Es hat sich nichts geändert


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Murcia, Andalusien und die Kanaren – in dieser Reihenfolge – sind die Autonomen Regionen, in denen das Risiko der Kinderarmut am größten ist. Eine Situation, die in Spanien ganz allgemein existiert und die sich um 50% erhöht, wenn ein Ehepaar mehr als zwei Kinder hat.

Das ist das wichtigste Ergebnis einer Studie, die unter dem Arbeitstitel „Die Jungen und Mädchen, die gefährdetsten in allen Autonomien“, welche die nichtstaatliche Hilfsorganisation „Educo“ kürzlich durch ihren Generaldirektor José M. Faura, vorgestellt hat.

„Während in Ländern wie Deutschland oder Irland der Staat sämtliche Familien ausnahmslos unterstützt, ist das in Spanien nur bei zehn Prozent der Fall“, heißt es unter anderem in der Studie. Es wird darauf hingewiesen, dass 2,5 Millionen spanische Kinder von Armut bedroht sind. Besonders besorgniserregend –  allein 1,5 Millionen von ihnen leben in Andalusien, Katalonien, Valencia und Madrid.

 Murcia mit  42%, Andalusien mit 40% und die Kanaren mit 38% sind die Regionen, in denen die Gefahr am größten ist, dass Kinder unter die Armutsgrenze rutschen, spanienweit beträgt der Durchschnitt nach der Berechnung von „Educo“ 29,9%. In Navarra, im Baskenland, in Kantabrien und in Asturien dagegen sind nur knapp zwanzig Prozent der Kinder betroffen.

„Die Situation in diesem Land verbessert sich einfach nicht“, klagte José Faura, der es für dringend notwendig hält, ein Programm ins Leben zu rufen, das allen Kindern die Schulspeisung garantiert. Immer häufiger drängen auch die Schuldirektoren auf eine derartige Lösung und fordern, mehr Druck auf die öffentliche Verwaltung auszuüben.

Pepa Domingo, die für das Programm der Sozialaktionen von „Educo“ verantwortlich ist, hat das Ergebnis der Studie, das auf Daten des Nationalen Statistischen Instituts sowie von Eurostat basiert, als äußerst besorgniserregend bezeichnet und darauf hingewiesen, dass sich die Situation in keiner Weise gebessert habe.

Zu den Ursachen der Kinderarmut gehören nach wie vor die Arbeitslosigkeit des Ernährers, insbesondere in Familien mit mehr als zwei Kindern, alleinerziehende Mütter oder Väter oder ganz einfach die Tatsache, dass die geringen Einkünfte nicht ausreichen, um die Bedürfnisse zu decken.

Ebenso wie im vergangenen Schuljahr hat „Educo“ auch heuer wieder eine Werbekampagne unter dem Titel „Das magische Butterbrot“ durchgeführt, die mit Spots zu Spenden aufruft, um allen Kindern ein Schulbrot zu garantieren. Sie zeigt die Realität der Armut in vielen Familien und ist bei internationalen Wettbewerben als beste soziale Kampagne ausgezeichnet worden.

Auf den Kanaren leben statistisch die ärmsten Bürger Spaniens

Die Bürger von Santa Lucía de Tirajana auf Gran Canaria, von Arona auf Teneriffa und Arrecife auf Lanzarote sind die ärmsten Einwohner Spaniens, welche in Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern leben. Das jährliche Durchschnittseinkommen pro Einwohner liegt in Santa Lucía bei 13.703 Euro, in Arona bei 14.437 Euro, in Arrecife bei 16.247 Euro. Im Gegensatz dazu entfallen in Pozuelo de Alarcón bei Madrid auf jeden Einwohner sage und schreibe 57.917 Euro und in der Inselhauptstadt Santa Cruz de Tenerife liegt dieser Einkommensdurchschnitt immerhin bei 22.321 Euro.

Besonders auffällig ist die Tatsache, dass in Städten mit besonders reger wirtschaftlicher Aktivität das Einkommen der Bürger am unteren Ende der Aufstellung zu finden ist, die von Wissenschaftlern der „Fedea“, Stiftung für angewandte Wirtschaftsstudien, vor einigen Tagen veröffentlicht wurden. Arona ist einer der touristischen Orte mit den größten wirtschaftlichen Zuwachsraten und Santa Lucía de Tirajana verfügt über das größte Einkaufszentrum der Kanaren. Beide Gemeinden haben jedoch sozusagen eine gemeinsame Vergangenheit: Ihre Einwohner lebten früher von der Landwirtschaft und waren durchweg auf den Tomaten- und Bananenplantagen als Landarbeiter tätig.

Luis Campos, Vizebürgermeister von Santa Lucía de Tirajana zeigt sich auch keineswegs davon überrascht, dass die Bürger seiner Gemeinde statistisch gesehen das geringste Einkommen haben. Ihre Vergangenheit als Landarbeiter habe dazu geführt, dass sie sehr geringe Renten beziehen und „das zieht natürlich den Durchschnitt herunter“.

Campos ist der Meinung, dass Reichtum oder Armut der Bürger seines Ortes nicht nach ihren Einkünften bemessen werden dürfen. „Unter den „Santaluceños“ ist die Kluft zwischen denen, die mehr und denen, die weniger haben, minimal“, unterstrich er.

Die Statistiken, die wie gewöhnlich zum Jahresende veröffentlicht wurden, zeigen deutlich auf, wie wichtig weiterhin die privaten Initiativen sind, um den Familien beizustehen, die keinerlei staatliche Unterstützung mehr erhalten. Deshalb bedanken wir uns ganz herzlich bei Wolf-Dieter Bald, Apartamentos Viña del Mar, der uns wieder mit 500 Euro unterstützt hat, sowie bei dem Gast aus dem Schwarzwald, der anonym bleiben möchte, und erneut 100 Euro spendete.

Was bisher mit den Spendengeldern geschah

Alle Spenden kommen voll den verschiedensten hier ansässigen Hilfsorganisationen zugute. Dafür bürgt die nunmehr in 30 Jahren bei seinen Lesern erworbene Reputation des Wochenblatts. Das Sonderkonto bei der Solbank wird gebührenfrei geführt. Kein Cent für Verwaltungsaufwand oder dergleichen wird von Ihren Spenden abgezweigt. 
Bevor eine Hilfsorganisation vom Wochenblatt gefördert wird, unterhält man sich eingehend vor Ort mit den Verantwortlichen und macht sich ein Bild über deren Ziele, Arbeitsweise und Effektivität. Darüber wird in allen Wochenblatt-Ausgaben berichtet. 

Spendenempfänger:

„La Mesa“, Puerto de la Cruz und San Isi­dro/­ Granadilla
 (12/09, 02/10, 03/10) Euro 7.300
Servicio Social Adeje (12/09) Euro 2.500
Sozialer Speisesaal „Hijas de Caridad“, Santa Cruz de Tenerife(02/10, 05/10, 12/10, 07/11, 01/12, 12/12) Euro 15.000
Fundación „Candelaria Solidaria“ (02/10) Euro 1.000
Kinder-Tageszentrum Padre Laraña, Santa Cruz de Tenerife (04/10, 11/10, 12/10, 04/11, 09/11, 01/12, 04/12, 12/12, 01/13, 03/13, 8/13, 01/14 Weihnachtsbescherung, 03/14, 04/14, 12/14) Euro 24.260,08
Caritas Puerto de la Cruz (06/10, 08/10, 01/11, 10/11) Euro 3.000
Sozialer Speisesaal „San Pío X“, Santa Cruz de Tenerife (09/10, 01/13) Euro 4.500
Caritas Teneriffa (03/11) Euro 3.000
Sozialer Speisesaal „Casa de Acogida María Blanca“, Puerto de la Cruz (8/11, 01/12, 9/12, 12/12, 03/13, 12/13, 2/14, 03/14) Euro 10.930
Caritas „Virgen de los Dolores“, Puerto de la Cruz (01/12, 09/12, 06/13, 06/14) Euro 3.750
Caritas Los Cristianos (02/12) Euro 2.000
Sozialer Speisesaal „San Vicente de Paúl“, La Laguna (05/12, 12/12, 2/14) Euro 6.000
Vier Hilfsstellen der Caritas, Puerto und Umgebung: „Virgen de los Dolores“, „San Juan de Padua“, „La Candelaria“ und „Peña de Francia“ (12/12, 3/13, 12/13, 3/14) zusammen Euro 8.000
Kinder-Tageszentrum in La Vera (1/13, 8/13, 03/14, 04/14) Euro 2.483,83
Caritas Los Potreros, Los Realejos (05/13, 9/13, 12/13, 10/14) Euro 2.300
Caritas La Concepción, Los Realejos (10/14, 12/14) Euro 1.250
Caritas Gemeinde San Juan Bautista, La Orotava (mehrere Zahlungen 12/14) zus. Euro 3.775

Einladung zum Mitmachen

Die Idee ist ganz einfach: Sie spenden einen Einmalbetrag oder sagen zu, monatlich ein Jahr lang, „Überwinterer“ vielleicht auch nur ein halbes Jahr lang, einen festen Betrag auf das Sonderkonto unserer Gemeinschaftsaktion „Aus Geben wächst Segen“ bei der Sol Bank einzuzahlen. Bankdirektor Don Emilio Bas Castells führt dieses Konto für uns kos­tenlos. Das Wochenblatt garantiert, dass jeder Cent von diesem Konto ohne Abzug Hilfsorganisationen auf Teneriffa zugute kommen wird. Von der Organisation, die Ihr Geld erhalten hat, bekommen Sie auf Wunsch eine Spendenbescheinigung. Als Vorbild für mögliche weitere Spender zur Nachahmung werden im Rahmen des „Spendenbarometers“ die Namen der Mitmachenden, sowie Höhe der Beträge in jeder Wochenblatt-Ausgabe veröffentlicht. Sie können sich dazu auch einen „Mitmachnamen“ ausdenken, unter dem Ihre Gabe genannt wird.

Spendenkonto bei der Solbank: 00810403340001185625

IBAN: ES1400810403340001185625

BIC: BSABESBB 

Das Online-Spendenformular finden Sie hier: