Gemeinde erteilt Baulizenz für Iders-Gebäude


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Nach 15 Jahren können die Eigentümer endlich mit der Sanierung des einsturzgefährdeten Hochhauses beginnen

Nach 15 Jahren Streit, Einsprüchen und liegengebliebenen Akten hat die Gemeinde Puerto de la Cruz jetzt endlich die Lizenz für die Sanierung des halb verfallenen Iders-Wohngebäudes auf der Avenida Generalísimo erteilt.

Damit wird die Urlauberstadt in absehbarer Zeit um einen Schandfleck ärmer und die Eigentümergemeinschaft erhält ihren Besitz zurück.

Die Geschichte des Iders ist ebenso lang wie hürdenreich. Der 1965 gebaute zehnstöckige Wohnungsblock musste im Jahr 1991 geräumt werden, weil Bauexperten Aluminosis, einen akuten Zersetzungsprozess in der Betonstruktur festgestellt hatten. Die Eigentümer der 84 Wohneinheiten und 12 Geschäftsräume standen damals von einem Tag auf den anderen auf der Straße. Seitdem wurde über die Zukunft des Gebäudes gestritten, während dieses nach und nach zur Ruine verkam.

Ende Juni 2005 hat die Stadt Puerto de la Cruz das Gebäude tatsächlich offiziell zur Ruine erklärt, und der Urbanismus-Beauftragte der Stadt teilte mit, dass die Zukunft des Iders nunmehr in Händen der Eigentümer liege, die zu entscheiden hatten ob das Gebäude von Grund auf saniert oder aber abgerissen und neu gebaut werden sollte. In einer Abstimmung entschied sich die Eigentümergemeinschaft für die Sanierung, zumal nach einem Abriss nach dem heute gültigen städtischen Bebauungsplan keine zehn Stockwerke mehr genehmigt worden wären.

Der Widerstand eines Eigentümers, der sich vehement für den Abriss einsetzte und nach und nach bis zu 25% der Appartements erwarb, führte zu weiteren Verzögerungen. Längst von den Miteigentümern überstimmt bremste er das Verfahren durch verschiedene Einsprüche.

Nachdem die Eigentümergemeinschaft der Gemeinde mit einer Anzeige „wegen ungerechtfertigter Verzögerung von über einem Jahr bei der Vergabe der Renovierungslizenz“ gedroht hatte kam plötzlich Bewegung in die Akten. Innerhalb von nur fünf Tagen lag die Lizenz vor, die für die Eigentümer nach den Worten der Präsidentin Milagros Castro bedeutet, „… dass wir nach fünfzehn Jahren nach Hause kehren können“.

So schnell wie möglich soll nun die Renovierung in Angriff genommen werden, für die bereits ein Architekturprojekt vorliegt.




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