Für fünf Euro bis zum Gipfel?


© Moisés Pérez

CIT schlägt Einführung einer Gebühr für die Besteigung des Teide-Gipfels vor

Der Fremdenverkehrsverband von Santa Cruz de Tenerife CIT hat der kanarischen Regierung sowie dem Verwaltungsrat des Teide-Nationalparks, in dem er als Mitglied aktiv ist, die Einführung einer Gebühr von fünf Euro für die Gipfelbesteigung vorgeschlagen.

In der Vergangenheit wurde schon öfter über die Möglichkeit der Einführung eines Eintrittsgeldes für den Teide-Nationalpark nachgedacht. Zuletzt hatte sich der Direktor des Nationalparks, Manuel Durban, im März dieses Jahres dafür ausgesprochen, die Nutzung gewisser Einrichtungen gebührenpflichtig zu machen. Der Vorschlag des CIT, für den Aufstieg zum Gipfel fünf Euro zu verlangen, ist allerdings neu. Der Fremdenverkehrsverband begründet die Empfehlung damit, dass die vielen Besucher, die den Weg bis zum Gipfelkreuz gehen, ihre Spuren hinterlassen, und die Einnahmen für die Instandhaltung und eine bessere Überwachung dienen könnten. In der Gebührenregelung sollte dann laut CIT vermerkt werden, dass diejenigen, die in der Schutzhütte übernachten und vor 9.00 Uhr zum Gipfel aufsteigen, von der Gebühr befreit sind.

Wie vom CIT weiter zu Bedenken gegeben wird, sind 90% der Nutzer des Pfades der zum Gipfel führt Touristen, die es ohnehin schon gewohnt sind, für den Besuch von Nationalparks in aller Welt Eintritt zu bezahlen. Deshalb habe der Fremdenverkehrsverband auch als einer der Ersten zu Beginn der 90er Jahre vorgeschlagen, eine Eintrittsgebühr einzuführen, wie es in anderen Nationalparks üblich ist. Der Besuch der Feuerberge auf Lanzarote – Nationalpark Timanfaya – beispielsweise kostet acht Euro pro Nase. „20 Jahre sind vergangen und wir haben keinen Fortschritt hinsichtlich der Finanzierung dieses einzigartigen Naturgebiets gemacht“, argumentiert der CIT.

Der Bürgermeister der Stadt La Orotava, zu deren Einzugsgebiet der Großteil der Nationalparkfläche zählt, befürwortet die vom CIT vorgeschlagene Maßnahme. Einer lokalen Tageszeitung sagte er, dass er mit dem Fremdenverkehrsverband völlig einer Meinung sei. Er habe, so Isaac Valencia, schon in den 80er Jahren dafür plädiert, eine Gebühr für den Besuch des Nationalparks einzuführen, und auch später habe er sich immer wieder dafür ausgesprochen, sei dafür aber stark kritisiert worden. Seiner Meinung nach sei eine Gebührenpflicht für den Gipfelaufstieg eine gute Sache, vorausgesetzt, die Einnahmen fließen in den Erhalt der Landschaft und die Instandhaltung der Einrichtungen.




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