Garachicos neuer Hafen nimmt Formen an


© Moisés Pérez

Hauptmole könnte noch vor dem geplanten Termin fertig werden

Die kleine Stadt Garachico an der Nordküste von Teneriffa besaß einst den größten Handelshafen der Insel – bis der Ausbruch des Teide im Jahre 1706 die natürliche, große Hafenbucht, die auf den alten Karten noch deutlich eingezeichnet ist, verschüttete und der damaligen wirtschaftlichen Blüte des Ortes ein Ende setzte.

Heute ist Garachico ein ruhiger, malerischer Ort, in dem allerdings noch eine Reihe historischer Bauten von der einstigen Größe zeugen.

Der Traum vom Hafen wurde für Garachico bereits im Jahr 1995 wieder aktuell, als der damalige Bürgermeister die Pläne für einen „kleinen“ Handels- und Sporthafen wieder auf den Tisch brachte, die schon Jahre zuvor heftig diskutiert worden waren. Danach zogen vierzehn Jahre ins Land bis das ersehnte Hafenprojekt schließlich konkrete Formen annahm und mit dem Baubeginn 2009 endlich die Umsetzung begann.

Nun sieht es scheinbar so aus, als würde der Hafen bereits vor dem angesetzten Termin fertig. So äußerte sich zumindest der Urbanismusbeauftragte der Stadt gegenüber einer hiesigen Tageszeitung. José Heriberto González erklärte, die Arbeiten an der Schutzmole seien bereits so weit fortgeschritten, dass sie dem angesetzten Termin um drei Monate voraus sind.

Im Gegensatz zu den anfänglichen Problemen, die vor allem mit der Materialbeschaffung und dem starken Seegang in den Wintermonaten zusammenhingen, gehen die Arbeiten nach Auskunft von González seit Mitte April sehr zügig bzw. sogar schneller als vorgesehen voran. „Wenn es keine Zwischenfälle gibt, wird die Hauptmole vermutlich im November fertig“, erklärte er. Da diese Mole die Hauptschutzfunktion hat, können danach auch im Winter die Arbeiten an der Gegenmole und dem Hafengelände fortgesetzt werden. Er gehe davon aus, dass der Hafen im September, spätestens Oktober 2011 fertig sein wird.

Der aufwendige Bau der 600 Meter langen Hauptmole verschlingt übrigens 75% der Gesamtkosten des Projektes, für das die Regionalregierung vorerst 14 Millionen Euro genehmigt hat. Die Gegenmole wird 130 Meter lang sein. Die Pläne sehen 161 Anlegestellen für Sportboote, 40 für Fischerboote und 29 für größere Boote vor.




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