Gedanken über Beteiligung an einer Airline


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Cabildo und Unternehmer beraten erstmals über eine Beteiligung an einer Fluggesellschaft und schließen auch die Gründung einer eigenen Airline

Der Tourismusbranche bereitet nicht nur die offensichtlich nachlassende Nachfrage nach Pauschalreisen auf die Insel Sorge, sondern zunehmend auch die Maßnahmen, die aufgrund dieser Lage von den Airlines angedroht werden. In den letzten Monaten führten Vertreter des Cabildos unzählige Gespräche mit Verantwortlichen verschiedener nationaler, deutscher und britischer Fluggesellschaften, und drängten dabei auf die Aufrechterhaltung der Flugkapazitäten.

TUI und Thomas Cook haben die Kapazitäten auf die Kanaren bereits gekürzt, und die Hotelbranche fürchtet einen Einbruch der Urlauberzahlen und folglich eine immer schwächer werdende Auslastung der Unterkünfte.

Nach dem Motto „Große Probleme erfordern große Lösungen“ hat das Cabildo von Teneriffa nun erstmals zugegeben, dass mit dem Gedanken gespielt wird, sich gemeinsam mit dem Unternehmenssektor an einer Fluggesellschaft zu beteiligen. Erste diesbezügliche Ansätze wurden während einer Verwaltungsratssitzung des Tourismusamts Turismo de Tenerife diskutiert. An der Versammlung nahmen neben Cabildo-Vetretern unter anderem der Präsident des Hotelierverbands von Teneriffa, José Fer-nando Cabrera, und die Leiter der Tourismusämter der Gemeinden Arona, Adeje und Puerto de la Cruz teil. Zwar steckt die Idee noch in den Kinderschuhen, doch sie hat bereits viele Befürworter. José Fernando Cabrera zum Beispiel sagte: „Die Tatsache, dass wir nicht über eine kanarische Airline verfügen, hat uns Schaden verursacht. Wir müssen eine eigene Airline haben mit Verbindungen zu allen europäischen Zielen.“

Vorerst wurde ein „Comité de conectividad aérea“ (Komitee für die Optimierung der Flugverbindungen) gegründet, dessen Mitglieder sich mit den Möglichkeiten einer Beteiligung an einer Airline befassen sollen. Das Komitee soll die Durchführbarkeit einer gemeinsamen öffentlichen und privaten Kapitalbeteiligung an einer Fluggesellschaft prüfen.

Fluglinien setzen im Sommer auf Teneriffa

Allen negativen Prognosen und Befürchtungen zum Trotz haben zahlreiche Fluggesellschaften angekündigt, dass sie die Flugfrequenzen zu den Kanarischen Inseln in diesem Sommer beibehalten und zum Teil sogar erhöhen werden. Auf nationaler Ebene hat Iberia mitgeteilt, dass das Platzangebot auf Flügen zwischen Madrid und Teneriffa um 1,9% erhöht wurde und die 42 wöchentlichen Verbindungen beider Flughäfen beibehalten werden.

Spanair bietet diesen Sommer drei neue wöchentliche Flüge zwischen Barcelona und Teneriffa-Süd an. Außerdem wird Spanair zwischen dem 27. Juli und dem 6. September zehn neue Direktflüge von spanischen Flughäfen auf die Kanarischen Inseln in den Flugplan aufnehmen.

Auf internationaler Ebene hat die britische Monarch die Zahl der verfügbaren Plätze auf Teneriffa-Flügen im Sommer 2009 um 11,5% erhöht. Insgesamt will Monarch diesen Sommer 309.328 Plätze anbieten. Die Fluggesellschaft begründet diese Entscheidung mit der großen Nachfrage nach Teneriffa-Reisen.

Die deutsche Condor hat zwar ihre Flüge nach Teneriffa um 5,8% gekürzt, dafür aber das Platzangebot in den Maschinen um 6,2% erhöht. Condor wird diesen Sommer grö­ßere Flugzeuge auf Strecken nach Teneriffa einsetzen als bisher.

Die britische Billigfluggesellschaft Jet2.com will auch keine Teneriffa-Strecken aus dem Flugplan streichen. Ab 30. September bietet Jet2.com sogar eine neue wöchentliche Verbindung von Belfast nach Teneriffa an.




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