Ein Zeichen der Verbundenheit


© Wochenblatt

Hinduistische Gemeinschaft in Adeje: Beispielgebend für religiöse Toleranz

Ein Beispiel der Toleranz unter den Religionen hat die hinduistische Gemeinschaft des Hindutempels Sidhata Ashram, Anhänger des Gotts Narayan und der Göttin Laxmi, in Adeje gezeigt. Sie schenkten der katholischen Gemeinde der Stadt ein neues Kleid samt Festumhang für die Schutzheilige, die Virgen de la Encarnación.

Die Gewänder hatten sie bei Zardozi-Stickern in Kaschmir, im Norden Indiens, in Auftrag gegeben. Zardozi ist zugleich die Bezeichnung für eine handwerkliche Technik, die Stickerei mit Gold- und Silberfäden, sowie für die Handwerker, die dieses Kunsthandwerk in Indien seit vielen Jahrhunderten ausüben. Mehrere Familien in der Region Kaschmir waren ein halbes Jahr lang mit den Stickereiarbeiten beschäftigt. Zardozi-Handarbeiten sind wahre Textilkunst, und so nahm die Gemeinde Adeje das Geschenk mit Respekt und Dank an.

Die feierliche Übergabe des neuen Gewands für die Heiligenfigur übernahmen 25 Mitglieder der hinduistischen Gemeinschaft Teneriffa Süd, deren Sprecher, Rajesh Pursnani, auf den Symbolgehalt der edlen Kleidungsstücke – ein Zeichen der Verbundenheit zweier so unterschiedlicher Kulturen und Religionen – hinwies. Der katholische Pfarrer von Adeje, Honorio Campos, nahm das Geschenk entgegen und gab ihm den Segen.

Kulturdezernentin Nayra Medina sprach den indischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern von Adeje ebenfalls ihren Dank aus, und unterstrich deren aktive Teilnahme an örtlichen Festen, die nichts mit ihrer Religion zu tun haben. Sie lobte die Eingliederung der hinduistischen Gemeinschaft in die hiesige Gesellschaft und dankte für den Respekt und die Zuneigung, die sie der städtischen Schutzpatronin, der Virgen de la Encarnación, entgegenbringen. „Es ist bewundernswert, mit wie viel Freude und Hingabe sie unsere geliebte Virgen de la Encarnación verehren“, sagte Medina und erinnerte daran, dass viele Mitglieder der hinduistischen Gemeinschaft sogar an den Hauptfeierlichkeiten des Patronatsfestes wie beispielsweise der „Romería“ teilnehmen.




Über Wochenblatt

Das Wochenblatt erscheint 14-tägig mit aktuellen Meldungen von den Kanaren und dem spanischen Festland. Das Wochenblatt gilt seit nunmehr 36 Jahren als unbestrittener Marktführer der deutschsprachigen Printmedien auf den Kanarischen Inseln.