Große Herausforderung für Santa Cruz’ neuen Gemeinderat


Foto: Moisés Pérez

Teresitas-Strand „schreit“ nach Investitionen und Rechtsklärung

Fast alle Parteien, die sich in Teneriffas Hauptstadt zur Wahl gestellt hatten, führten in ihren Wahlprogrammen die Verbesserung des Teresitas-Strandes auf.

Am 11. Juni schließlich stand die neue Besetzung des Rathauses fest: Coalición Canaria (CC) und Partido Socialista Canario Español (PSOE) werden während der kommenden vier Jahre die Geschicke von Santa Cruz leiten. Nun also liegt es an dem Team von Bürgermeister José Manuel Bermúdez (CC) und dem ersten Vizebürgermeister Julio Pérez (PSOE), die von ihnen gegebenen Versprechen hinsichtlich des Teresita-Strandes zu erfüllen.

Für die Einwohner ist es von erheblicher Bedeutung, dass der Strand endlich wieder auf Vordermann gebracht wird, verfügen sie doch neben dem erst kürzlich wiedereröffneten Parque Marítimo derzeit über keine andere Bademöglichkeit. Der frühere Vorzeigestrand soll schließlich nicht nur Badevergnügen bieten, sondern auch Jung und Alt soziale Kontakt- und alternative Freizeitmöglichkeiten bieten.

Doch auch aufgrund des bestehenden juristischen Wirrwarrs um Las Teresitas hat man den Strand vernachlässigt – an jeder Ecke zeigen sich Mängel. Bereits 2003 wurde dem weißen Sandstrand die Blaue Flagge und somit die Qualität aberkannt. Bis heute hat Teresitas diese nicht wiedererlangt. Wegen Wasserverschmutzung musste der Strand in der Vergangenheit sogar schon einmal für ein paar Tage gesperrt werden. Gegenüber einer Tageszeitung kritisierten Badegäste und Personal die Schlaglöcher und Gulli-Stolperfallen auf Zufahrtsstraße und Parkplatz, die vernachlässigte Bepflanzung, die schmutzigen und veralteten Toiletten, von denen es sowieso zu wenige gebe, die zu seltene Säuberung von Sand und Wasser, die Ansammlung von Abwässern und die fehlende Beleuchtung zur Nachtzeit. Außerdem wurde die fehlende Werbung für Las Teresitas bemängelt, was dazu geführt habe, dass die Urlauber nur Strände im Inselnorden und -süden besuchten.

Des Weiteren wurden die langen Autoschlangen am Wochenende, das Fehlen von Parkplätzen, Mülleimern und polizeilicher Überwachung kritisiert.

Doch Bermúdez und Co. müssen sich nicht nur mit diesen noch relativ einfach zu lösenden Mängeln befassen, denn schließlich steckt Teresitas in einem rechtlichen Sumpf regelrecht fest. Dabei geht es insbesondere um das im Volksmund als Mamotreto bekannte, nicht fertiggestellte Parkhaus am Anfang des Strandes. Um den damaligen Kauf der Grundstücke seitens des Rathauses dreht sich ein immenser Korruptionsskandal. Der momentane Stand der Dinge ist, dass der halbfertige Bau abgerissen und der Verkauf rückgängig gemacht werden soll; gegen den ehemaligen Bürgermeister und involvierte Unternehmer laufen Verfahren z.B. wegen Amtspflichtverletzung und Unterschlagung öffentlicher Gelder.

Und auch die Rechtssituation – und damit die Zukunft – der Strandkioske ist weiterhin ungeklärt.




Über Wochenblatt

Das Wochenblatt erscheint 14-tägig mit aktuellen Meldungen von den Kanaren und dem spanischen Festland. Das Wochenblatt gilt seit nunmehr 36 Jahren als unbestrittener Marktführer der deutschsprachigen Printmedien auf den Kanarischen Inseln.