Gesundheitsbehörde schränkt Leitungswasserkonsum ein


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Hoher Fluoridgehalt im Trinkwasser einiger Inselgemeinden bilden Gesundheitsrisiko

Die Meldung der Gesundheitsbehörde der kanarischen Regierung über einen erhöhten Fluoridgehalt im Leitungswasser bestimmter Gemeinden auf Teneriffa und einer sich daraus ergebenden Empfehlung, dieses Wasser nicht zu trinken, hat zur allgemeinen Verunsicherung der Bevölkerung geführt.

Dabei bedeutet die Empfehlung der Gesundheitsbehörde keineswegs, dass das Leitungswasser in diesen Gemeinden allgemein nicht mehr als Trinkwasser eingestuft wird, sondern lediglich, dass in bestimmten Ortsteilen das Leitungswasser durch einen erhöhten Fluorgehalt über längere Zeiträume nicht als Trinkwasser empfehlenswert ist.

Und nicht die Wasserqualität hat sich von gestern auf heute verändert. Es sind die Kriterien, nach denen die Gesundheitsbehörde sich bei der Beurteilung der Trinkwasserqualität richtet, die sich verändert haben. So gilt neuerdings, dass bei einem Fluoridgehalt von mehr als 1,5 mg pro Liter Kinder unter acht Jahren dieses Wasser nicht trinken sollten. Liegt der Fluoridgehalt über 4 mg pro Liter wird der gesamten Bevölkerung empfohlen, dieses Wasser nicht zu trinken bzw. auch nicht zum Kochen zu verwenden. Eine einheimische Expertin erklärte hierzu, dass der empfohlene Fluoridwert im Trinkwasser auf den Kanaren bei 0,8 bis 0,9 mg/l liegt. Zum Vergleich: In Deutschland ist der Fluoridgehalt im Trinkwasser deutlich niedriger – mehr als 90% des Trinkwassers enthalten weniger als 0,3 mg/l.

In einer Mitteilung der kanarischen Gesundheitsbehörde heißt es, dass die Regionalregierung sich nach den selben Kriterien richtet wie die spanische Regierung, dass die Gesundheit der Bürger im Vordergrund steht und dass es sich keinesfalls um verseuchtes oder gesundheitsschädliches Wasser handelt, sondern nur bei einem dauernden Konsum Gesundheitsschäden auftreten können. Der hohe Fluoridgehalt im Trinkwasser auf den Kanaren entsteht durch den vulkanischen Ursprung bzw. die geologischen Besonderheiten der Insel.

Betroffen sind bestimmte Ortsteile und Straßenabschnitte der Gemeinden Buenavista, Los Silos, El Tanque, La Guancha, Garachico, San Juan de la Rambla, Icod, Adeje, La Matanza, El Sauzal, La Victoria und Santa Ursula. Die zuständigen Gemeindeämter haben bereits angekündigt, dass die Trinkwasseraufbereitung verändert wird, um den Fluoridgehalt zu senken und so die Auflagen der Gesundheitsbehörde zu erfüllen.

Fluorid – Freund und Feind der Gesundheit

Fluorid ist ein Spurenelement, das überall in der Umwelt vorkommt. So auch im Trinkwasser. Fluorid ist für den Menschen nicht lebensnotwendig. Dagegen kann ein zu viel an Fluorid zu einem Gesundheitsrisiko werden.

In geringen Mengen kann Fluorid helfen, Karies vorzubeugen. Es kann kleine Zahnschmelzschäden reparieren, die nach säurehaltigen Mahlzeiten auftreten. Zugleich hemmt es das Wachstum von säurebildenden Bakterien im Mund. Bei einer hohen Fluoridaufnahme im Kindesalter kann es zu Zahnschmelzveränderungen (Zahnfluorose) kommen. Eine zu hohe Fluoridaufnahme über einen längeren Zeitraum kann erhöhte Knochenbrüchigkeit und Gelenkveränderungen zur Folge haben. Nach extrem hoher Fluoridaufnahme über Monate können Nierenschäden auftreten.




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