Gekaperte „Mattheos I“ wieder frei


Piratenüberfall endete glimpflich

Nach elf Tagen ohne Nachricht wurde der am 15. September von Piraten überfallene und gekaperte Öltanker „Mattheos I“ (das Wochenblatt berichtete) am Morgen des 24. September freigelassen.

Bis auf einen leicht Verletzten ging es der Besatzung den Umständen entsprechend gut. Auf Teneriffa war die Freude und Erleichterung unermesslich, als die Ehefrau von Manuel Bilbao Baudot, dem auf Teneriffa lebenden ersten Offizier der „Mattheos I“, wieder die Stimme ihres Mannes durch den Telefonhörer vernahm. 

Am 27. September lief das Schiff im Hafen von Tema (Ghana) ein und wurde von der Mitgliedern der spanischen Botschaft empfangen. Die spanischen Besatzungsmitglieder wurden nach Madrid geflogen, von wo aus es für Manuel Bilbao Baudot weiter nach Teneriffa ging.

Am 29. September konnten seine Frau und die einjährigen Zwillinge Mann und Vater am Nordflughafen Teneriffas endlich wieder in die Arme schließen.

Sheena Campbell, Sprecherin der Reederei Consultures de Navegación, erklärte bei Bekanntwerden der Freilassung gegenüber einer Tageszeitung, die „Mattheos I“ sei 200 Meilen südöstlich von Lomé, der Hauptstadt Togos, freigelassen worden. Von den 46.000 Tonnen Diesel seien zwischen 5.000 und 10.000 Tonnen entwendet worden.

Bei seiner Ankunft auf Teneriffa erzählte Baudot den Medien, es habe sich um elf Entführer nigerianischer Herkunft gehandelt, die mit Maschinenpistolen, Macheten und Messern bewaffnet gewesen seien. Sie hätten die Besatzung überwältigt und eingeschlossen. Die Piraten hätten ihnen neben Wertgegenständen wie Handys, Laptops, Uhren, Radios etc. auch ganz normale Sachen wie Wäsche weggenommen. Von Anfang an hätten die Piraten ihnen klar gemacht, dass sie nur auf die Ladung und die Besitztümer der Besatzung aus seien. Trotzdem wusste er nicht, ob dem zu trauen war, weswegen die Angst groß war.

Schließlich seien sie kontinuierlich bedroht worden, auch wenn sich die Piraten mit der Zeit beruhigt hätten. Es seien auch einige Schläge verteilt worden, doch insgesamt habe man sie relativ gut behandelt. Allerdings hätten die verängstigten Besatzungsmitglieder wegen jeder Kleinigkeit um Erlaubnis bitten müssen. Außerdem hätten sich die Piraten wie Könige behandeln lassen. Bilbao Baudot bedauerte insbesondere den Koch und den Kellner philippinischer Herkunft, die manchmal um drei Uhr morgens die ständig hungrigen Piraten hätten versorgen müssen.

Der Familienvater erklärte, bei dem Flug nach Teneriffa habe er sich wundervoll gefühlt. Er wolle nun erst einmal die Zeit mit seiner Familie genießen und sich ausruhen. Und wenn wieder der Moment gekommen sei, aufs Schiff zu gehen, dann „werde ich wieder aufs Meer fahren.“




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