Golfplatzpläne stoßen auf Kritik


Neuer Gemeinderat von Puerto de la Cruz holt die Pläne für einen Golfplatz in Los Orovales wieder aus der Schublade

Große Pläne hat der neue Gemeinderat von Puerto de la Cruz.

Nach dem die sozialistische Minderheitsregierung von Bürgermeisterin Dolores Padrón mittels Misstrauensantrag in die Opposition katapultiert wurde und nun Marcos Brito von der Coalición Canaria (CC) wieder das Ruder übernommen hat, „ist es eine Priorität, dass für die Stadt wichtige Großprojekte vorangetrieben werden“, so äußerte sich der Sprecher und Ortsvorsitzende der Bündnispartei Partido Popular (PP), Guillermo Meca. Und es gibt auch schon ganz konkrete Vorstellungen davon, welche Großprojekte für die Stadt wichtig sind: ein Golfplatz in Los Orovales und der Parque Martímo.

Dass der neue Gemeinderat die Pläne für einen Golfplatz wieder aus der Schublade holen und Meca sich persönlich für die Umsetzung einsetzen will, zumal er nun das Amt für Raumordnung der Stadt inne- hat, stößt allerdings schon jetzt und bevor erste Schritte eingeleitet sind, auf Widerstand.

Die Grünen haben sich mit einer Mitteilung zu diesem Thema zu Wort gemeldet und die Golfplatzpläne kategorisch abgelehnt. Mit einer ganzen Reihe Argumente belegten sie den Unsinn dieses Projekts. Das Wasser, das zur Bewässerung der Greens notwendig wäre, würde der Landwirtschaft und im schlimmsten Knappheitsfall der Bevölkerung fehlen, die Zahl der Golfplätze auf Teneriffa – acht – sei absolut ausreichend für die Fläche der Insel, etc.

„Während die Kanaren unter der schlimmsten Trockenperiode des letzten Jahrhunderts leiden und trotz verschiedener Kampagnen, die zu einem sparsamen Umgang mit Wasser aufrufen, bestehen hier einige Rücksichtslose hartnäckig darauf, Grundstücke neu zu qualifizieren und sich mit saftigen Immobilienspekulationen die Zeit zu vertreiben“, schimpft Grünen-Sprecher José Ramón Carrillo. Tatsächlich wäre für die Umsetzung der Golfplatz-Pläne in Los Orovales zunächst eine Neuqualifizierung der Grundstücke und ihre Ausweisung als neues Bauland notwendig.

Zum Thema Golfplatz in Puerto de la Cruz hat sich im kanarischen Parlament unlängst auch die Ex-Bürgermeis­terin und Abgeordnete Dolores Padrón geäußert. Der kanarischen Tourismusministerin Rita Martín warf sie vor, in den letzten zehn Jahren praktisch Null in die erwünschte „Neudefinierung“ des Urlaubsziels Puerto de la Cruz investiert zu haben. Das Golfplatz-Projekt und der damit verbundene Zugewinn an neuem Bauland in Puerto de la Cruz gründet sich ihrer Ansicht nach eher auf persönliche Interessen, als dass es dem Bürger nützt.




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