Formel 1 auf Teneriffa?


© Cabildo de Tenerife

Cabildo schreibt Bau der Motorsport-Rennstrecke für 31 Mio. Euro aus

Seit Jahren bemüht sich die Inselverwaltung um die Umsetzung der Pläne für eine Motorsport-Rennstrecke bei Granadilla. Nun rückt das Projekt durch das Interesse von Investoren aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Deutschland und Großbritannien in greifbare Nähe. Das teilte Cabildo-Präsident Ricardo Melchior auf einer Pressekonferenz mit und ließ von Eduardo Pintado, Inselrat für Projektentwicklung, die Einzelheiten erklären.

Der Automobilsport auf der Insel soll durch die Rennstrecke neuen Antrieb bekommen und Arbeitsplätze und Wohlstand schaffen. Auch als touristischer Anziehungspunkt sei die FIA-zertifizierte Rennstrecke von Bedeutung. Formel-1-Rennen auf der etwa 4 Kilometer langen Strecke wurden bereits simuliert. Am Ende der Geraden könnte eine Höchstgeschwindigkeit von 310 km/h erreicht werden.

Interessierte Unternehmen haben vier Monate Zeit, um Angebote einzureichen. Die Baukosten werden auf 31 Millionen Euro geschätzt und die Bauzeit auf 22 Monate festgelegt. Der Bauträger erhält einen Konzessionsvertrag mit 40 Jahren Laufzeit.

Private Investoren scheinen die Lösung für die Umsetzung von Großprojekten in Krisenzeiten zu sein. Nachdem die kanarische Regierung mit der Zustimmung des Cabildos von Teneriffa und der Gemeinde Puerto de la Cruz den Bau des neuen Sport- und Fischerhafens in die Hände privater Investoren gibt (das öffentliche Ausschreibungsverfahren läuft bereits), will nun das Cabildo von Teneriffa ein weiteres Projekt von privaten Investoren finanziert, verwirklichen.

Auf einer recht groß angelegten Pressekonferenz im Cabildo-Sitz in Santa Cruz gaben Präsident Ricardo Melchior und der für Projektentwicklung zuständige Inselrat Eduardo Pintado die Neuigkeiten

bekannt. Es gebe Interesse

von Unternehmerkreisen aus Deutschland, Großbritannien und den Vereinigten Arabischen Emiraten an diesem Motorsportprojekt, erklärte Pintado. Der Bau der Rennstrecke soll demnächst öffentlich ausgeschrieben werden, und unter Berücksichtigung der festgelegten Fristen könne damit gerechnet werden, dass die Bauarbeiten im Frühjahr 2013 beginnen.

Für das „Centro Insular del Motor de Tenerife“ steht ein 1.322.300 Quadratmeter großes Grundstück in Atogo im Gemeindegebiet von Granadilla de Abona bereit, mit guter Anbindung an die Autobahn. Die Gesamtlänge der Motorrennstre­cke beträgt 4.068 Meter, die längste Gerade ist 819 Meter lang. Auf dieser kann eine maximale Geschwindigkeit von 310 Stundenkilometern erreicht werden. Der Parcours beinhaltet zehn Links- und fünf Rechtskurven. Die Fahrtrichtung verläuft entgegen dem Uhrzeigersinn. Entworfen wurde die Strecke von derselben Firma, die auch die Rennstrecke im katalonischen Montmeló gebaut hat. Der Parcours und auch die übrigen Einrichtungen sollen alle Auflagen erfüllen, um verschiedenste Rennen – Motorrad und Auto – auszutragen.

Die geschätzten Baukosten betragen 31 Millionen Euro. Der Investor soll im Gegenzug eine Verwaltungskonzession über 40 Jahre erhalten.

Ricardo Melchior zeigte sich bei der Pressekonferenz äußerst zuversichtlich, diese langgehegten Pläne nun tatsächlich zu verwirklichen. Das Projekt gibt es seit 1995 und wie Melchior selbst zugab „könnte man darüber mittlerweile ein Buch schreiben“. Er habe sich, so der Cabildo-Chef, fest vorgenommen, nicht mehr darüber zu sprechen, bis etwas Definitives vorliege, und dies sei nun endlich der Fall.

Ricardo Melchior:

„Wir schauen mit Optimismus in die Zukunft. Wir verfügen über die idealen Bedingungen, um dieses Projekt voranzutreiben, mit einem Klima, das es nirgendwo sonst in Europa gibt, mit einer guten Anbindung durch 148 Direktflüge vom Südflughafen aus in Weltstädte und einer guten Verbindung mit Glasfaserkabel. Dies ist eine Gelegenheit, um Arbeitsplätze und Wohlstand im Süden Teneriffas zu schaffen. Wir haben eine Fangemeinde von Tausenden Personen, die die große Familie des Motorsports bilden und die mit Kraft und Freude alle Hindernisse überwinden wollen, um die Rennstrecke zu verwirklichen.“




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