Feuer im Nationalpark


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Zwei Brandherde lösten erneut Alarm aus

Ein Brand im Nationalpark Las Cañadas del Teide löste am Vormittag des 2. September erneut Alarm aus. Das Feuer brach in der Nähe des Observatoriums von Izaña aus und zerstörte nach Angaben der Polizei etwa drei Hektar Ginsterbüsche.

Fast zeitgleich meldete ein Landwirt aus Vilaflor einen Brandherd in der Nähe der Fuente Alta-Wasserfabrik.

Die Löscharbeiten am Boden und aus der Luft dauerten in beiden Fällen mehrere Stunden, und beide Brände konnten erst am Nachmittag unter Kontrolle gebracht werden.

Unterdessen fahndet die Naturschutzeinheit der Guardia Civil – Seprona – weiter nach dem Brandstifter, der für das am 30. Juli in den Bergen Teneriffas entfachte Feuer verantwortlich ist. Um dem Pyromanen das Handwerk zu legen, fordert die Polizei die Bevölkerung zur Mithilfe auf. Jeder Hinweis ist willkommen und die Guardia Civil garantiert, dass alle Informationen vertraulich behandelt werden. Über die Telefonnummern 922 671 662 (Montag bis Freitag von 8.00 bis 14.30 Uhr und Samstag von 9.00 bis 13.00 Uhr) und 696 942 931 (Werktags von 14.30 bis 21.00 Uhr) werden Hinweise entgegengenommen.

Während der Brandstifter des schlimmen Waldbrandes auf Gran Canaria fast sofort gefasst wurde, konnte auf Teneriffa bislang noch kein Täter festgenommen werden. Die Polizei geht fest von vorsätzlich gelegten Feuern aus und ist anscheinend mehreren Verdächtigen auf der Spur. Handfeste Beweise fehlen allerdings noch.

Der Waldbrand brach am 30. Juli im Nordwesten Teneriffas aus, und Teile von zehn Gemeinden wurden Opfer der Flammen, die erst am 2. August unter Kontrolle gebracht werden konnten. Als offiziell gelöscht galt das Feuer erst am 17. August. 18.800 Hektar wurden Opfer der Feuersbrunst.

Nur 1% aller Brandstifter wird gefasst

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace geht in ihrem Bericht über „Pyromanen“ davon aus, dass nur 1% aller Brandstifter in Spanien gefasst, und davon nur 20% tatsächlich wegen Brandstiftung vor Gericht gebracht werden. Dies liegt nach Auskunft von Greenpeace daran, dass 31% der Waldbrände durch verantwortungslose Landwirte entfacht werden, die ihre Stoppelfelder abbrennen, und weitere 21,5% durch Viehzüchter verursacht werden, die Weiden niederbrennen. Trotzdem bleiben über 47% übrig, die auf andere fahrlässige Verhalten und auf vorsätzliche Brandlegung zurückzuführen sind. „Pyromanen“ und „assoziale konfliktreiche Individuen“ seien für jeweils 7,5% und 3% der Waldbrände verantwortlich. Personen, die sich einen persönlichen Nutzen von den Folgen des Feuers versprechen seien für 0,6% der Fälle verantwortlich.




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