Globale Klimaerwärmung – „Ein Weg ohne Umkehr“


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Im Rahmen des Diskussionsforums „Enciende La Tierra“ finden im April noch diverse Veranstaltungen auf Teneriffa statt

Am 29. März wurde das einen Monat lang auf Teneriffa stattfindende Diskussionsforum „Enciende La Tierra“ [Entzünde die Erde oder Knips’ die Erde an] eröffnet.

Für den ersten Abend, der unter dem Motto „Ein Weg ohne Umkehr“ stand, hatte die Sozialstiftung der CajaCanarias zwei Ehrengäste geladen: den US-amerikanischen Professor für Umweltwissenschaften an der Columbia University, Wallace Broeker – einer der ersten Wissenschaftler, die vor dem Klimawandel warnten – sowie Frans Lanting, einen weltweit berühmten holländischen Natur- und Umweltfotografen. Mayer Trujillo, Journalist und Biologe, moderierte die Gespräche über die fortschreitende Klimaerwärmung des Planeten Erde.

Wallace Broecker setzt auf die Technologie als Mittel im Kampf gegen den Klimawandel. Laut Broecker werde dieser auf der Nordhalbkugel schlimmer als auf der Südhalbkugel ausfallen, da letztere von mehr Ozeanen bedeckt sei. Allerdings würden auch die Ozeane an ihre Grenzen kommen; die Sättigung an Kohlenstoffdioxid sei alarmierend. Er ist der Ansicht, dass die oberflächlichen Schichten der Ozeane, die ein Jahrtausend benötigen, um sich mit dem in der Tiefe gelegenen Wasser zu vermischen, bald nicht mehr als Aufsaugschwamm für die Verschmutzung des industriellen Zeitalters ausreichen werden.

Frans Lanting stellte sein Projekt „Leben, eine Reise durch die Zeit“ vor. Aus der Sicht des international renommierten Fotografen, der u.a. als fester Fotograf für den National Geographic arbeitete, handele es sich bei den Tieren um „Botschafter der Ökosysteme“. Doch trotz aller biologischen Vielfalt gäbe es für alle einen gemeinsamen Ursprung.

Allen einen Schritt voraus

Im Jahr 1975 warnte der nordamerikanische Wissenschaftler Wallace Broecker zum ersten Mal vor der globalen Klimaerwärmung und prägte damit diesen Begriff.

Broecker traf in den ersten Jahren seiner bahnbrechenden Ankündigung auf alles andere als Zuspruch. Es sollten Jahre vergehen, bis Politiker und Gesellschaft ihn und seine Theorien ernst nahmen. Heute steht der Klimawandel außer Frage.

In einem Interview mit der kanarischen Tageszeitung El Día ging der studierte Physiker und Geologe noch näher auf Klimawandel und globale Klimaerwärmung ein.

So fragte El Día den Experten, ob es ohne den Menschen einen Klimawandel gäbe. Broecker antwortete, Eiszeiten habe es seit jeher gegeben. Schon immer habe es im Wechsel wärmere und kältere Zeitspannen gegeben. Das bedeute, den Klimawandel gäbe es so und so. Dank der im Eis der Polarkappen komprimierten Luftblasen hätten die Wissenschaftler Informationen über den Kohlenstoffdioxidgehalt jedes Erdzeitalters.

Von El Día auf die aktuelle Klimaerwärmung angesprochen meinte Broecker, die Politiker versprächen viel, setzten aber wenig um. Außerdem würde die Erdölindustrie fast alles dafür tun, die Entwicklung und Verbreitung der erneuerbaren Energien zu stoppen. Die Industrie gäbe in den Vereinigten Staaten viel Geld für Propaganda aus, mit dem Ergebnis, dass 50% der Bevölkerung nicht an einen Klimawandel glaubten. Das Problem sei, dass die heutige Generation mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr die Konsequenzen zu spüren bekäme, dafür aber die zukünftigen, die die derzeitige Nachlässigkeit teuer würden bezahlen müssen.

Als El Día ihn nach der Lagerung von Kohlenstoffdioxid fragte, antwortete Broecker, hierbei könnte es sich um die Lösung handeln, denn die veranschlagten Maßnahmen brauchen 30 bis 40 Jahre, bis sie greifen. Mit immer mehr Kohlenstoffdioxid würden auch die Temperaturen immer stärker steigen.

Auf die Frage, ob die Menschen irgendwann zu hundert Prozent von erneuerbaren Energien versorgt werden könnten, entgegnete Broecker, er hoffe es sehr. Aber bis dahin würden noch an die 50 Jahre vergehen, denn trotz aller Durchführbarkeit sei der Bedarf weltweit gesehen enorm hoch und schwer zu decken.

Temperaturanstieg auf Teneriffa

Ende März gab die kanarische Agentur für Nachhaltige Entwicklung und Klimawandel bekannt, dass Teneriffas Durchschnittstemperatur im letzten Jahrzehnt um fast ein halbes Grad angestiegen sei.

Seit 1944 soll die durchschnittliche Temperatur ständig angewachsen sein. Doch bei dem vergangenen Jahrzehnt habe es sich um das bislang wärmste gehandelt.

Der Temperaturanstieg habe sich insbesondere in den Höhenlagen, auf  den Nordseiten der Inseln und erst danach auf deren Südseiten bemerkbar gemacht.




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