Fertigstellung von Teneriffas Schnellstraßenring in der Schwebe


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Posten um 66% gekürzt

Der Sparzwang der spanischen Regierung bedroht nun auch die Fertigstellung von Teneriffas Schnellstraßenring.

Im Gespräch mit einer Tageszeitung gab José Luis Delgado, Leiter von Teneriffas Straßenamt, bekannt, der Posten für die kanarischen Inseln sei im neuen Staatshaushalt von 207 Millionen Euro auf nur noch 69 Millionen Euro gekürzt worden. Zwar sei der erste Teil des Straßenrings, der zwischen Adeje und Santiago del Teide verläuft, weit vorangeschritten, doch seien noch 20 Millionen Euro zur endgültigen Fertigstellung nötig. Geld, das zumindest in diesem Jahr nicht vorhanden sei, so Delgado. Darüber hinaus fehle es nun auch an finanziellen Mitteln für die Fertigstellung des zweiten Teils des sogenannten „anillo insular“ zwischen Icod und Santiago del Teide, ganz zu schweigen von dem Abschnitt Erjos-El Tanque mit einem Tunnel, der nicht gebaut werden wird, denn um das gesamte Teno-Massiv zu durchbohren, wären 450 Millionen Euro notwendig, stellte er fest.

„Grundlegendes Bauprojekt“

Mit einem Seitenhieb auf die Zentralregierung hob der Cabildo-Vertreter die enorme Bedeutung des Schnellstraßenrings für Teneriffa hervor, schließlich gebe es hier keine Züge, und die Bevölkerung sei vollkommen vom Straßentransport abhängig. Außerdem könnte der Straßenring die Mobilität der Berufstätigen und Arbeitssuchenden deutlich erleichtern, kurzum, es handele sich um ein „grundlegendes Bauprojekt“. Deshalb wolle er sich bei verschiedenen Stellen für den Weiterbau des Straßenrings einsetzen, z.B. bei der kanarischen Regierung.

Auch wies Delgado auf weitere Auswirkungen der enormen Etatkürzung von 137 Millionen Euro bzw. 66% des vorherigen Postens hin, wie die nun nicht mehr durchführbare Instandsetzung vieler reparaturbedürftiger Nebenstraßen im Inselsüden. Die TF-82 zwischen Tejina und Guía de Isora sei streckenweise in einem schlechten Zustand, und auch an der vor kurzem instandgesetzten Carretera von Chimiche wären wegen der durch den Lkw-Verkehr zur Hafenbausstelle in Granadilla verursachten Schäden schon wieder Reparaturarbeiten nötig. Er sei über die reparaturbedürftigen Stellen durchaus im Bilde, so Delgado, doch die Mittel seien begrenzt, und es müssten Prioritäten gesetzt werden.




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