Geschäfte sollen für Kreuzfahrtgäste auch an Feiertagen geöffnet werden


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Ein entsprechender Beschluss wurde in einer Parlamentssitzung verabschiedet

Wenn die Gäste von Kreuzfahrtschiffen an einem Feiertag in einem kanarischen Hafen ankommen und feststellen müssen, dass alle Geschäfte – und sogar manche Restaurants – geschlossen sind, wirft das kein gutes Licht auf die Inseln und schadet der Wirtschaft.

Aus dieser Überlegung heraus wurde kürzlich in einer Sitzung im kanarischen Parlament beschlossen, bei der Regionalregierung einen Entschließungsantrag einzureichen, damit Geschäfte in Hafenstädten die Erlaubnis erhalten, auch an Feiertagen zu öffnen, wenn Kreuzfahrtschiffe einlaufen. Bislang sind die Ladenöffnungszeiten auf neun Sonn- bzw. Feiertage im Jahr begrenzt.

Die Initiative ging von der Volkspartei PP aus und wurde mit zwei Änderungen auch von den übrigen Parteien im Parlament unterstützt. Der Antrag soll eine Abänderung des Handelsgesetzes erwirken, damit in Zukunft alle Geschäfte – auch Einkaufszentren und Kaufhäuser – an Feiertagen öffnen können. Bislang gilt eine solche Erlaubnis lediglich für Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 300 qm.

„Die kleinen Geschäfte öffnen nicht an Feiertagen, weil es ihnen zu gut geht“, moniert der PP-Abgeordnete Manuel Fernández und forderte eine Lockerung des Gesetzes für alle Handelssektoren nach dem Motto „Wer nicht öffnen will, soll es lassen aber zulassen, dass andere öffnen“. Manuel Fernández bedauerte, dass einerseits der Kreuzfahrttourismus gefördert, andererseits geduldet wird, dass es kein Einkaufsangebot für die Urlauber gibt, wenn sie von Bord gehen. Immerhin ist bekannt, dass viele Kreuzfahrtgäste die Zwischenstopps in den Häfen fast ausschließlich zum Einkaufen nutzen, was der lokalen Wirtschaft zugute kommt.

Die kanarischen Handelsverbände haben prompt reagiert und sich geschlossen gegen diese Initiative der PP ausgesprochen. Sie fühlen sich übergangen und kritisieren, dass diese Maßnahme einzig und allein den großen Kaufhäusern zugute kommen würde, die dadurch auf den Kanaren als einzige Region Spaniens ganzjährig jeden Sonntag öffnen dürften. Dies, so fürchten die Handelsverbände, würde für die kleinen und mittleren Betriebe den sicheren Konkurs bedeuten.




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