Einigkeit über UNESCO-Antrag für Anaga


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Bewohner der fünf Ortschaften im Anaga-Massiv befürworten die Erklärung zum Biosphärenreservat

Aus dem Rathaus von La Laguna wurde dieser Tage bestätigt, dass im Einverständnis mit den Bürgervereinigungen der Ortschaften Carboneras, El Batán, Chinamada, Bejía und El Río-Cabeza Toro nun die Kandidatur des Anaga-Massivs als UNESCO-Biosphärenreservat unterstützt und befürwortet wird.

Die ersten Schritte, um einen entsprechenden Antrag bei der UNESCO zu stellen, wurden von der Stiftung „Santa Cruz Sostenible“ (Nachhaltiges Santa Cruz) bereits vor über drei Jahren eingeleitet. 77% des Anaga-Massivs liegen im Gemeindegebiet von Teneriffas Hauptstadt, wo diese Initiative ihren Ursprung hat. Die Anwohner der kleinen Ortschaften Anagas beobachteten das diesbezügliche Bestreben der Stadt lange mit Argwohn, da sie durch eine mögliche Erklärung zum Biosphärenreservat Nachteile befürchteten. Nach mehrjährigen zähen Verhandlungen haben sie sich nun bereit erklärt, den Antrag ebenfalls zu unterstützen. Dieser soll nun der UNESCO zugeleitet werden.

„Es wäre ein Gütesiegel für Anaga und eine Ehre für die ganze Insel“, jubelte Stadtdezernent Miguel Ángel González im Hinblick auf die Erklärung. Er war Wortführer der Gemeinde bei den Verhandlungen mit den Anwohnern Anagas. Nach zahlreichen Treffen und Informationsveranstaltungen in den Orten Las Carboneras und El Batán sei man nun endlich zum Konsens gekommen und werde den Antrag bei der UNESCO geschlossen vorantreiben.

Bei den Biosphären-Reservaten handelt es sich um Gebiete, deren Land oder Küste in ein besonderes Ökosystem eingeschlossen ist, und die von der UNESCO gefördert werden, um zu Modellregionen zu werden, in denen Nachhaltigkeit gelebt wird.

Teneriffa und La Gomera sind bislang die einzigen Kanareninseln, auf denen die Sonderorganisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur noch keine Biosphärenreservate ausgewiesen hat. Die Inseln La Palma, El Hierro, Lanzarote und Fuerteventura sind in ihrer Gesamtheit UNESCO Biosphärenreservate, auf Gran Canaria tragen die Reservate von Inagua und Güi-Güi den Titel.

Das grüne Paradies

Das Anaga-Massiv hat sich eine Ursprünglichkeit erhalten, die man sonst in weiten Teilen Teneriffas vergeblich sucht. Der Besucher erlebt hier Natur pur und beeindruckende Ausblicke.

1994 wurde das Anaga-Massiv zum Landschaftspark ernannt. Höchster Berg ist der Cruz de Taborno mit 1.024 m. Auf dem Massiv, das durch Nebel und Regen die feuchteste Region der Insel ist, wächst der Lorbeerwald Las Mercedes.




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