Grüne rüsten zum Protestmarsch


Gegen die geplante Schnellstraße in den Süden

Für den 26. September rufen die Grünen von Icod – Plataforma Icodense por una Alternativa al Anillo Insular – zum Protestmarsch in Santa Cruz gegen die Bauarbeiten auf, die im Wes­ten bis Südwesten von Teneriffa zur Vollendung der Schnellstraßenverbindung rund um die Insel in Angriff genommen werden sollen.

Dieser Straßenring ist bereits durch Süd- und Nordautobahn sowie die Schnellstraße bis Icod vorhanden. Nach Icod jedoch führt der Weg in den Süden über kurvige und zweifellos malerische Straßen.

Bedingt durch die schwindende Landwirtschaft und die Zunahme der Arbeitsplätze im Süden, sei es im Bauwesen oder im Tourismus, ist die Zahl der Pendler, die diese Strecke zum Arbeitsplatz täglich zweimal bewältigen müssen, seit Jahren sehr hoch. Die Überlegungen der Regierung, hier durch eine ausgebaute Schnellstraße Erleichterung zu schaffen, ist zweifellos gerechtfertigt.

Doch die Grünen von Icod halten dagegen, dass die geplante Straßenführung nicht nur Naturschutzgebiet und wertvolles Ackerland zerstört, sondern auch Wasserquellen und Kulturgut betrifft.

Ihren Angaben zufolge ist der Enteignungsprozess, der über 1.000 Familien betrifft, nach einem Gesetz aus dem Jahr 1954 durchgeführt worden und wurde bereits vom Obers­ten Kanarischen Gerichthof Tsjc außer Kraft gesetzt. Nun stellen die Grünen mit Recht die Frage in den Raum, wie sich die Regierung die Entschädigung der Besitzer der bereits vereinnahmten Grundstücke vorstellt, und vor allem, wann diese Summen zur Auszahlung kommen sollen, da immerhin „viele der Eigentümer bereits über 60 Jahre alt sind“. Ebenso fragen sie an, wann die angekündigten Sachverständigen kommen werden, die den Wertverlust der Gebäude schätzen sollen, die direkt an der für die Schnellstraße vorgesehenen Trasse liegen. Sie klagen „mangelnde Transparenz“ der Be­hörden in diesem Projekt an, die „den Straßenbau um jeden Preis auf Kosten der Gemeinden im Südwesten der Insel  vorantreiben wollen“.

„Diese Schnellstraße“, so argumentieren sie, „wird irreparable Schäden für einen Großteil unserer Landwirtschaft nach sich ziehen und altes Brauchtum, wie die Romería de los Hachitos und die Landwege zerstören sowie zur Auf-splitterung von Gemeinden führen.“

Außerdem sind sie der Meinung, dass die Regierung, wenn sie schon etwas für die Lebensqualität der Bewohner in diesem Inselteil tun wolle, doch lieber die schleppenden Bauarbeiten am neuen Krankenhaus der Region vorantreiben sollte, statt sich mit aller Vehemenz diesem umstrittenen Straßenbauprojekt zu widmen.




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