Ein Solarflugzeug von Teneriffa


© ITER

Der vom ITER entwickelte Prototyp ist schon erfolgreich geflogen

Auf dem Innovationsforum, das Ende April in der Kongresshalle Santa Cruz stattfand, stellte das ITER-Forschungsinstitut erstmals eines seiner Sonderprojekte der Öffentlichkeit vor: ein funktionierendes Solarflugzeug.

Die Tragflächen sind überzogen mit einkristallinen Solarzellen, die in großer Höhe bis 500 Watt leisten, für den Antrieb ist ein 400 W-Elektromotor mit einem 1,30m-Propeller eingebaut. Für den Flug bei Dunkelheit wird die Energie in Lithium-Polymer-Akkus gespeichert. Gesteuert wird es per Funk oder durch einen Autopiloten mit GPS-System. Alle Flug- und Wetterdaten werden ständig über Funk an die Bodenstation(en) übermittelt.

Die ersten Probeflüge zeigten, dass es möglich ist, ein unbemanntes Flugzeug sehr lange in der Luft zu halten, da es mit Sonnenlicht „aufgetankt“ wird. Das ist hochinteressant für Beobachtungen wissenschaftlicher, ziviler oder militärischer Art, denn als Nutzlast lassen sich z.B. Kameras einbauen. An derartigen Fluggeräten wird in vielen Ländern geforscht, doch den Technikern des ITER ist ein besonders leichtes Modell gelungen: Trotz 6,30 m Spannweite wiegt es nur 3,5 kg, dank der Leichtbauweise aus Karbonfasern, Kevlar und Epoxidharz.

Doch die Techniker, die mit der Abteilung für Luftfahrttechnik am Polytechnikum der Madrider Universität zusammenarbeiten, ruhen sich nicht auf dem Erfolg aus.

Das nächste Modell ist schon in Planung und soll 20 m groß werden, 180 kg wiegen und dank fünf hocheffizienter, bürstenloser Motoren 140 km/h und eine viel höhere Nutzlast erreichen. Dazu wird eine neue Generation von Solarzellen eingesetzt, wie sie u.a. am Fraunhofer-Institut in Deutschland entwickelt werden, deren Effizienz mit über 30 % weit über der der jetzigen Zellen liegt, die nur 18,3 % des Lichtes in Strom umwandeln können. Außerdem kommen als Energiespeicher neuartige Lithium-Schwefel-Akkus zum Einsatz, die bei weniger Gewicht mehr Strom speichern können. Für internationales Interesse ist damit gesorgt.




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