Granadilla-Hafengegner „belagern“ Plaza de La Candelaria


© EFE

Rund 200 Demonstranten protestieren mit Zeltlager

Auch wenn all ihr Einsatz und ihre Mühen vergebens scheinen, die Gegner des umstrittenen Hafenprojekts von Granadilla, das einen der wenigen guterhaltenen Küstenstreifen Teneriffas zu zerstören droht, geben nicht auf.

Etwa 200 Mitglieder verschiedener Bürgervereinigungen, die gegen das Mammut-Projekt kämpfen, haben nun in einer eigenwilligen Protestaktion ein „Zeltlager“ auf der Plaza de La Candelaria im Herzen von Santa Cruz de Tenerife aufgeschlagen. Acht Tage lang, vom 16. bis zum 23. Februar, wollen sie abwechselnd auf dem Platz campen und dadurch die Aufmerksamkeit der Bevölkerung erregen.  Zwar hatte die Stadtverwaltung durch den Einsatz von Beamten der Policia Local versucht, die Aktion zu verhindern, konnte jedoch nichts erreichen, da die Demonstranten über eine entsprechende Genehmigung der Subdelegation der Regierung verfügten.

An Informationsständen, die beim „Zeltlager“ aufgestellt wurden, kann sich jeder interessierte Passant eingehend über das Für und Wider, besonders aber über die Gründe des heftigen Widerstands, der in der Bevölkerung gegen den Hafen besteht, informieren. Zahlreiche Fotos veranschaulichen dabei die Befürchtungen der Projektgegner.

Wie die „Belagerer“ erklärten, handelt es sich bei ihrer Aktion um eine erste Maßnahme einer ganzen Reihe von Protest-Veranstaltungen, die sie durchführen wollen, bis die Europäische Kommission ihren Umwelt-Bericht veröffentlicht, mit dem die endgültige Entscheidung über den Hafenbau fallen soll.

„Wenn nötig, stellen wir uns vor die Bagger, um den Bau des Hafens zu verhindern“, erklärte Pedro Martínez, Sprecher der Vereinigung Asamblea por Tenerife. Jeder, der interessiert sei, im Notfall an einem Protest-Zeltlager im zukünftigen Baugebiet teilzunehmen, könne sich hier in eine Liste eintragen lassen.

Sollte die Europäische Union dem Projekt und dessen Finanzierung ihren Segen erteilen, wäre dies illegal, so Martínez weiter.




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