Engagement für Menschen mit Behinderungen


© Wochenblatt

Das soziale Projekt „Christian y Manuel“ zur Unterstützung geistig behinderter Menschen stellt sich vor und sucht Unterstützer

Der Kämpfergeist und das Engagement einer Mutter haben zur Gründung eines auf Teneriffa bislang einzigartigen sozialen Verbandes geführt. Dass auf den Kanaren ein großer Mangel an therapeutischen Einrichtungen für Menschen mit geistiger Behinderung herrscht, ist für die Betroffenen ein großes Problem.

Aus dieser Not heraus hat Teresa Queipo vom TACOA in El Sauzal, die selbst einen Sohn mit Down Syndrom hat, die Initiative ergriffen und den Verband „Asociación Canaria Sociosanitaria Christian y Manuel“ gegründet. Auf einem 7.000 Quadratmeter großen Grundstück in Tacoronte, das sie von ihrem Vater Manuel geerbt hat, wurde der Grundstein für das soziale Projekt „Christian y Manuel“ gelegt. Dieses Projekt soll ihrem Sohn Christian und anderen geistig behinderten Menschen die Möglichkeit geben, ein „normales“ Leben zu führen. 

Ziel ist es, einen Ort zu schaffen, wo diese Menschen betreut werden, eine therapeutische Behandlung angeboten bekommen und positiv stimuliert werden. Die Stärkung ihres Selbstbewusstseins soll die soziale Integration erleichtern, und es sollen ihre individuellen Möglichkeiten und Fähigkeiten ausgebaut und entwickelt werden, um die Eingliederung und Bewältigung eines „normalen“ Lebens zu unterstützen.

Die seit 20 Jahren brachliegende Finca in Tacoronte soll in eine Betreuungs- und Beschäftigungsstätte verwandelt werden, wo ökologischer Gartenbau, ein kleiner Bauernhof mit Pferdestall und Reitbahn geplant sind. Letzteres ermöglicht die Durchführung der sehr erfolgreichen Pferdetherapie, die durch verschiedenste andere Therapieformen wie Musiktherapie, Lachtherapie, Logopädie, Hypotherapie, Physiotherapie, Gymnastik, Theater etc. unterstützt werden soll.

Die Einrichtung auf der Finca soll in einer ersten Phase von circa 30 Teilnehmern genutzt werden. Die Größe der Finca würde auch in der Zukunft die doppelte Zahl von betreuten Behinderten zulassen.

Vorgesehen ist der Bau verschiedener „Therapiehäuschen“, die Einrichtung einer Vollküche in einem Container, wo auch Schulungen stattfinden können, Ställe für eine ökologische Hühnerhaltung und ein kleiner Stand für den Verkauf des selbstangebauten Gemüses.Weiter ist geplant, das vorhandene Gewerbegebäude am Eingang der Finca zu einem Gebäude für betreute Wohngemeinschaften behinderter Menschen umzubauen. Das Gebäude besteht aus zwei Stockwerken, auf denen jeweils etwa 6 bis 8 betreute Menschen in 1- bis 2-Bett-Zimmern einschließlich Personal untergebracht werden können.

Finanzierung – der große Haken

Die Einrichtung wird als Basisfinanzierung die staatliche familiäre Unterstützung in Anspruch nehmen, die jedem behinderten Menschen in Spanien zusteht. Zudem soll sich die Finca durch den Verkauf des ökologisch angebauten Gemüses, Früchte, Eier, selbst hergestellter Marmeladen und anderer Produkte zu einem großen Teil selbst finanzieren. Die selbstverantwortliche Mitwirkung der betreuten Menschen bei dem Waren-Verkauf auf den Bauernmärkten ist auch wichtiger Bestandteil der Therapiekonzepte.

Eine zusätzliche Einnahmequelle kann das Angebot von Reitunterricht für Kinder außerhalb der Therapiestunden und insbesondere an den Wochenenden sein. Da die Räumlichkeiten sehr im Einklang mit der Natur und ungewöhnlich ausgestaltet werden, ist daran gedacht, sie für andere, ähnlich strukturierte Einrichtungen für Therapie-, Seminar- oder sonstige Zwecke zu vermieten.

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg, und der Erfolg des Projektes hängt auch stark von Spenden ab.

Teresa Queipos Idee und ihr aktiver Einsatz sind auf der Insel aber schon auf große Begeisterung gestoßen, und viele Menschen haben durch Spenden bereits dazu beigetragen, dass die Pläne voranschreiten, was alle Beteiligten zuversichtlich in die Zukunft schauen lässt. Teneriffas Cabildo-Präsident Ricardo Melchior hat bereitwillig die Schirmherrschaft übernommen, um dem Projekt so seine Unterstützung zu geben. Es haben auch schon erste Gespräche mit Behinderteneinrichtungen in Deutschland stattgefunden (Mosaik, Lebenshilfe), die großes Interesse daran bekundet haben, mit den kanarischen Einrichtungen in einen intensiven Austausch zu treten.

Vorerst ist die Finanzierung des Projektes jedoch oberste Priorität, denn nur so können die Pläne auch umgesetzt werden.

Benefizveranstaltungen

Benefizveranstaltungen wie die des Rotary Clubs, der das Projekt fördert, am kommenden 10. November in Puerto de la Cruz und das Motorradtreffen „Concentración benéfica de Motos“, das am 25. November ab 10.00 Uhr beim Markt von El Sauzal stattfinden wird, sollen dazu beitragen, die notwendigen finanziellen Mittel aufzubringen.

Geldspenden – ob klein oder groß – sind selbstverständlich willkommen, aber auch andere Spenden wie Möbel, Küchen- und Gartengeräte, Büromöbel, Therapieangebote, Material für die dringend notwendige Umzäunung des Grundstücks werden dringend gebraucht.

Spendenkonto bei La Caixa El Sauzal (frühere CajaCanarias)– Kto.-Nummer 2065 0079 22 1400156401

www.christianymanuel.com




Über Wochenblatt

Das Wochenblatt erscheint 14-tägig mit aktuellen Meldungen von den Kanaren und dem spanischen Festland. Das Wochenblatt gilt seit nunmehr 36 Jahren als unbestrittener Marktführer der deutschsprachigen Printmedien auf den Kanarischen Inseln.