Erleichterung durch Worte


Freiwillige der AECC helfen krebskranken Menschen

Die Zeit, die oftmals vergeudet wird, kann einen großen Wert bekommen, wenn sie für einen guten Zweck eingesetzt wird. Eine halbe Stunde oder nur einige Minuten können den Unterschied ausmachen. Ein einfacher Kaffee, eine Zeitung oder ein angeregtes Gespräch sind manchmal das bes­te Geschenk für einen kranken Menschen und das wissen die freiwilligen Helfer der Spanischen Vereinigung gegen den Krebs AECC.

Während die meisten Menschen ihre Freizeit dazu benutzen sich auszuruhen, zu lesen, auszugehen oder sie mit der Familie zu verbringen, haben andere ihren Einsatz als freiwillige Helfer zu ihrem Hobby gemacht.

Maria Jesus ist eine der mehr als fünfzig Freiwilligen der AECC, die krebskranke Menschen während ihres Aufenthaltes in den Hospitälern des Archipels betreuen. Im Gespräch mit einer hiesigen Zeitung berichtet die junge Frau, dass sie seit mehr als sieben Jahren freiwillige Helferin ist. Sie wollte sich schon immer in einem Wohltätigkeitsverein engagieren, wusste aber nicht wie und wo. Zufällig berichteten ihr zwei Freundinnen von ihrem Einsatz für die AECC und so entschloss sie sich, dort ebenfalls Helferin zu werden.

Jeden Dienstag fährt Maria Jesús in die Universitätsklinik um den Krebskranken zu helfen wo sie kann. Es gibt zwei Möglichkeiten, wo sich die Freiwilligen nützlich machen können: mit dem Wägelchen – einem Servierwagen oder auf der Etage. Das Wägelchen ist eine Serviceeinrichtung die von den Patienten in den kalten Morgenstunden im Hospital von La Laguna besonders geschätzt wird. Die Helfer verteilen heißen Kaffee oder Tee und etwas Gebäck an die Kranken die sich einer Chemotherapie unterziehen und an die Angehörigen oder Freunde die sie begleiten.

„Manche sind bis zu vier Stunden an eine der Maschinen angeschlossen und wissen diese kleinen Aufmerksamkeiten sehr zu schätzen“, berichtet die junge Helferin. Manchmal übernimmt sie auch den Dienst auf den Etagen obwohl der wesentlich härter ist.

Zuhören

Dort, in der onkologischen Abteilung besucht sie die Patienten, die nichts dringender brauchen als einen Menschen mit dem sie sprechen können.

Die Gruppe der Helfer teilt sich zwischen den Universitätskliniken Hospital General und Clinica Candelaria auf. Die Leiterin der AECC koordiniert die Besuche und teilt ihnen die Zimmer zu, die besucht werden sollen. „Wir nehmen die Zeitungen, die wir stets verteilen und unterhalten uns ein Weilchen mit den Patienten“, erzählt Maria Jesús.

Jeden Dienstag besucht sie auf ihrer Runde zwischen 15 und 20 Kranke und oft genug entstehen durch diese Besuche Freundschaften, die meistens den Krankenhausaufenthalt überdauern. Wenn diese Menschen entlassen werden, und in rund neunzig Prozent der Fälle zu regelmäßigen Nachuntersuchungen erscheinen müssen, suchen sie die freundlichen Helferinnen auf um sie zu begrüßen.

Ein Tabu-Thema

„Bedauerlicherweise ist Krebs für viele Menschen noch immer ein Tabu-Thema und viele wollen von ihrer Krankheit nichts wissen. Mit ihnen muss man sehr einfühlsam umgehen. Andere wünschen keinen Besuch, sondern wollen allein sein. Das muss man natürlich respektieren“ berichtet Maria Jesús an anderer Stelle. Die Tapfersten sind nach ihrer Meinung stets die Frauen – sowohl als Kranke als auch Angehörige. Am meis­ten bewundert sie die Mütter, wie sie um ihre kranken Kinder kämpfen.

Eine weitere Aufgabe der Helfer des AECC – sie stellen die Bedürfnisse der Kranken und deren Angehörigen fest die sie dem Sozialdienst oder den Psychologen mitteilen.

„Jeder hat ein wenig Zeit um zu helfen. Der Tag hat viele Stunden und es gibt viele Dinge die zu tun sind, es ist immer schön, etwas zu geben“, gibt María Jesús zu bedenken.

Helfer seit 15 Jahren

Das Begleitungsprogramm der AECC auf den Kanaren wurde vor rund 15 Jahren durch Leli Sanchez ins Leben gerufen, die es noch heute koordiniert. „Ich erkrankte vor 28 Jahren an Krebs und muss­te in die USA reisen um behandelt zu werden. Dort lernte ich eine Freiwilligengruppe kennen, die mir enorm half. Nicht nur mit der Sprache sondern in vielen anderen Dingen. Sie machten mir meinen Aufenthalt wesentlich erträglicher.“ Als sie sich von ihrer Krankheit erholt hatte und nach Teneriffa zurückkehrte, entwickelte sie zusammen mit anderen Kolleginnen der AECC ein Voluntariats-Programm.

Die freiwilligen Helfer besuchen in den onkologischen Abteilungen der beiden gro­ßen Hospitäler Teneriffas täglich etwa 190 Patienten.

„Ich bin stolz auf die Arbeit die wir machen und wir sind wie eine große Familie“, erklärte sie bei einem Gespräch mit der Presse. „Manche Menschen trauen sich diese konkreten Hilfeleistungen nicht zu, aber der Verband erfüllt noch viele andere Aufgaben. Auf jeden Fall werden die Helfer in speziellen Kursen auf diese Aufgaben vorbereitet.“




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