Die Zahl der Menschen, die in Armut leben, stieg in Spanien auf 26,4%


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Die Armut schreitet in Spanien mit Riesenschritten voran. Allein in den letzten fünf Jahren hat sich die Zahl der Personen, die aufgrund der schrecklichen Wirtschaftskrise unter der Armutsgrenze leben, um sage und schreibe 142% erhöht und beträgt im nationalen Durchschnitt 26,4% der Bevölkerung.

Im Klartext bedeutet das, jeder vierte Spanier lebt in prekären Verhältnissen. Dabei existieren erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen: In Andalusien, Extremadura und auf den Kanaren ist die Not in der Bevölkerung am größten. Hier liegt der Prozentsatz bei fast 35%.

Der Verband der Vermittler von Zeitarbeit hat eine Studie durchgeführt, um den Absturz bzw. die Zerstörung des Lebensminimums der Bevölkerung zu ermitteln. Dabei wurden die Arbeitslosendaten und die Inflationsraten miteinander „gekreuzt“. Diese Berechnungen haben ergeben, dass sich die Zahl der Armen in den letzten fünf Jahren um 142% erhöht hat. Im Jahr 2005 lebten etwa 10,89% der spanischen Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Ganz eindeutig ist der ernorme Verlust von Arbeitsplätzen der Grund für die zunehmende Armut und nicht etwa die Preiserhöhungen. Im vergangenen Jahr stieg die Arbeitslosigkeit um 3,15 Punkte, die Inflation dagegen verminderte sich um 1,53 Punkte.

In Spanien hat die hohe Arbeitslosigkeit zu der größten Misere unter allen 27 EU-Ländern geführt. Sie liegt 13 Punkte über dem EU-Durchschnitt von 13,5%. Hinter Spanien liegt  noch Griechenland mit 24,1%, gefolgt von Lettland, Portugal, Litauen mit jeweils rund 18%. Holland, Malta, Österreich und Deutschland haben die geringste Armutsrate von jeweils unter 9%.

Wie bereits eingangs erwähnt, existieren auch unter den verschiedenen autonomen Regionen erhebliche Unterschiede, was die Armut der Bevölkerung betrifft. Hier liegt Andalusien mit 34,8% auf dem traurigen ersten Platz, dicht gefolgt von Extremadura mit 33,8% und den Kanaren mit 33,7%.Weit über dem nationalen Durchschnitt liegen auch die Balearen, wo 29,8% der Menschen unter der Armutsgrenze leben, dahinter Valencia (29,3%), Kastilien-La Mancha (29,2%) und Murcia mit 28,7%.

Es gibt jedoch auch Regionen, wo die Lebensverhältnisse der Menschen wesentlich besser sind. Im Baskenland beispielsweise leben (nur) 15,5% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Ähnlich positiv sind die Daten in Navarra (18,6%), in Kantabrien und Aragonien wo sie bei 20%, also wesentlich unter dem nationalen Durchschnitt liegen.

Was die Entwicklung der Armutsdaten in Spanien betrifft, so haben sich die Verhältnisse lediglich in zwei autonomen Regionen gegenüber dem Jahr 2011 verbessert, in Murcia und Aragonien ging der Prozentsatz jeweils um ein „Pünktchen“ zurück. In allen anderen Regionen stieg die Armut unter der Bevölkerung zwischen 3 und 5%.

Musik gegen die Armut

Eine Spende von mehr als 16.000 Euro konnten Cabildo-Präsident Ricardo Melchior und die Regionaldirektorin des Rundfunksenders Cadena Ser, Lourdes Santana, an Repräsentantinnen des sozialen Speisesaals La Milagrosa, und der Kindertagesstätte Padre Laraña übergeben. Sor María del Carmen leitet das Haus des katholischen Ordens in der Calle La Noria in Santa Cruz, wo obdachlose und bedürftige Menschen mit Essen und Kleidung versorgt werden, und ist mangels offizieller Unterstützung ständig in Geldnöten. Ana Maria Parache ist Präsidentin der Organisation, welche die Tagesstätte für rund neunzig bedürftige Kindern im Ortsteil Ofra von Santa Cruz betreibt. Auch dort herrscht ständig akuter Geldmangel und der Scheck des Cabildos war auch hier eine große Hilfe, denn der Betrieb dieser sozialen Einrichtung kostet etwa 250.000 Euro jährlich und muss vorwiegend aus Spenden aufgebracht werden. Das Zentrum Padre Laraña wird übrigens auch von unserer Spendenaktion „Aus Geben wächst Segen“ unterstützt.

Die großzügige Zuwendung des Cabildos und der Cadena Ser resultiert aus der Gala mit der Preisverleihung der „Premios Cadena Dial 2012“ einer der bekanntesten spanischen Musiksendungen, die vergangenen März im Auditorium Adán Martín in Santa Cruz stattfand. Die Eintrittsgelder aus dieser Veranstaltung, bei der berühmte Künstler aus dem spanischen Sprachraum ausgezeichnet wurden, gingen jetzt in Form von Spendenschecks an die beiden Hilfsorganisationen.

Auch unsere bescheidene Spendenaktion „Aus Geben wächst Segen“ konnte sich wieder über Zuwendungen freuen. Unser Leser Hermann Schaedle aus Deutschland hat eine Spende auf unser Konto überwiesen und Herr Walter Giesswein aus Innsbruck, auch als der Trachtenkönig bekannt, hat im Krombacher Bistro in Playa de las Américas seinen achtzigsten Geburtstag gefeiert und sich von seinen Gästen Geldgeschenke für die Wochenblatt-Aktion gewünscht. Sage und schreibe 300 Euro kamen zusammen. Allen ein herzliches Dankeschön.

Was bisher mit den Spendengeldern geschah

Alle Spenden kommen voll den verschiedensten hier ansässigen Hilfsorganisationen zugute. Dafür bürgt die nunmehr in 30 Jahren bei seinen Lesern erworbene Reputation des Wochenblatts. Das Sonderkonto bei der Solbank wird gebührenfrei geführt. Kein Cent für Verwaltungsaufwand oder dergleichen wird von Ihren Spenden abgezweigt.

Bevor eine Hilfsorganisation vom Wochenblatt gefördert wird, unterhält man sich eingehend vor Ort mit den Verantwortlichen und macht sich ein Bild über deren Ziele, Arbeitsweise und Effektivität. Darüber wird in allen Wochenblatt-Ausgaben berichtet.

Spendenempfänger:

„La Mesa“, Puerto de la Cruz und San Isi­dro/­ Granadilla (12/09, 02/10, 03/10) Euro 7.300

Servicio Social Adeje (12/09) Euro 2.500

Sozialer Speisesaal „Hijas de Caridad“, Santa Cruz de Tenerife (02/10, 05/10, 12/10, 07/11, 01/12, 12/12) Euro 15.000

Fundación „Candelaria Solidaria“ (02/10) Euro 1.000

Kinder-Tageszentrum Padre Laraña, Santa Cruz de Tenerife (04/10, 11/10, 12/10, 04/11, 09/11, 01/12, 04/12, 12/12, 01/13, 03/13) Euro 18.069,19

Caritas Puerto de la Cruz (06/10, 08/10, 01/11, 10/11) Euro 3.000

Sozialer Speisesaal „San Pío X“, Santa Cruz de Tenerife (09/10, 01/13) Euro 4.500

Caritas Teneriffa (03/11) Euro 3.000

Sozialer Speisesaal „Casa de Acogida María Blanca“, Puerto de la Cruz (8/11, 01/12, 9/12, 12/12, 03/13) Euro 7.660

Caritas „Virgen de los Dolores“, Puerto de la Cruz (01/12, 09/12) Euro 1.750

Caritas Los Cristianos (02/12) Euro 2.000

Sozialer Speisesaal „San Vicente de Paul“, La Laguna (05/12, 12/12) Euro 3.500

Gemeinde-Hilfsstellen in Puerto de la Cruz: „Virgen de los Dolores“, „San Juan de Padua“, „La Candelaria“ und „Peña de Francia“ (12/12) zusammen Euro 2.000

Kinder-Tageszentrum in La Vera (1/13) Euro 1.019,03

Vier Hilfsstellen der Caritas, Puerto und Umgebung, (3/13) zusammen Euro 2.000

Einladung zum Mitmachen

Die Idee ist ganz einfach: Sie spenden einen Einmalbetrag oder sagen zu, monatlich ein Jahr lang, „Überwinterer“ vielleicht auch nur ein halbes Jahr lang, einen festen Betrag auf das Sonderkonto unserer Gemeinschaftsaktion „Aus Geben wächst Segen“ bei der Sol Bank einzuzahlen. Bankdirektor Don Emilio Bas Castells führt dieses Konto für uns kos­tenlos. Das Wochenblatt garantiert, dass jeder Cent von diesem Konto ohne Abzug Hilfsorganisationen auf Teneriffa zugute kommen wird. Von der Organisation, die Ihr Geld erhalten hat, bekommen Sie auf Wunsch eine Spendenbescheinigung. Als Vorbild für mögliche weitere Spender zur Nachahmung werden im Rahmen des „Spendenbarometers“ die Namen der Mitmachenden, sowie Höhe der Beträge in jeder Wochenblatt-Ausgabe veröffentlicht. Sie können sich dazu auch einen „Mitmachnamen“ ausdenken, unter dem Ihre Gabe genannt wird.

Machen Sie mit…

Wenn auch Sie bei unserer Aktion „Aus Geben wächst Segen“ mitmachen wollen, überweisen Sie bitte Ihre Spende auf das unten genannte Konto. Alternativ nehmen wir auch gerne Ihren Scheck oder Bargeld in unserem Büro in Puerto de la Cruz entgegen.

Spendenkonto bei der Solbank: 00810403340001185625

IBAN: ES1400810403340001185625

BIC: BSABESBB

Das Online-Spendenformular finden Sie hier: