Ein trauriges Jubiläum


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Seit sechs Jahren ist die Kathedrale von La Laguna wegen Baufälligkeit geschlossen

In diesen Tagen ist es sechs Jahre her, dass die Kathedrale von La Laguna wegen schwerer Bauschäden geschlossen werden musste. Sechs Jahre in denen kein Gottesdienst gehalten und kein Besucher das his­torische Gotteshaus betreten durfte.

Ein trauriges Jubiläum also, denn noch immer hat die Zentralregierung nicht entschieden, in welchem Maße und mit welchen Mitteln die Kuppeln des Gebäudes restauriert werden können.

Es wurden bereits mehrere technische Studien angefertigt, doch keine davon konnte die Experten des Nationalen Instituts für historische Besitztümer überzeugen, und so bleiben die riesigen Gerüste weiterhin in der Kathedrale um die Gewölbe zu stützen.

Das letzte und definitive Gutachten wird im kommenden September erwartet, wenn erneut das jährliche große Patronatsfest des Christus von La Laguna stattfindet. Dann, so hoffen das bischöfliche Amt und die kanarischen Verwaltungsstellen, kann mit den Arbeiten begonnen werden, die schon viel zu lange verzögert wurden.

Nach einer Zusammenkunft des Verwaltungsamtes der Kathedrale und des Nationalen Amtes für Historische Besitztümer im Mai hatte man sich darauf geeinigt, definitiv die Studie über den Zustand der Kuppeln der Kathedrale zu akzeptieren, die vom Institut Eduardo Torrojo vorgelegt werden soll. Es geht darum, ob die Kuppeln restauriert werden können oder komplett ersetzt werden müssen. Von diesem Moment an wird der gesetzlich vorgeschriebene Weg beschritten um das Projekt in die Wege zu leiten.

Das Institut hatte sich bereits in einem früheren Gutachten nach eingehenden Analysen der Bausubstanz dafür ausgesprochen, die gesamte Dachkonstruktion der Kathedrale abzureißen, weil die innere Zersetzung des Betons unaufhaltsam voranschreitet. Schon immer hatte man darauf hingewiesen, dass die Korrosion der Eisenstruktur weit fortgeschritten ist und es kein Mittel gibt, etwas dagegen zu unternehmen. Schon im Dezember 2005 hatte sich das Institut Torroja für einen Abriss der Gewölbe ausgesprochen, doch hatten die Madrider Behörden es für notwendig gehalten, eine neue Untersuchung in Auftrag zu geben, die im September die endgültige Entscheidung herbeiführen wird.




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