Erneuter Vorstoß gegen Hahnenkampf


Das kanarische Tierschutzgesetz bezeichnet PP-Abgeordneter Cabrera als „entkoffeiniert“

Miguel Cabrera Pérez-Camacho, PP-Abgeordneter im kanarischen Parlament, hat sich erneut für ein endgültiges Verbot des Hahnenkampfs auf den Kanarischen Inseln ausgesprochen.

Sein Wunsch sei es, „dass eines Tages alle unsere grausamen Bräuche abgeschafft sind“. Dennoch will Cabrera den Vorstoß gegen den Hahnenkampf erst wieder wagen, wenn feststeht, dass ein entsprechendes endgültiges Verbot von allen 31 Parlaments­abgeordneten unterstützt wird und so mit absoluter Mehrheit abgesegnet werden kann.

Das im April vor 18 Jahren erlassene kanarische Tierschutzgesetz (Ley 8/1991) bezeichnet Cabrera als „entkoffeiniert“, da es zwar ein Verbot von Tierquälerei enthält, aber die Hahnenkämpfe als „Tradition“ weiter duldet. 

Der PP-Abgeordnete ist davon überzeugt, dass ein endgültiges Verbot des Hahnenkampfs auf den Inseln irgendwann durchgesetzt wird.

Miguel Cabrera ist im Laufe seiner politischen Karriere wiederholt aufgefallen, weil er seine persönlichen Überzeugungen den politischen Einstellungen seiner Partei voranstellt.

Sein Austritt aus der unabhängigen Partei Teneriffas ATI wurde 1991 durch den Erlass des Tierschutzgesetzes motiviert, das er in dieser Form nicht befürwortete. Heute ist Cabrera Mitglied der Volkspartei PP.

Ley 8/1991 vom 30. April

Kanarisches Tierschutzgesetz

In Artikel 5 des gültigen Tierschutzgesetzes heißt es:

1. Der Missbrauch von Tieren für Kämpfe, Feste, Shows und andere Veranstaltungen, die Quälerei, Grausamkeit oder Leiden bedeuten ist verboten.

2. Hahnenkämpfe werden in den Orten weiter genehmigt, in denen sie gemäß der Tradition stattfinden, wenn folgende Bedingungen erfüllt werden:

– Dass der Eintritt für unter 16-Jährige verboten ist

– Dass die Einrichtungen, in denen die Hahnenkämpfe stattfinden zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Gesetzes mindestens ein Jahr alt sind, ausgenommen die Gebäude, die als Ersatz für bestehende gebaut werden.

– Dass die Einrichtungen, in denen die Hahnenkämpfe stattfinden, geschlossene Bereiche sind.

3. Die öffentlichen Institutionen werden die Hahnenkämpfe in keiner Weise fördern.




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