Falsche Subventionszusage: Junge Immobilienkäufer in der Kreditfalle


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Versprochener Hypotheken-Zuschuss der Kanarenregierung bleibt aus

Was ursprünglich als Starthilfe ins Leben konzipiert war, hat für viele junge Canarios nun einen gegenteiligen Effekt. Eine Subvention der Kanarenregierung, die den Wohnungskauf junger Leute bis 35 Jahre mit bis zu 12.000 Euro bezuschusst, bringt viele der vermeintlichen Nutznießer nun finanziell ins Straucheln.

Bisher sind rund 2.000 Hypotheken unter der Bezeichnung „Hipoteca Joven“ abgeschlossen worden. Im Zeitraum von 2006 bis 2009 funktionierte dieses Wohnungsförderungsprogramm recht gut. Es kam nur in geringfügigem Ausmaß zu vorübergehenden Engpässen bei der Auszahlung.

In der zweiten Auflage 2009 bis 2012 kam es dann jedoch zu massiven Problemen. Obwohl auch dieses Mal die Förderung zugesagt und von den Begünstigten in die Immobilien-Finanzierung fest eingeplant wurde, war plötzlich wegen der krisenbedingten Haushaltseinschnitte für diesen Posten kein Geld mehr da, und die Subvention kam einfach nicht.

Einige der jungen Hypothekennehmer warten schon seit über drei Jahren auf die Zahlung. Sie fühlen sich betrogen, weil sich die meisten von ihnen ohne die Unterstützung durch den Staat niemals zu dieser Verpflichtung entschlossen hätten und auch finanziell kaum in der Lage sind, die durch die Verzögerung entstehenden Mehrkosten zu tragen. Die Kanarenregierung redete sich damit heraus, dass die Hilfe an die Verfügbarkeit der Gelder im Haushalt gebunden gewesen sei. Und tatsächlich findet sich in den Verträgen bei manchen der jungen Hypothekenkunden eine solche Klausel, bei anderen dagegen nicht.

Statt Jugendliche und junge Familien zu fördern und ihnen zum Eigenheim zu verhelfen, wurden diese also durch die vollmundige Ankündigung der Subvention dazu verführt, Verpflichtungen einzugehen und später mit den Folgen unter Hinweis auf das Kleingedruckte im Stich gelassen.

Die Wohnungsbeauftragte der Kanarenregierung, Inés Rojas, versuchte Anfang des Jahres den Schaden zu begrenzen, indem sie ankündigte, die Gelder über die Jahre 2014 bis 2016 auszuzahlen. Doch die Haushaltsplanung 2014 bringt eine neue Enttäuschung für die jungen Wohnungseigentümer.

Der vorgesehene Betrag von drei Millionen Euro reicht nicht einmal, um 300 der Berechtigten zu bedienen. Insgesamt sind es aber mindestens 1.700, die auf ihr Geld warten. Die „Plattform der Junge-Hypothek-Betroffenen“ weiß von 1.323 Hypothekennehmern denen 12.000 Euro zugesagt wurden, 309 warten auf 6.000 Euro und 69 auf 3.000 Euro.

Insgesamt werden also mindestens 18 Millionen Euro benötigt, um alle auszuzahlen. Niemand von den Betroffenen glaubt mehr, dass in den kommenden beiden Jahren ein Betrag von je 7,5 Millionen bereitgestellt werden wird.

Trotz alledem wirbt die Kanarenregierung auf ihrer Website weiter mit glücklichen jungen Gesichtern für die „Junge Hypothek“.




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