Gemeindekoalitionen auf Teneriffa stehen


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Drei Wochen nach der Wahl endete die Frist und die neuen Bürgermeister sind seit dem 17. Juni im Amt

Die Zeit der Verhandlungen ist vorbei. Nach dem Wahlgesetz mussten Koalitionsabsprachen vor dem 17. Juni gelaufen sein, um spätestens an diesem Tag die Bürgermeister wählen zu können. Im Laufe des Vormittags wurde in den meisten Gemeinden dann auch die Vereidigung der neuen Bürgermeister vorgenommen.

Im Norden Teneriffas werden drei Gemeiden von „Neulingen“ regiert. In El Sauzal hat Mariano Pérez (CC) den Bürgermeisterposten übernommen,  Puerto de la Cruz wird erstmals von einer Frau, Lola Padrón (PSOE) regiert, und in Icod de los Vinos hat Diego Afonso den Amtsstab übernommen.

Obwohl die nationalistische Coalición Canaria (CC) bei den Kommunalwahlen am 27. Mai einiges an Stimmen eingebüßt hat, hält sie weiterhin das Zepter in der Mehrheit der Gemeinden der Kanaren in der Hand. 38 der 87 Inselgemeinden werden in den kommenden vier Jahren von CC regiert, 27 von den Sozialisten und 10 von der PP. 12 Gemeinden von alternativen Parteien.

Vierte Amtszeit für Zerolo in Santa Cruz

Miguel Zerolo (CC) nahm seine Vereidigung und Verpflichtung als Bürgermeister von Santa Cruz vor einer großen Zuschauerzahl vor. Zerolo, der durch eine Koalition mit der PP weitere vier Jahre im Amt bleibt, kündigte allerdings schon an: „Dies wird meine letzte Amtszeit sein. Es ist meine vierte Legislaturperiode und ich werde damit zum Bürgermeister, der am längsten in Santa Cruz regiert hat. Dies ist für mich eine große Ehre und Verantwortung. Ich werde meine Wahlversprechen einlösen und damit den Zyklus Zerolo beenden.“

Puerto de la Cruz erstmals in Frauenhand

In Puerto de la Cruz ging es in den letzten Wochen heiß her. Die tiefe persönliche Abneigung zwischen (unterdessen Ex-Bürgermeister) Marcos Brito (CC) und PP-Kandidatin Eva Navarro stand einer Koalition beider Parteien in der Stadt im Wege. Alle Bemühungen der Parteivorstände waren umsonst. Nicht einmal die eindringlichen Aufforderungen hoher Parteimitglieder wie etwa Cristina Tavío (PP-Präsidentin von Teneriffa) konnten Eva Navarro zu einer Koalition bewegen – nicht einmal mit der Nr. 2 von Coalición Canaria, Sandra Rodríguez. Auch der persönliche Anruf von Generalsekretär Ángel Acebes blieb wirkungslos.

Anscheinend hatten sich die beiden Frauen schon längst verständigt und so stand fest: Dolores – Lola – Padrón, die bei den Wahlen nur knapp die absolute Mehrheit verfehlt hatte, wird Bürgermeisterin und Eva Navarro ihre erste Stellvertreterin. Damit geht Puerto de la Cruz nach vierjähriger Amtszeit der Nationalisten wieder in die Hände der Sozialisten über und wird erstmals in der Geschichte der Stadt von einer Bürgermeisterin regiert.

Der mittlerweile Ex-Bürgermeister Marcos Brito (CC) hatte sogar angeboten, den Gemeinderat zu verlassen, wenn Eva Navarro dasselbe tun würde, um eine CC-PP zu ermöglichen. Doch dazu war diese nicht bereit.

Los Realejos Bündnis CC-PSOE

Auf der angeblichen Basis von zahlreichen Übereinstimmungen im Wahlprogramm wurde in Los Realejos eine Koalition zwischen CC und PSOE möglich. Vicente Quintero (PSOE) unterzeichnete ein Bündnis mit Oswaldo Amaro (CC), der dadurch weitere vier Jahre Bürgermeister bleibt.

Dreierkoalition in Granadilla

Wenig nützte den Sozialisten ihre klare (aber nicht absolute) Mehrheit bei den Kommunalwahlen, denn eine Dreierkoalition von CC, PP und der neuen „Partei Alternativa Sí se puede“ verwies die PSOE auf die Plätze. Als erste Bürgermeisterin in der Geschichte der Stadt wurde Carmen Nieves Gaspar (CC) vereidigt.

Politischer Wechsel in Icod de los Vinos begrüßt

Die CC-PP in Icod de los Vinos, die den Sozialisten nach 24 Jahren erstmals das Bürgermeisteramt abnimmt, wurde von einer großen Menschenmenge bei der Vereidigung des neuen Bürgermeisters Diego Afonso (CC) begrüßt. Während der neue Mann im Amt bejubelt wurde, musste der scheidende Bürgermeister Juan José Dorta bei seiner Abschiedsrede zahlreiche Buhrufe hinnehmen.




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