Flammschutzmittel-Belastung bei Delfinen in der Straße von Gibraltar festgestellt


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Studie offenbart Belastung von Meeressäugern mit toxischen Chemikalien

Eine wissenschaftliche Studie des Obersten Spanischen Forschungsrates (Consejo Superior de Investigaciones Científicas), an der die Loro Parque Stiftung mitgewirkt hat, ergab, dass verschiedene Meeressäugerarten im Golf von Cádiz und in der Meerenge von Gibraltar durch Flamm­schutzmittel – sowohl die klassischen PBDE (Polybromierte Diphenylether) als auch die neuen Dechlorane – belastet sind.

Wie das Wissensmagazin „scinexx“ in einem Artikel beschreibt, sind bestimmte Umweltgifte in den Ozeanen besonders tückisch. Hierzu zählen die sogenannten endokrinen Disruptoren, oft auch als „Umwelthormone“ bekannt: Schadstoffe, die in die Umwelt gelangen und hormonähnliche Wirkungen auf lebende Organismen haben können. Langfristige Schäden durch den gestörten Hormonhaushalt sind mögliche Folgen. Hierzu zählen die seit Jahren verbotenen Brandhemmer PBDE, die als Zusatz in Textilien, Dämmstoffen und elektronischen Bauteilen die Entflammbarkeit verringern. In der Natur werden PBDE nur sehr langsam abgebaut. Im Körper lagern sie sich im Fettgewebe ab und reichern so die Nahrungskette an.

Dass Meeressäuger durch Ablagerungen von Flammschutzmitteln belastet sind, hat nun die an 67 Delfinen, Grindwalen und Großen Tümmlern im südlichen Mittelmeer durchgeführte Untersuchung unter Beweis gestellt. Außerdem konnten die Wissenschaftler herausfinden, dass die Meeressäuger, die im oberen Bereich der Nahrungskette stehen, höhere Belastungen aufweisen. Beim Großen Tümmler (Tursiops truncatus), der ganz oben in der Nahrungskette steht, wurden die höchsten Konzentrationen festgestellt. 

„In fast zwanzig Prozent der entnommenen Gewebeproben waren die PBDE-Konzentrationen höher als die festgelegten Grenzwerte, und können demnach den Hormonhaushalt schädigen“, sagt Renaud de Setphanis, Co-Autor der Studie. 

Javier Almunia, wissenschaftlicher Direktor des Loro Parque, bezeichnete das Ergebnis dieser Studie als „Alarmsignal“ und warnt vor den Auswirkungen, die die Konzentrationen dieser toxischen Chemikalien auf die Gesundheit der Delfine und folglich auf die Bestände haben können.




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