Garachico ist wieder Hafenstadt


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Am 12. Mai wurde der neue Hafen feierlich eingeweiht

Im 17. Jahrhundert war Garachicos Hafen der wichtigste und reichste von ganz Teneriffa. Doch bei dem Ausbruch des Vulkans Trevejo im Jahr 1706 wurde die kleine Stadt im Inselnorden ihres Hafens beraubt. Nach über 300 Jahren wohnten am 12. Mai Tausende Menschen der historischen Einweihung des neuen Hafens bei und begrüßten die ersten Boote.

Insbesondere für Lorenzo Dorta erfüllte sich an diesem Tag ein großer Traum. Im Jahr 1979 lud er als Garachicos damaliger Bürgermeister den ehemaligen spanischen Präsidenten Adolfo Suárez ein und bat ihn, dem offiziellen Namen der Stadt „Villa y Puerto de Garachico“ (Stadt und Hafen von Garachico) entsprechend diese endlich wieder mit einem solchen auszustatten. Zwei Jahre später wurde der Bau auch aufgenommen, doch 1982 stoppte der damalige Präsident Felipe González das Projekt.

Lorenzo Dorta ließ sich nicht entmutigen und kämpfte zuerst als Bürgermeister, später als Leiter des Inselamtes für öffentliche Bauten für den Hafen. Zwischen 1990 und 1998 schließlich wurde eine Durchführbarkeitsstudie erstellt, danach das Projekt ausgearbeitet. 2008  endlich begannen die Bauarbeiten und nun, am 12. Mai, wurde Dortas Traum wahr und Garachicos neuer, 31 Millionen Euro teurer Hafen nach einer Bauzeit von 34 Monaten feierlich eingeweiht.

Einweihung unter strahlender Sonne

Die Zeremonie unter strahlender Sonne eröffnete Lorenzo Dorta, heute Präsident des Konsortiums von Daute-Isla Baja, der zutiefst gerührt war. Dorta erklärte, dieser Tag werde in die Geschichte Garachicos eingehen; der erhoffte und erträumte Hafen sei das größte Geschenk in seiner politischen Karriere. Bürgermeister José Heriberto González dankte Regionalpräsident Paulino Rivero für seinen Einsatz und die Bereitstellung der erforderlichen Mittel trotz des Sparzwangs. Allerdings sieht González seinen Traum erst dann verwirklicht, wenn der Fischerei-, Sport- und Handelshafen tatsächlich läuft und die erhofften Hotels und touristischen Anlagen endgültig für den Wiederaufschwung Garachicos sorgen. Regionalpräsident Rivero unterstützte natürlich dieses Anliegen und stimmte mit Inselpräsident Ricardo Melchior überein, dass der Hafen von großer Bedeutung für die Schaffung von wirtschaftlicher Aktivität und Arbeitsplätzen im Inselnorden ist. Es wurde auch des kürzlich verstorbenen Bauleiters Ricardo Sánchez gedacht.

Dann fuhren die schon im Morgengrauen in Los Gigantes gestarteten 20 größeren und kleineren Yachten und Boote ein und wurden von rund 2.000 kanarischen Persönlichkeiten, Anwohnern und Neugierigen im Hafen mit Musik und Böllerschüssen begrüßt. Bei den Booten befand sich auch eines mit 80 Bewohnern Garachicos an Bord, die das historische Ereignis so live wie möglich miterleben und „ihren“ Ort zum ersten Mal vom Wasser aus betreten wollten.

Gegenüber der Zeitung El Día gab Bürgermeister González bekannt, es werde noch 15 Tage dauern, bis der Hafen endgültig den Betrieb aufnehmen könne. Dann soll auch die Hafenbehörde das öffentliche Vergabeverfahren für den Bau und die Leitung eines anliegenden Gebäudes eröffnen, welches Büros, Geschäfte, Restaurants, Bootswerkstätten und Tankstelle aufnehmen könnte. González betonte, bereits 170 Personen hätten ihr Interesse an einem der privaten Anlegeplätze angemeldet.

Yacht-, Fischerei- und Fährhafen

Der Hafen wird durch einen 600 m langen und 14,5 m hohen Wellenbrecher aus 1.700 Betonblöcken und einen 130 m langen Vordamm geschützt. Das Hafenbecken ist in zwei Bereiche aufgeteilt. Direkt hinter der Hafeneinfahrt befindet sich der Yachthafen, der Anlegeplätze für 154 Sportboote mit Kiellängen zwischen 8 und 15 m bietet. Doch auch größere Yachten könnten theoretisch untergebracht werden. Im Fischerhafen gibt es Platz für 40 kleinere Fischerboote und 29 Fischkutter. An der Innenseite der Mole können z.B. größere Ausflugsboote mit Kiellängen bis zu 30 m anlegen. Hier wurde auch eine Anlegestelle für Fähren bis zu 70 m eingerichtet.




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