Erste Tagesklinik für Corona- ­Patienten eröffnet

Die Tagesklinik im staatlichen Krankenhaus „La Candelaria“ wurde Ende Februar 2022 eröffnet und hat bisher sechs Patienten versorgt. Foto: gobcan

Die Tagesklinik im staatlichen Krankenhaus „La Candelaria“ wurde Ende Februar 2022 eröffnet und hat bisher sechs Patienten versorgt. Foto: gobcan

Ambulante Behandlung für Infizierte mit leichten Symptomen

Teneriffa – Der mildere Krankheitsverlauf von Corona hat zu einer neuen Behandlung dieser Krankheit geführt. Die Uniklinik „Nuestra Señora de La Candelaria“ hat eine Tagesklinik für Patienten mit leichten Corona-Symptomen eingerichtet. Das stellt einen Fortschritt in der Behandlung der Krankheit dar, da bestimmte gefährdete Patienten ohne Krankenhauseinweisung behandelt werden können.

Damit wird die Behandlung von Patienten mit leichten Symptomen, aber mit Risikofaktoren für die Entwicklung ­einer schweren Krankheit, ­gezielt unterstützt. Da der ­Verlauf der Krankheit durch diese Vorgehensweise gemildert wird, ist ein Krankenhausaufenthalt nicht notwendig.

Auf diese Weise verstärkt das Gesundheitswesen die Betreuung von Patienten, die immunsuppressive Medikamente benötigen, wie zum Beispiel, Patienten mit Krebs, Leukämie, Transplantationen usw. Solche Patienten sind für die Entwicklung eines schweren Krankheitsbildes anfälliger.

In der Tagesklinik wird das Medikament „Remdesivir“ verabreicht. „Remdesivir“ zählt zu den sogenannten Virostatika und soll die Vermehrung der Viren in einem frühen Stadium der Erkrankung verhindern. „Remdesivir“ wird als Infusion verabreicht, und die Verweildauer der Patienten in der Tagesklinik beträgt höchstens zweieinhalb Stunden, an drei verschiedenen Tagen. Insgesamt sollen 18 Patienten pro Tag in dieser neuen Einrichtung behandelt werden, in der 19 Krankenschwestern und -pfleger tätig sind. Weiterhin ist eine Behandlungsmethode mit monoklonalen ­Antikörpern geplant . Sobald die Verabreichung von der „Agencia Española del Medicamento“ (Spanisches Institut für Arzneimittel) zugelassen wird, soll sie ebenfalls verabreicht werden.

Diese Behandlung spart Kosten und vermeidet die Überbelastung im Gesundheitswesen. Die Aufnahme in ein herkömmliches Krankenhausbett kostet rund 700 Euro pro Tag. Für ­einen Corona-Patienten, der durchschnittlich eine Woche im Krankenhaus verbringt, bedeutet das eine Summe von rund 5.000 Euro für seine Pflege.
Die Kosten für die dreitägige Verabreichung von „Remdesivir“ betragen zwischen 600 und 700 Euro.

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