Einmal Barranco und zurück: Die Masca-Schlucht wird wieder geöffnet

Der Weg beginnt im Besucherzentrum von Masca und führt hinunter bis zum Meer. Solange der Bootsanleger nicht benutzt werden kann, müssen Wanderer nach dem Abstieg wieder zurück zum Ausgangspunkt hinauflaufen. Foto: canary islands

Der Weg beginnt im Besucherzentrum von Masca und führt hinunter bis zum Meer. Solange der Bootsanleger nicht benutzt werden kann, müssen Wanderer nach dem Abstieg wieder zurück zum Ausgangspunkt hinauflaufen. Foto: canary islands

Ab dem 27. März darf wieder durch die Schlucht gewandert werden, vorerst allerdings nur an Wochenenden und nach vorheriger Online-Ticketbuchung

Teneriffa – Die Schlucht von Masca in Buenavista del Norte wird am 27. März wieder für Wanderer geöffnet. Dies teilte Cabildo-Präsident Pedro Martín in einer Pressekonferenz mit, bei der ausführlich über die entlang des Wanderwegs durch die Schlucht durchgeführten Arbeiten berichtet wurde.
Die Wanderung durch die Schlucht war drei Jahre lang verboten. Während dieser Zeit wurden umfangreiche Bauarbeiten zur Sicherung des Wanderwegs durchgeführt, und die Inselverwaltung hat für die Wiedereröffnung eine Reihe von Vorschriften erlassen, um in Zukunft die Sicherheit der Wanderer bestmöglich zu gewährleisten.
Die Leiterin des Inselamts für Naturgebiete und Sicherheit, Isabel García, berichtete, dass an verschiedenen Stellen des Wanderwegs neue Treppen angelegt, Geländer angebracht und Mauern gebaut wurden. Sämtliche Elemente seien aus natürlichen Baustoffen gefertigt worden, damit sie mit der Umgebung harmonieren, erklärte sie weiter. Außerdem sind einige Abschnitte des Weges mit Natursteinen gepflastert und verschiedene Informationstafeln aufgestellt worden. Im Zuge der Bauarbeiten wurde auch eine Säuberung des Barrancos von exotischen bzw. invasiven Pflanzenarten durchgeführt, um deren Ausbreitung zu verhindern.

Cabildo-Präsident Pedro Martín (M.) informierte in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Isabel García und Bürgermeister González Fortes über die für die Wiedereröffnung ergriffenen Maßnahmen. Fotos: Cabildo de Tenerife
Cabildo-Präsident Pedro Martín (M.) informierte in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Isabel García und Bürgermeister González Fortes über die für die Wiedereröffnung ergriffenen Maßnahmen. Fotos: Cabildo de Tenerife

Insgesamt hat die Inselverwaltung mehr als eine Million Euro in Masca investiert, 997.149 Euro in die Bauarbeiten entlang des Wanderwegs und 231.314 Euro in die Verbesserung des Besucherzentrums im Dorf.
Die Wiedereröffnung der Masca-Schlucht für Wanderer ab dem 27. März wird vom Cabildo als Pilot-Projekt bezeichnet, um die verschiedenen Maßnahmen, die für die Sicherheit getroffen wurden, zu testen. Da bislang keine vorläufige Genehmigung vom spanischen Küstenamt für die Nutzung des Bootsanlegers an der Mündung der Schlucht erwirkt werden konnte, ist dieser weiter gesperrt, sodass die Wanderer nach dem Abstieg wieder zurück zum Ausgangspunkt aufsteigen müssen. Das Cabildo bemüht sich allerdings um die Genehmigung für den Ausbau des Bootsanlegers, für den bereits ein Projekt vorliegt, versicherte Inselpräsident Pedro Martín. Außerdem beschäftigt sich das zuständige Amt im Cabildo mit den Plänen für eine Anlegestelle in Punta de Teno.
Der Besuch des Barranco de Masca wird vorerst nur an Wochenenden und Feiertagen möglich sein, und zwar zwischen 8.00 und 18.00 Uhr (Sommer) bzw. 8.00 und 17.00 Uhr (Winter).

Isabel García erklärte, dass für den Abstieg bis zum Strand rund zweieinhalb Stunden benötigt werden, während der Aufstieg etwa drei bis dreieinhalb Stunden in Anspruch nimmt. Somit werde die Dauer der Wanderung auf zwischen fünf und sechs Stunden geschätzt, was eine gute Kondition voraussetze. Für Kinder unter acht Jahren sei diese Wanderung nicht empfohlen, fügte sie hinzu. Pro Tag werden nicht mehr als 125 Wanderer zugelassen, die in Gruppen von maximal 25 Personen Zutritt erhalten. Eine vorherige Ticketbuchung über die neue Website www.caminobarrancodemasca.com ist für den Besuch unerlässlich. Außerdem wird Wanderern aufgrund des Parkplatzmangels in Masca nahegelegt, die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu planen.
Während der Testphase wird der Eintritt in die Masca-Schlucht noch kostenfrei sein, das Cabildo arbeitet jedoch bereits an einer Gebührenordnung. Durch das Eintrittsgeld sollen die Kosten für das Personal gedeckt werden, das ab sofort die Besucherkontrolle in der Schlucht durchführt. Am Zugang zu dem Barranco vom Besucherzentrum aus, auf halber Strecke und an der Mündung beim Strand wird je ein Kontrollposten eingerichtet.
Der Bürgermeister von Buenavista del Norte, Antonio González Fortes, der bei der Pressekonferenz im Cabildo ebenfalls anwesend war, begrüßte die Wiedereröffnung der Schlucht, gab jedoch zu bedenken, dass die bislang vom öffentlichen Busunternehmen Titsa angebotenen Verbindungen von Buenavista und Santiago del Teide nach Masca nicht ausreichend sind.

Gefährliche Abschnitte wurden abgesichert.
Gefährliche Abschnitte wurden abgesichert.

Sperrung 2018

Die beliebte Wanderschlucht vom Bergdorf Masca hinunter bis zum Meer war nach mehreren folgeschweren Unfällen im Februar 2018 für Besucher gesperrt worden. Nach einer aufwendigen Rettungsaktion von acht ausländischen Wanderern, darunter sieben Deutsche, die trotz einer Unwetterwarnung den Abstieg durch die Schlucht wagten und schließlich in der Schlucht festsaßen, verfügte die damalige Bürgermeisterin von Buenavista del Norte die Schließung aus Sicherheitsgründen. Zu diesem Schritt führten nicht nur die aufgrund der hohen Besucherzahl immer häufigeren Unfälle, sondern auch die Erkenntnis, dass viele Zwischenfälle vermeidbar gewesen wären. Immer wieder kam es wegen leichtsinniger Wanderer zu Rettungseinsätzen, denn obwohl die Masca-Schlucht in vielen Reiseführern als eines der schönsten Wandererlebnisse gepriesen wird, handelt es sich um eine anspruchsvolle Tour, die nichts für Anfänger ist. Im „Rother Wanderführer Teneriffa“ von Klaus und Annette Wolfsperger steht über diese Wanderung: „Anstrengende, häufig steile Wanderung, die Trittsicherheit und etwas Schwindelfreiheit voraussetzt. Keinesfalls bei unsicherem Wetter (Regen, Sturm) oder nach starken Regenfällen!“

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