Gefährlicher Brand in Pinolere

Die Flammen wurden am Boden und aus der Luft von rund 200 Einsatzkräften bekämpft. Foto: Moisés Pérez

Die Flammen wurden am Boden und aus der Luft von rund 200 Einsatzkräften bekämpft. Foto: Moisés Pérez

Die Flammen bedrohten zahlreiche Wohnhäuser, deren Bewohner evakuiert werden mussten

Teneriffa – Am 11. September brach in La Orotavas Ortsteil Pinolere, der an den Kiefernwald des geschützten Forstgebiets „Corona Forestal“ angrenzt, ein Feuer aus, das sich rasch ausbreitete und den Beginn eines schlimmen Waldbrandes befürchten ließ.

Gegen 17.40 Uhr schlugen Anwohner Alarm, weil von einem dem Messegelände von Pinolere nahen Grundstück Rauch aufstieg. Während sich die Flammen rasch in Richtung des Waldes ausbreiteten, wurde ein zweiter Brandherd in etwa 200 Metern Entfernung gemeldet. Aufgrund der hohen Lufttemperatur an diesem Tag und leichtem Wind fraß sich das Feuer schnell durch das trockene Buschland.

Innerhalb der nächsten Stunden kämpften etwa 200 Einsatzkräfte der Forstschutzbrigade Brifor und der Feuerwehr von Teneriffa sowie der Freiwilligen Feuerwehren von Los Realejos und Tegueste gegen die Ausbreitung des Brandes. Drei Löschhubschrauber waren im Einsatz und warfen abwechselnd Wasser über das brennende Gebiet. Bewohner von fast 20 Häusern in der Nähe des Messegeländes von Pinolere wurden vorsichtshalber evakuiert, konnten allerdings noch am selben Abend in ihre unversehrten Häuser zurückkehren. Die Löschkräfte hatten gute Arbeit geleistet und die Flammen bei Einbruch der Dunkelheit nahezu erstickt. Dennoch blieben auch in der Nacht Feuerwehrleute im Einsatz, um die noch qualmenden heißen Flächen weiter mit Wasser zu kühlen.

Bewohner von fast 20 Häusern mussten evakuiert werden. Foto: Moisés Pérez
Bewohner von fast 20 Häusern mussten evakuiert werden. Foto: Moisés Pérez

Vorsätzlich gelegt

Die Brandursache wurde von einer Spezialeinheit der Guardia Civil untersucht, die von Anfang an davon ausging, dass das Feuer vorsätzlich gelegt wurde. Für diese These sprach, dass es zwei Brandherde gab. Der für Bürgersicherheit zuständige Stadtrat, Narciso Pérez, zeigt sich der Presse gegenüber ebenfalls davon überzeugt, dass „die Hand des Menschen dabei im Spiel war“. Drei Tage nach dem Feuer bestätigte die Leiterin des Inselamtes für Umweltsicherheit, Isabel García, dass es sich um Brandstiftung handelte. Zwei Tage zuvor habe bereits in der Nähe ein kleines Feuer mit zwei Brandherden gelöscht werden müssen, und in der Nähe von einem der beiden Brandherde des Feuers vom 11. September seien Spuren eines Produkts gefunden worden, das als Brandbeschleuniger eingesetzt wird, erklärte sie. Nun hoffe sie, dass der oder die Verantwortlichen gefunden und zur Rechenschaft gezogen werden.
Die Oppositionspartei im Rathaus „Asamblea por La Orotava“ hat als Reaktion auf die Beinahe-Katastrophe die Stadtverwaltung dringend aufgefordert, die Bevölkerung über eine öffentliche Bekanntmachung an ihre Pflicht zu erinnern, ihre Grundstücke frei von Gestrüpp zu halten. Außerdem regt die Partei an, Bürger, die ihre Grundstücke sauber halten, durch eine Reduzierung der Gemeindesteuern um 75% zu belohnen.
Einer ersten Bilanz der für die Löscharbeiten zuständigen Behörden zufolge brannten sieben Hektar Buschland nieder.

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