Gemeinde schließt Gourmet-Tempel „Mercado San Pablo“


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Der Gourmet-Markt war nur fünf Monate in Betrieb

Nur für kurze Zeit konnten sich Freunde gastronomischer Vielfalt am Gourmet-Markt „Mercado San Pablo“ erfreuen. Anfang April ordnete die Gemeinde La Laguna die Schließung an.

Bei der Eröffnung im Oktober 2014 hatte der Gourmet-Tempel wegen der innovativen Idee hohe Erwartungen geweckt. Nun werden der Marktverwaltung diverse technische Nachlässigkeiten vorgeworfen. Darüber hinaus soll wegen Säumigkeit der Strom abgestellt worden sein.

Bei einer Kontrolle im Frühjahr stießen die städtischen Techniker auf Probleme mit einigen Dampfabzügen und deckten Abweichungen von den eingereichten Plänen bei der Löschanlage oder der Lärmdämmung auf. Auch wurde bemängelt, dass nicht genügend Toiletten und Erste-Hilfe-Kästen vorhanden seien und nicht die gesetzlichen Voraussetzungen für die Kühlkammer zur Lagerung von Lebensmitteln bzw. von Abfällen erfüllt würden. Die Marktverwaltung wurde informiert, doch soll diese die Frist verstreichen haben lassen, sodass die Stadt den Markt am 6. April schließen ließ. Am selben Tag stellte der Stromversorger wegen nicht getilgter Schulden den Strom ab. 

Die hilflosen Kleinunternehmer, die jeweils mehrere Tausend Euro in die Konzession und die Ausstattung investiert hatten, fühlen sich hilflos. Ihre Wut richtet sich insbesondere gegen Pablo Montesinos, Initiator des Projektes und Mitgesellschafter des für die Verwaltung des Marktes zuständigen Unternehmens Inversiones Turísticas Bezanilla S.L. Sie werfen dem smarten Jungunternehmer vor, seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen zu sein, die Vorschriften nicht eingehalten und die Schulden bei Lieferanten und Versorgern nicht beglichen zu haben. Ihre Anwälte gaben bekannt, das Hauptziel der Kleinunternehmer bestehe in der umgehenden Wiedereröffnung des Marktes, doch wollten sie Montesinos auch auf Schadensersatz verklagen. Des Weiteren zögen sie eine Anzeige wegen Betruges und Unterschlagung gegen Montesinos in Erwägung, schließlich habe dieser Konzessionen, Hausgeld und Monatsmieten einkassiert, doch offene Zahlungen nicht beglichen.

Die Verwaltung erklärte, die Frist der Gemeinde sehr wohl eingehalten und auf die Vorwürfe eingegangen zu sein. Vor der Schließung sei bereits die Mängelbehebung angegangen worden. 

Auf der anderen Seite wurde die Nichterfüllung von Zahlungsverpflichtungen mit der Säumigkeit einiger Stand-Inhaber begründet, deren Nachlässigkeit die Durchführbarkeit eines Projektes wie dem des „Mercado San Pablo“ unmöglich machten. 




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