Furchtbare Gewissheit

Die Guardia Civil und das Forschungsschiff „Ángeles Alvariño“ setzen die Suche fort. Foto: EFE

Die Guardia Civil und das Forschungsschiff „Ángeles Alvariño“ setzen die Suche fort. Foto: EFE

Olivia, das ältere der beiden von ihrem Vater entführten Mädchen, wurde tot aufgefunden

Kanarische Inseln – Am Donnerstag, dem 10. Juni um 19.00 Uhr wurde ein schrecklicher Fund bekannt, den das Sondierungsschiff „Ángeles Alvariño“ vor der Südküste Teneriffas gemacht hatte. Der Leichnam der sechsjährigen Olivia, die am 27. April 2021 zusammen mit ihrer einjährigen Schwester Anna von ihrem Vater entführt wurde, ist auf dem Grunde des Meeresgebietes gefunden worden, in welchem sich der Vater der Mädchen laut Handy-Ortung zuletzt aufhielt. Der Oberste Kanarische Gerichtshof hat bestätigt, dass es sich um die Leiche des Mädchens handelt.

Der Leichnam wurde am Mittag desselben Tages durch den Tauchroboter des Schiffes drei Meilen vor der Südküste Teneriffas in tausend Metern Tiefe entdeckt und geborgen. Er befand sich im Inneren einer Sporttasche, die an einem Schiffsanker befestigt war. Daneben befand sich eine weitere leere Sporttasche. Die Leiche wurde um 18.00 Uhr an Land und in das forensische Institut gebracht.

Die „Ángeles Alvariño“ und die Guardia Civil suchen weiter nach den sterblichen Überresten von Anna und ihrem Vaters Tomás Gimeno (37).

Die „Ángeles Alvariño“ im Hafen von Santa Cruz Foto: EFE

Der Mord an Olivia gehört augenscheinlich zu jener Form der Gewalt gegen Frauen, welche die Kinder benutzt, um der Mutter Schaden zuzufügen. Der Misshandler hat dabei nicht das Ziel, die Frau zu töten, sondern ihr größtmöglichen Schmerz zuzufügen. Seit 2013, seit über Fälle dieser Art Aufzeichnungen geführt werden, sind 39 Kinder getötet worden, vier davon auf den Kanarischen Inseln. Mit Ausnahme von dreien waren in allen diesen Fällen die biologischen Väter die Täter, bei den anderen drei Fällen waren es Partner oder Ex-Partner der Mutter.

Präsident Pedro Sánchez sprach sein Beileid aus

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez äußerte sich noch am selben Abend zu der Tragödie. Auf Twitter schrieb er: „Ich kann mir den Schmerz der Mutter der kleinen Anna und Olivia, …, über die furchtbare Nachricht, die wir erfahren haben, nicht vorstellen. Meine Umarmung, meine Zuneigung und die meiner ganzen Familie, die sich heute mit Beatriz und ihren Lieben solidarisiert.“

Kanarenpräsident Ángel Víctor Torres schrieb im gleichen Netzwerk: „Wochen des Wartens auf einen Hoffnungsschimmer, und doch erreicht uns heute die schlimmstmögliche Nachricht, die uns die Seele gefrieren lässt, über die Mädchen von Teneriffa, Anna und Olivia. All unser Beileid, Mut und Kraft für ihre Mama, Beatriz, ihre Familie und Freunde. Die Kanaren sind am Boden zerstört.“

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