Flaschenpost in Übergröße


© Moisés Pérez

Norwegischer Getränkehersteller will durch ausgefallene Werbeaktion auffallen

Am 13. März fand in der Marina von San Miguel im Süden Teneriffas die Taufe eines eigentümlichen Wasserfahrzeugs statt. Eine riesige gelbe Flaschenpost des norwegischen Getränkeherstellers Solo wurde zu Wasser gelassen, um eine Atlantikreise mit unbekanntem Ziel zu beginnen.

Die zweieinhalb Tonnen schwere Flasche aus Karbon wurde vom Sportwagenbauer Koenigsegg für die auffällige Werbekampagne von Solo gebaut. Die als hochseetaugliches Wasserfahrzeug konzipierte Flaschenpost ist mit Solarplatten, Satellitenverbindung und einem Süßwassertank ausgestattet, aus dem alle acht Stunden Wasser zur Reinigung der Fotolinse spritzt, die für die Dokumentation der Reise an Bord installiert ist. „Es wird wohl die größte je gebaute Flasche sein, und auch die teuerste“, sagte Bård Eker, Managing Director der Eker Group, die Teilhaber des schwedischen Fahrzeugherstellers Koenigsegg ist.

Die Flaschenpost trat ihre große Reise am Vormittag des 13. März an. Zunächst wurde sie von einem Boot in internationale Gewässer, etwa 150 Meilen südlich von El Hierro geschleppt. Ab diesem Punkt bleibt ihr Schicksal den Meeresströmungen überlassen.

Warum gerade Teneriffa für den für die Medien gestalteten Beginn der Reise ausgewählt wurde, erklärt Joaquim Sande vom Vorstand des Softdrink-Herstellers Solo damit, dass auch Christoph Kolumbus auf seiner Reise nach Amerika von den Kanaren aus startete und der norwegische Forscher Thor Heyerdahl (1914-2002) auf der Insel seinen Lebensabend verbrachte.

Für die mediale Inszenierung konnte Solo den Polarforscher und Abenteurer Jarle Andhøy gewinnen, der in seiner Heimat für seine unkonventionellen Segelexpeditionen in extreme Reviere  bekannt ist.

Während der Bürgermeister von San Miguel de Abona, Valentin González, und die Hafenmeisterin Ángela Tavío es als Ehre bezeichneten, für dieses innovative Werbeprojekt ausgewählt worden zu sein, sehen Umweltschützer darin einen Angriff auf die Nachhaltigkeit. Die Stiftung Global Nature forderte die Lokalpolitiker und Promoter des Projektes zum Abbruch der Aktion auf.

Zwischenzeitlich und von der Kritik unbeeindruckt ist die Flasche nun zu ihrer Reise über den Atlantik aufgebrochen. Die Veranstalter stellen sich vor, dass sie mindestens zwei Monate unterwegs sein wird, bis sie Land erreicht. Die Reise der gelben Flasche kann über facebook verfolgt werden.

Wer die Flasche findet und öffnet, wird darin eine Flasche Solo zur Erfrischung und einen überdimensionalen zwölf Quadratmeter großen Brief finden.

Vorausgesetzt, die Flasche kommt heil an Land. „Ich hoffe nur, dass sie nicht schon am ersten Tag von einem Tankschiff gerammt wird“, witzelte Jarle Andhøy bei der Pressepräsentation.




Über Wochenblatt

Das Wochenblatt erscheint 14-tägig mit aktuellen Meldungen von den Kanaren und dem spanischen Festland. Das Wochenblatt gilt seit nunmehr 36 Jahren als unbestrittener Marktführer der deutschsprachigen Printmedien auf den Kanarischen Inseln.