Durch Leid ans Licht: Heilerin durch Gottes Gnade


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Gespräch mit der Heilerin Gertrudis Kohr

Immer wieder tauchen in den Medien Berichte über Menschen auf, die über außergewöhnliche Heilkräfte verfügen. Zahllose Menschen begeben sich hoffnungsvoll in die Hände von sogenannten Heilern, geben dafür oft die medizinische Behandlung von schweren Krankheiten auf. In den allermeisten Fällen ist die Hoffnung auf Wunderheilung vergeblich.

Die Zeitschrift „P.M. Welt des Wissens“ schreibt im Juni 2004 zum Thema „Wunderbare Heilungen“, dass es ganz offensichtlich drei Arten von Überlebensstrategien sind, die zum Erfolg führen: 1. Die Kämpfer (z.B. Lance Armstrong), die ihre ganze Energie mobilisieren und denen jedes Mittel recht ist, von der Chemokeule bis zur Meditation. 2. Die Gottesgläubigen, die nicht klagen, sondern das Leid als Prüfung annehmen: „Gott hat mir die Krankheit gegeben – und Er wird sie auch wieder von mir nehmen.“ 3. Die Umsteiger, für die die Erkrankung ein Anlass ist, das Leben radikal zu ändern und zu sich selbst zu finden.

Im deutschen Fernsehen (hr) wurde unlängst eine Sendung gebracht, in der es um sogenannte Spontanheilungen ging. Damit ist gemeint: Heilungen in hoffnungslosen Fällen, was die Schulmedizin vor unlösbare Rätsel stellt. Einer der Mediziner sagt im Verlauf der Sendung: „So gesehen können wir da schon von einem Wunder sprechen.“ Das Video ist über den Internet-Link http://http://www.hr-online.de/website/fernsehen/sendungen/index.jsp?key=standard_document_33826822“ target=“_blank“ rel=“nofollow“>www.hr-online.de/website/fernsehen/sen“>http://www.hr-online.de/website/fernsehen/sendungen/index.jsp?key=standard_document_33826822 zu sehen und kann auch als DVD-Mitschnitt der Sendung unter folgender Adresse bestellt werden: HR-Fernsehen, Archivservice, Postfach, 60222 Frankfurt/M, e-mail: archivservice@hr-online.de 

   

Da sich Teneriffa in den alternativen Insider- und Esoteriker-Kreisen seit Jahren immer stärker den Ruf erwirbt, ein besonders heilkräftiges und energiestarkes Potenzial zu besitzen, ist das Wochenblatt der Frage nachgegangen. Wir haben Gespräche mit Heilern, mit einem Craneo-Sakral-The­rapeuten, einem Arzt und einem Geistlichen zu diesem Thema geführt. Was dabei herauskam, lesen Sie in unserer 5-teiligen Serie.

„Was mache ich denn eigentlich für einen Eindruck auf Sie?“, fragt sie gegen Ende unseres Gesprächs. Ja, welchen Eindruck macht Gertrudis Kohr auf ihre Mitmenschen? Zweifellos einen ungewöhnlichen. Sie lächelt verschmitzt: „Manche sagen, ich mache ihnen Angst, ich sei ja eine Hexe.“ Nun, falls sie denn eine Hexe ist, dann zweifellos keine furchteinflößende.

„Ich bin die glücklichste Frau der Welt!“, sagt sie dann auch freudestrahlend. „Ich empfange so viel Liebe von oben, da kann man doch gar nicht anders als glücklich sein.“

1939 im westfälischen Lipp­stadt geboren, zog die Familie kriegsbedingt nach Linz am Rhein, wo sie trotz der Kriegs- und Nachkriegswirren und der dadurch bedingten Lebensmittelknappheit eine harmonische Kindheit verbrachte. Sie wollte gern an die Kunstakademie, doch konnten ihre Eltern sich das teure Studium nicht leis­ten. So machte sie dann eine Ausbildung zur Industriekauffrau, um später einmal die Polsterei ihres Vaters zu übernehmen. Mit 20 lernte sie ihren späteren Mann kennen, mit dem sie zwei Söhne hat. Bis dahin verlief ihr Leben völlig normal, nichts Ungewöhnliches zeichnete sich ab. Bis sie dann mit 29 Jahren während eines Krankenhaus­aufenthaltes einen dreifachen Infarkt erlitt: akutes Herz-, Hirn- und Lungenversagen. Bevor sie ins Koma fiel, galt ihr letzter Gedanke ihren beiden noch kleinen Söhnen: Die brauchten ihre Mutter doch noch so sehr.

Als sie von den Ärzten wieder ins Leben zurückgebracht worden war, hatte sich ihr Leben drastisch verändert. Sie lacht beim Erzählen: „Ich musste erst meinen Verstand verlieren, um zur Wahrheit zu kommen.“ Und fügt ganz offen hinzu: „Seit dem Gehirninfarkt arbeiten nur noch 30% meines Hirns. Deshalb vergesse ich auch so viel.“

Mehr über die geheimnisvollen Kräfte erfahren

„Aber“, fügt sie hinzu, „ich habe viel wertvollere Erkenntnisse gewonnen, auf der spirituellen Ebene.“ Die war ihr durch ihre erzkatholische Familie ohnehin in die Wiege gelegt. Sie liebte es, in die Kirche zu gehen, war entsetzt über den gekreuzigten Chris­tus, den sie als Kind immer am liebsten vom Kreuz genommen und getröstet hätte. „Als Kind schon“, sagt sie, „war ich immer sehr mitfühlend und hatte viel Mitleid mit den anderen.“ Ein gravierendes Kindheitserlebnis ist ihr ganz prägnant in Erinnerung: „Einmal, in der Kirche glaubte ich zu sehen, wie der Tabernakel sich öffnete und Jesus in Erscheinung trat. Schon damals habe ich eine ganz intensive Verbindung gespürt.“

Der Wunsch, mehr über die geheimnisvollen Kräfte zu erfahren, die da walten, trieb sie dann in den 70er und 80er Jahren nach Düsseldorf, damals, wie sie sagt, spirituelle Hauptstadt Deutschlands. Dort hat sie dann mehr über spirituelle Heilverfahren gelernt und erfahren. Dort hörte sie in diesen Kreisen dann auch von Teneriffa, wo es angeblich mehr Jesuserscheinungen als auf der ganzen Welt gibt. Da musste sie hin. So buchte sie einen Flug und ließ sich von mehreren Frauen zu einem spirituellen Ort in den Bergen führen. „Dort“, so sagt sie und lächelt ernst, „ist mir dann Jesus erschienen. Er stand übergroß da und nickte mir liebevoll zu. Ich fiel zu Boden und weinte, weinte, weinte. Zum Schluss waren meine Bluse und meine Hose ganz nass von meinen Tränen. Ich dachte, ich würde sterben und war ganz glücklich dabei. Ich war im Hafen der Liebe angekommen.“ Die anderen Frauen seien weggelaufen, weil sie schemenhaft etwas gesehen hatten und die starke Energie nicht aushalten konnten. Nach den Namen der Frauen gefragt, zuckt sie hilflos mit den Schultern: „Ich weiß es beim besten Willen nicht mehr. Ich habe diese Frauen sonderbarerweise nie wiedergesehen.“

Danach war für sie klar, dass sie sich auf Teneriffa niederlassen würde. Nun pendelt sie zwischen Deutschland und der Insel hin und her. „Ich nehme alles von Gott an. Auch das Leid bringt mich weiter, denn Leid ist der schnellste Weg zur Vollkommenheit.“ Nicht, dass sie sich jetzt als vollkommen betrachtet, aber: „Ich bin in meiner Mitte.“

„Alles, was ich habe, ist mir von Gott gegeben. Nein, ich kann nicht heilen. Gott heilt die Menschen, ich bin nur sein Kanal. Wenn ich jemanden heilen möchte, dann bitte ich Gott um Heilung und Hilfe. Ich habe keine feste Arbeitsmethode. Ok, wenn jemand zu mir kommt und um Heilung bittet, versuche ich zuerst, seine Chakren zu öffnen, um Blockierungen aufzulösen. Wenn es dran ist, dann werde ich zum Kind und bitte Gott, diesem kranken Menschen zu helfen. Was ich dann tue, geschieht rein intuitiv. Ich weiß das vorher nicht.“

„Demut ist ganz wichtig!“

Sie schildert einen kürzlichen Fall: „Das war ein 90-jähriger Anwalt, der erblindet war. Ich war zu einem Essen in seinem Haus eingeladen, und die Frage kam auf, ob ich ihn heilen könnte. Ich war ganz sicher und sagte ja, bin zu ihm gegangen und habe meine Hände auf seine Augen gelegt und dabei ganz tief gebetet. Ich weiß nicht, wie lange ich meine Hände auf seinen Augen hielt, ich war wie in Trance. Irgendwann wusste ich dann, jetzt ist es genug, und ich habe die Hände fortgenommen. Als der Mann die Augen öffnete, rief er: Ich kann wieder sehen! Das war ein wunderbares Erlebnis für mich, ich hätte weinen können vor Glück.“

Nach dem Namen des Anwalts gefragt, sagt sie wieder: „Ich weiß es nicht mehr, ich habe das vergessen. Aber Dr. Heinsch war dabei, der kann die Geschichte bestätigen.“

Sie berichtet auch von dem jungen Mann, der Krebs in der Endphase hatte. Keiner hat damals mehr einen Pfifferling für sein Leben gegeben. Den hat sie auf der Plaza von Puerto de la Cruz geheilt. Das ist jetzt fünf Jahre her. Und wieder: „Dr. Heinsch kann das bestätigen.“

Sie erzählt von den Begegnungen mit einem einheimischen Heiler, der bis zu seinem Tod vor wenigen Jahren in Alcalá gelebt hat. Der hatte ihr bei der ersten Begegnung gesagt: „Ich werde einmal sehr krank werden, und dann werde ich dich rufen, du wirst kommen, egal wo du bist, und mich heilen.“ Jahre später erkrankte er an Augenkrebs, sollte nach Madrid in die Klinik. Auch ihm hat sie die Hände aufgelegt, drei Tage später war der Krebs weg, und Madrid wurde abgesagt.

„Ach, ich habe so viele Menschen geheilt“, sagt sie. „Ich hätte mir das alles aufschreiben sollen, aber so habe ich das alles schon wieder vergessen.“

Sie sagt: „Demut ist ganz wichtig. Nicht ich heile, der Allmächtige allein kann heilen. Ich bin ja nur sein Instrument. Und ich bin immer froh, wenn ich helfen kann.“

Gibt es denn auch Fälle, wo sie nicht helfen kann? „Ja, das gibt es schon. Das passiert, wenn die Chemie zwischen mir und dem Hilfesuchenden nicht stimmt. Dann bete ich ganz fest darum, dass derjenige einen anderen Heiler findet, der ihm helfen kann. Ich sage dann: Du wirst einen besseren finden, als ich es für dich bin.“

Und ist es denn notwendig, dass der Hilfesuchende an die Heilung glaubt? „Nein“, sagt sie, „ich habe auch schon Menschen geheilt, die nicht daran geglaubt haben.“

Sie hat sich daran gewöhnt, von vielen Menschen be­lächelt zu werden. Das sei so eine  Modeerscheinung, sagen die Zweifler, das sei ja jetzt total in. „Mode“, sagt Gertrudis Kohr dazu, „Mode sind bei mir Klamotten, aber nicht das Heilen.“

„Was ich tue, tue ich um der Liebe willen“

„Wenn ich heile“, sagt sie, „dann muss ich den ganzen weltlichen Krempel fallenlassen, dann nehme ich mich selbst nicht mehr wahr. Ich bin dann wie ferngesteuert. Wer heilen will, muss sein Ego kleinmachen. Ich bete dann ganz fest und lege alles in Got-tes Hände: So wie Du es willst, so soll es auch geschehen.“

Sie arbeitet auch mit Fotos, macht also auch Fernheilungen.

Ist das nicht schwieriger als direkt mit dem Kranken zu arbeiten? „Nein“, sagt sie. „Für mich ist das genau dasselbe.“

Und sie strahlt wieder vor Glück: „Ich bin Gottes geliebtes Kind. Gott hat mich in seiner besten Laune erschaffen!“ Ihr Rat an alle Menschen: Liebe dich selbst, dann liebt dich Gott. Sie meint damit natürlich nicht den Egoismus, sondern die gesunde Eigenliebe.

„Die Liebe“, sagt sie versonnen, „die Liebe wird viel zu wenig beachtet. Da sprechen die Leute stundenlang über Kriege, Katastrophen, Fußball und weiß ich was. Aber über die Liebe sprechen sie nicht. Dabei ist sie das Wichtigste, das Höchste überhaupt. … »Und wenn ich weissagen könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, also dass ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts.« (Matth., 7,22). Die Liebe ist die größte Macht der Welt.“

Gertrudis Kohr macht einen großen Unterschied zwischen materiellen und spirituellen Dingen. Sie nimmt kein Geld für ihre Hilfe. „Das sollte man nicht vermischen. Ich habe mein Auskommen, und meine Gaben wurden mir von Gott geschenkt, damit ich sie weitergebe. Was ich tue, tue ich um der Liebe willen.“

 

(Der Verfasser ist der Redaktion bekannt.)

Lesen Sie in der nächsten Ausgabe unser Interview mit Dr. Detlef Heinsch „Ganzheitlich heilen heißt: Körper, Geist und Seele ins Gleichgewicht bringen“.

Persönliche Erfahrungen

Meine Schwester brachte mich zu Gertrudis. Sie sagte, sie habe da eine sehr interessante Frau kennengelernt, die ich unbedingt treffen müsste. Wir verabredeten uns zum Abendessen. Ich hatte keine Ahnung, wer Gertrudis ist und was sie tut. Im Verlauf des Gesprächs fiel dann das Stichwort „Telefonseelsorge“. Aha, dachte ich, das macht sie also. Na, das brauche ich nun gar nicht, denn wenn ich seelsorgerischen Beistand brauche, habe ich von zwei Geistlichen allen Support, den ich brauche. Ziemlich spät nach dem Abendessen kam dann heraus, dass Gertrudis Heilerin ist. Sie berichtete von spektakulären Spontan-Heilungen, die sie durchgeführt hat.

Ich habe Krebs. So verstand ich nun endlich, warum meine Schwester mich und Gertrudis zusammengeführt hat. Ich wollte mich natürlich gern auf eine Behandlung von ihr einlassen, denn wer wäre nicht gern ganz schnell vom Krebs befreit? Ich wünschte mir von ihr also eigentlich, dass sie mich durch ihre Kraft heilen sollte. Aber sie sagte, das sei nicht dran. Ich müsse selbst an mir arbeiten und mich ins Gleichgewicht Körper-Seele-Geist bringen, dann würde der Krebs auch verschwinden. Dazu gab sie mir einige Tipps. Nun arbeite ich daran. Schaden kann es ja nicht. Und ich nehme natürlich weiterhin meine Medikamente ein. So wird nicht wirklich klar sein, ob ich mich selbst durch Gertrudis’ Ratschläge heile oder ob es die Medikamente sind. Ich bin trotzdem sehr gespannt, auf das, was daraus wird, und gleichzeitig auch enttäuscht, weil so eine spontane Wunderheilung doch viel bequemer gewesen wäre. Aber die Wunder kommen offensichtlich nicht so, wie man selbst sich das wünscht.

(Der Verfasser ist der Redaktion bekannt.)




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