere Ziele verfolgt. Zum einen, digitalisierte Bilder zur Verfügung zu stellen, welche der Erforschung möglicher Erkrankungen und Besonderheiten an Skelett und Gewebe der Ureinwohner dienen können.
Des Weiteren sollen bioanthropologische Daten verglichen werden, die es erlauben, die Mumifizierungsmethode der Ureinwohner zu untersuchen sowie herauszufinden, ob die Eingeweide entfernt wurden und ob es auch zu natürlichen Mumifizierungsvorgängen gekommen ist. Die medizinischen bildgebenden Verfahren, die keine Schäden an den untersuchten Objekten hinterlassen, ermöglichen es zudem, den Erhaltungszustand der Mumien zu analysieren und zu untersuchen, wie mit den Mumien im Zeitraum von Mitte des 19. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts umgegangen wurde,um sie für die öffentliche Ausstellung vorzubereiten. Die im Tomografen erstellten Daten können außerdem für eine digitale Rekonstruktion verwendet werden, sodass die verstorbenen Ureinwohner mittels virtueller Realität im Museum zu neuem Leben erweckt werden könnten.
Das Projekt steht unter der Leitung der Professoren Manuel Maynar (Hospiten und Professor für Medizinische Technologie an der ULPGC) und Juan Ruiz Alzola (Professor an der ULPGC und Koordinator von MACbioIDi) sowie von Dr. Conrado Rodríguez-Maffiotte, Direktor des Kanarischen Bioanthropologischen Instituts und des Archäologischen Museums von Teneriffa.

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