Ehrendoktor für Schuh-Guru


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Universität La Laguna vergibt Ehrentitel

Die Universität La Laguna hat zwei Persönlichkeiten die Ehrendoktorwürde verliehen, deren Verdienste ganz unterschiedlicher Art sind.

Am 11. Mai fand im Festsaal der Universität die Verleihung der Ehrendoktorwürde an den aus Großbritannien stammenden Astrophysiker John Beckman und an den weltbekannten Schuhdesigner Manolo Blahnik statt. Während der von La Palma gebürtige Blahnik nach London ging, um von dort aus mit seinen Schuhkreationen die Welt zu erobern, kam Beckman von Großbritannien nach Teneriffa, um sein Wissen und seinen Forschergeist in den Dienst des Astrophysikalischen Instituts der Kanaren zu stellen. So sind die Kanarischen Inseln für beide Würdenträger auf die eine oder andere Weise Heimat geblieben bzw. zur Heimat geworden. Mehr Parallelen gibt es zwischen der Arbeit von Beckman und Blahnik wohl kaum.

„Die Astronomie ist eine Wissenschaft, die uns Demut lehrt“

John Beckman (Leeds, 1941) studierte theoretische Physik in Oxford und kam 1984 als Koordinator der Abteilung Forschung des Astrophysikalischen Instituts der Kanaren (Instituto de Astrofísica de Canarias, IAC) nach Teneriffa und hat seither an den verschiedensten wissenschaftlichen Forschungsprojekten mitgewirkt. 1991 wurde er spanischer Staatsbürger und änderte seinen Namen offiziell in Juan Esteban Beckman Abramson. Die Astronomie faszinierte ihn von Kindesbeinen an. „Es war die Inspiration meines Lebens. Schon als Kind fragte ich meine Mutter, was diese leuchtenden Punkte im Himmel sind“, erklärte er in seiner Dankesrede und fügte hinzu: „Die Astronomie ist eine Wissenschaft, die uns Demut lehrt und uns mit Stolz erfüllt, weil wir mit unseren Instrumenten die Grenzen des Universums erkunden.“

Der „Schuhzeichner“

Manolo Blahnik (1942, Santa Cruz de La Palma) sah schon als kleiner Junge seiner Mutter zu, die von Schuhmachermeister Cristino das Handwerk lernte und aus Mangel an Material Schuhe aus alten Kleidern aus den 30er-Jahren anfertigte. Seine künstlerische Ader wurde schnell erkannt, und nach den ersten Schuhentwürfen für eine Londoner Boutique in den 70er-Jahren begann eine brillante Karriere als Schuhmode-Designer, obschon sich Blahnik selbst lieber bescheiden als „Schuhzeichner“ beschreibt.

Heute erinnert sich der weltberühmte Schuh-Guru an seine Kindheit auf La Palma „wie ein poetischer Traum, bevor die Autos und das verfluchte Fernsehen kamen“. Auch andere Seiten des Fortschritts widerstreben dem 73-Jährigen, so zum Beispiel die neue Art der Modenschauen „mit grauenhafter Musik auf dem Laufsteg“, gibt er zu. Nicht einmal die TV-Serie „Sex and the City“, die mit Schauspielerin Sarah Jessica Parker als Trägerin seiner „Manolos“ zur Steigerung seines kommerziellen Erfolgs beitrug, kommt heil davon. „Die Serie ist frivol und veraltet“, lautet sein knapper Kommentar. 

In seiner Dankesrede erklärte Blahnik: „Obwohl ich unendlich dankbar für diese Auszeichnung bin, kann ich diese Großzügigkeit kaum fassen, denn mein Handwerk ist das Zeichnen von Schuhen, und ich habe deshalb eine so hohe Auszeichnung kaum verdient.“

Heute umfasst das (bisherige) Lebenswerk des wohl einflussreichsten Schuhmodeschöpfers der Welt über 30.000 Modelle – Markenzeichen hohe Absätze, von denen er je ein Paar in seinem Haus im englischen Bath hat. Eine geplante Wanderausstellung, die sein Schaffen in 47 Jahren zeigt, soll auch Spanien besuchen.




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