Geldanlagen 2014 – Spaß oder Risiko und Angst?


© Wochenblatt

Kolumne von Vermögensverwalter Ulrich Seemann

Liebe Leser, als ich im letzten Jahr mit dem Wochenblatt vereinbarte, Ihnen regelmäßig in meiner Kolumne zu berichten, war ich optimistisch bezüglich einer gute Börsenentwicklung. Diese ist auch eingetreten. Und wie! Was ist geschehen?

Der Dax, der deutsche Aktienindex,  erreichte ein neues Hoch bei fast 9.800 Punkten.

Wer in der Vorweihnachtszeit meinen Empfehlungen in der Kolumne gefolgt ist, seine Chancen in Aktien zu sehen und bitte  qualitativ hochwertige Papiere zu kaufen, kann sich über eine Steigerung seines Vermögens in Höhe von mehr als 5,5% freuen, in 8 Wochen! Rentenpapiere, sprich festverzinsliche Wertpapiere in der derzeitigen Ausgestaltung, brauchen mindestens 3 – 4 Jahre, um das zu erreichen, was wir in den letzten 8 Wochen wieder erlebt haben. Meine Kunden haben die Börsenentwicklung übrigens genüsslich mitgemacht und sich gefreut. Auch so mancher meiner Kollegen hat diesen Trend verpasst.

Prüfen Sie sich doch mal selbst: Noch Mitte Dezember stand der Dax bei 9000 Punkten. Alle Experten, vor allem diejenigen, die seit Jahren einen Crash wittern, hoben mahnend den Zeigefinger. Und viele, denen eine erfolgreiche Börsenentwicklung ­suspekt vorkam, haben gar nichts getan. So hoch, das muss doch jetzt mal schiefgehen. Tat es aber nicht!

Und dann zwischendurch – endlich –  geschah es: Es gab Wasser – Wasser auf die Mühlen der Pessimisten!

Der Dax sank ganz schnell von 9.794 unter 9.100 Punkte. Manch einer wird denken, wie gut, dass ich da nicht einstieg. Die Argumente der „Gegenseite“ sind ja auch nicht von Pappe. Euroschuldenkrise, weltweite staatliche Verschuldung, politische Krisenherde, gewürzt mit Ängsten um Schwellenländer. Z.B. hat es ein türkischer Ministerpräsident im letzten Halbjahr geschafft, die Investoren in seinem Land so zu verprellen, dass eine der stärksten Volkswirtschaften am Rande Eu­ro­pas jetzt mit sehr kritischen Blicken bedacht wird. Und das hat alle, die dort zum Teil investiert hatten, Geld gekostet, mich und meine Kunden eingeschlossen. Dennoch: auch das kann und muss man aushalten!

Auch in 2014 werden wir Krisen erleben. Man kann nicht immer nur Angst haben vor dem, was kommen könnte. Seien Sie bitte  etwas optimistischer! Die Börse ist ein ständiges Auf und Ab. Nachvollziehbar sind wir trotz oszillierender Bewegungen über die Jahre meist aufwärts geklettert.

Wer sein Geld – schrittweise – mit hoher Qualität angelegt hat und eine breite Streuung in verschiedene Vermögensklassen vornahm, wird sich bei allen Risiken, die ihm begegnen, immer noch recht entspannt zurücklehnen können.

All den Übervorsichtigen möchte ich erneut zurufen: Zu viel Sicherheit kostet Sie auch Geld, denn Ihr Vermögen wächst nicht und nimmt inflationsbedingt, also durch Kaufkraftverlust, ab. Sie kennen den Spruch: alles ist wieder teurer geworden. Ihr Vermögen, das  die Teuerung ausgleichen sollte, ist nicht gewachsen. Das ist es, woran Sie merken, dass ich recht habe.

Ist der Dax nun zu hoch?  Meiner Meinung nach nicht!  Die Kurse sind heute natürlich viel höher als vor 3 Jahren. Ich erinnere mich noch gut: Damals wollten mir die Crashpropheten weismachen, der Dax würde beim Stand von 5.500 Punkten auf 4.000 zurückgehen. Grund waren die Euroschuldenkrise und eine Angst vor dem Auseinanderbrechen in der Eurozone.

Heute  (12.2.14) stehen wir schon wieder über 9.500 Punkten = 5,5% seit 15.12. 2013). Eine Hochrechnung dieses Trends bedeutet – trotz der zuvor genannten Schwankungen – eine Gewinnaussicht von über 50% in diesem Jahr! Mir wäre viel weniger schon genug.

Es liegt an der Erwartung hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung, und die ist derzeit ganz positiv. Deswegen denke ich, dass wir an der Börse noch Luft nach oben haben.

Jetzt die berühmte Frage des Pessimisten: Aber wenn es nun doch in die andere Richtung geht? Das ist für diejenigen, die meinen Ratschlägen gefolgt sind, auch nicht tragisch, denn  Qualität setzt sich durch; dann muss man nur ein wenig warten können. Solange Sie warten gibt’s – zwischendurch – noch ordentlich Dividende.

Bei der Titelauswahl und der Streuung der Vermögenswerte ist es empfehlenswert,  sich  durch professionelle, unabhängige Hilfe unterstützen  zu lassen. Wenn Sie natürlich selbst wissen, dass z.B. die Drillisch-Aktie seit November 2013 um ca. 10% gestiegen ist und demnächst eine Dividende in Höhe von 7% erwarten lässt, dann können Sie das auch getrost allein machen.

Hilfreich ist die Auswahl von Titeln, die nicht zu hoch bewertet sind, eine gute wirtschaftliche Entwicklung haben und außerdem eine gute Dividende bezahlen. Schauen Sie sich mal den Titel der Münchner Rückversicherung an. Vielleicht entspricht das Ihren Vorstellungen. Dies ist natürlich keine Kaufempfehlung. Das müssen Sie selbst oder mit Ihrem Berater entscheiden. Aber es illustriert, was ich meine.

Ich wünsche Ihnen Freude und Erfolg beim Geldanlegen – und viel Spaß.

Viele Grüße und bis bald

Ihr Ulrich Seemann

Tel. 0049 17632683826




Über Wochenblatt

Das Wochenblatt erscheint 14-tägig mit aktuellen Meldungen von den Kanaren und dem spanischen Festland. Das Wochenblatt gilt seit nunmehr 36 Jahren als unbestrittener Marktführer der deutschsprachigen Printmedien auf den Kanarischen Inseln.