Granadilla vorerst zu den Akten gelegt


Der EU-Petitionsausschuss archiviert die Anzeigen gegen das Hafenprojekt

Der EU-Petitionsausschuss hat am 3. Mai die drei Anzeigen zu den Akten legen lassen, die seitens verschiedener Umweltschutzorganisationen gegen das umstrittene Hafenprojekt von Granadilla im Süden Teneriffas eingereicht wurden.

Brüssel – Zwar fand im Vorfeld der Abstimmung eine lautstarke und angespannte Diskussion statt, doch letztendlich stimmten – wie nicht anders zu erwarten war – die kanarischen EU-Abgeordneten der Sozialisten (PSE), Manuel Medina und Inés Ayala, sowie die konservativen Parlamentarier (PPE) Fernando Fernández, Carlos Iturgaiz und Luis de Grandes für die Archivierung des Falles. Ein weiterer Parlamentarier enthielt sich der Stimme. Lediglich der EU-Abgeordnete der Grünen, David Hammerstein, setzte sich für die Fortsetzung der Überprüfung des Projektes durch das Europäische Parlament ein, jedoch ohne Erfolg.

Miguel Becerra, der als kanarischer Vizeressortleiter für Präsidentschaftsangelegenheiten als Gast der Abstimmung beiwohnte, bezeichnete die Entscheidung im Nachhinein als „wichtig“, gab jedoch zu, dass sie noch kein „endgültiger Sieg“ sei. Denn noch steht die Entscheidung der Europäischen Kommission aus.

Ein Vertreter der EU-Kommission erklärte in diesem Zusammenhang, dass auch hier „in Kürze“ mit einer Entscheidung gerechnet werden könne. „Die EU-Kommission ist derzeit dabei, zu überprüfen, ob es möglicherweise doch Alternativen zu dem geplanten Hafenbau gibt“, meinte er wörtlich.

Für die Projektgegner bedeutet die Archivierung des Projektes zwar einen Rückschritt, allerdings will man die Hoffnung nicht aufgeben. So erklärte Pedro Fernández Arcilla, Anwalt der Umweltschutzorganisation Atán, im Grunde stehe die Entscheidung nicht im Konflikt mit den Interessen der Hafengegner, denn letztendlich bedeute sie doch nur, dass der Petitionsausschuss des EU-Parlaments keine Unregelmäßigkeiten an dem Vorgehen der Europäischen Kommission in der Granadilla-Angelegenheit feststellen konnte.




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