Die Wirtschaft in Spanien wächst – die Armut aber auch


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Spanien stand noch vor drei Jahren finanziell vor dem Abgrund. Ein rigoroser Sparkurs und einschneidende Strukturreformen sollen inzwischen die Wende gebracht haben. Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Diese Sparmaßnahmen und Reformen haben zu folgenschweren Veränderungen in der spanischen Gesellschaft geführt. Arbeitnehmer, die zu Niedriglöhnen beschäftigt werden oder solche mit kurzfristigen Verträgen, mussten die Hauptlast der angeordneten Lohnkürzungen tragen und somit ist eine neue Unterschicht in Spanien entstanden. Wie der Internationale Währungsfonds im Rahmen einer Studie festgestellt hat öffnet sich die Lohnschere in keinem EU-Land so weit wie in Spanien, was auch die Ursache für  soziale Spannungen werden könnte.

Demgegenüber hat Präsident Rajoy bei einer Anhörung im Abgeordnetenkongress erklärt, die Armut in Spanien sei rückläufig. Dabei zitierte er einen Bericht von Eurostat aus dem hervorgeht, dass nach vier Jahren ständigen Ansteigens der Armutszahlen, Ende 2013 die Wende eingetreten ist und  der Trend sich 2014 fortgesetzt habe. Mit diesen Fakten hatte der Präsident Cayo Lara, dem Vertreter der Vereinigten Linken IU geantwortet, der Rajoy die Armutssituation in Spanien vorgehalten hatte. Diverse Sparmaßnahmen, wie die Arbeitsreform, seien die Ursache dafür. Anlass für die Anfrage im Parlament war die Veröffentlichung „Der Stand der Armut in Spanien“ durch das Nationale Statistikinstitut INE, die besagt, dass 27,3 Prozent der Bevölkerung oder 12,8 Millionen Personen von Armut und Ausgrenzung betroffen sind.

Der linke Politiker stellte Rajoy die Frage, ob es für ihn dringender sei, einen Pakt gegen den Dschihad zu unterschreiben als einen gegen die Armut, wenn die Daten eindeutig nicht nur das enorme Ausmaß dieses Problems zeigen, sondern auch die offensichtliche Augenwischerei der Regierung, wenn von Erholung und Anstieg der Wirtschaft die Rede ist.

„Ich hatte von Ihnen einen Dringlichkeitsplan zur Bekämpfung der Armut für  Langzeitarbeitslose erwartet, die keine Unterstützung mehr erhalten, sowie die Rücknahme der Arbeitsrechtsreform. Wenn Sie das nicht tun, wird es eine andere Regierung mit einer anderen parlamentarischen Mehrheit machen müssen“, hielt Lara dem Regierungschef vor. Er wies auch auf die nach wie vor erschreckend hohen Arbeitslosenzahlen hin, vor allem bei den Jugendlichen.

Schon seit einigen Jahren bezeichnen spanische Politiker aller Parteien die hohe Jugendarbeitslosigkeit als eines der größten Probleme des Landes. Dennoch geschah relativ wenig. Die Regierung in Madrid beschloss im Juli letzten Jahres Hilfen für Unternehmer die junge Menschen einstellen. Politiker aus Deutschland warben in Spanien für die Übernahme des deutschen Systems der dualen Berufsausbildung. Doch die Gepflogenheiten des spanischen Bildungssystems verhinderten bislang, dass sich diese Idee in größerem Umfang durchsetzen konnte.

Ohne Privatinitiativen gehts nicht

Die Stiftung Telefónica hat ihre Mitarbeiter auf den Kanarischen Inseln ermuntert, bis zum 18. Februar mindestens 10.000 Kilo Lebensmittel zu spenden, die der Lebensmittelbank und dem Sozialdienst „Acogida y Desarollo“ zur Verfügung gestellt werden sollen. Das wurde kürzlich in einem Rundschreiben mitgeteilt. Die Mitarbeiter der Gesellschaft sollen nach ihren Möglichkeiten dazu beitragen, den Familien, die sich durch die Wirtschaftskrise in einer schwierigen Situation befinden, beizustehen. Außerdem würden Aktionen dieser Art den Teamgeist fördern, der über die tägliche gemeinsame Arbeit hinausgehe und zeigen soll, dass alle im Unternehmen zusammenstehen. Für diese Aktion hat Telefónica mit der Supermarktkette Hiperdino ein Abkommen getroffen, damit die Lebensmittelspenden in den Supermärkten der Kette gesammelt werden um sie später an die Lebensmittelbanken auszuliefern.

Auch unsere Hermann Schaedle und Johanna Schreier haben ums wieder mit Spenden bedacht, damit wir mit unserer Aktion „Aus Geben wächst Segen“ Not leidende Menschen unterstützen können. Die Pianistin und Musikprofessorin  Sorina Augst hat zugunsten unserer Aktion eine Musik-Kunst-Literatur-Veranstaltung unter dem Titel „Das Tagebuch“ im Hotel Maritim durchgeführt, mit klassischen Klavierstücken, einer Bilderausstellung von Mercedes Matas und Lesungen aus Werken von Böll und Goethe. Ihnen allen ein herzliches „Vergelts Gott“.

Was bisher mit den Spendengeldern geschah

Alle Spenden kommen voll den verschiedensten hier ansässigen Hilfsorganisationen zugute. Dafür bürgt die nunmehr in 30 Jahren bei seinen Lesern erworbene Reputation des Wochenblatts. Das Sonderkonto bei der Solbank wird gebührenfrei geführt. Kein Cent für Verwaltungsaufwand oder dergleichen wird von Ihren Spenden abgezweigt. 
Bevor eine Hilfsorganisation vom Wochenblatt gefördert wird, unterhält man sich eingehend vor Ort mit den Verantwortlichen und macht sich ein Bild über deren Ziele, Arbeitsweise und Effektivität. Darüber wird in allen Wochenblatt-Ausgaben berichtet. 

Spendenempfänger:

„La Mesa“, Puerto de la Cruz und San Isi­dro/­ Granadilla
 (12/09, 02/10, 03/10) Euro 7.300
Servicio Social Adeje (12/09) Euro 2.500
Sozialer Speisesaal „Hijas de Caridad“, Santa Cruz de Tenerife(02/10, 05/10, 12/10, 07/11, 01/12, 12/12) Euro 15.000
Fundación „Candelaria Solidaria“ (02/10) Euro 1.000
Kinder-Tageszentrum Padre Laraña, Santa Cruz de Tenerife (04/10, 11/10, 12/10, 04/11, 09/11, 01/12, 04/12, 12/12, 01/13, 03/13, 8/13, 01/14 Weihnachtsbescherung, 03/14, 04/14, 12/14) Euro 24.260,08
Caritas Puerto de la Cruz (06/10, 08/10, 01/11, 10/11) Euro 3.000
Sozialer Speisesaal „San Pío X“, Santa Cruz de Tenerife (09/10, 01/13) Euro 4.500
Caritas Teneriffa (03/11) Euro 3.000
Sozialer Speisesaal „Casa de Acogida María Blanca“, Puerto de la Cruz (8/11, 01/12, 9/12, 12/12, 03/13, 12/13, 2/14, 03/14) Euro 10.930
Caritas „Virgen de los Dolores“, Puerto de la Cruz (01/12, 09/12, 06/13, 06/14) Euro 3.750
Caritas Los Cristianos (02/12) Euro 2.000
Sozialer Speisesaal „San Vicente de Paúl“, La Laguna (05/12, 12/12, 2/14) Euro 6.000
Vier Hilfsstellen der Caritas, Puerto und Umgebung: „Virgen de los Dolores“, „San Juan de Padua“, „La Candelaria“ und „Peña de Francia“ (12/12, 3/13, 12/13, 3/14) zusammen Euro 8.000
Kinder-Tageszentrum in La Vera (1/13, 8/13, 03/14, 04/14) Euro 2.483,83
Caritas Los Potreros, Los Realejos (05/13, 9/13, 12/13, 10/14) Euro 2.300
Caritas La Concepción, Los Realejos (10/14, 12/14) Euro 1.250
Caritas Gemeinde San Juan Bautista, La Orotava (mehrere Zahlungen 12/14) zus. Euro 3.775

Einladung zum Mitmachen

Die Idee ist ganz einfach: Sie spenden einen Einmalbetrag oder sagen zu, monatlich ein Jahr lang, „Überwinterer“ vielleicht auch nur ein halbes Jahr lang, einen festen Betrag auf das Sonderkonto unserer Gemeinschaftsaktion „Aus Geben wächst Segen“ bei der Sol Bank einzuzahlen. Bankdirektor Don Emilio Bas Castells führt dieses Konto für uns kos­tenlos. Das Wochenblatt garantiert, dass jeder Cent von diesem Konto ohne Abzug Hilfsorganisationen auf Teneriffa zugute kommen wird. Von der Organisation, die Ihr Geld erhalten hat, bekommen Sie auf Wunsch eine Spendenbescheinigung. Als Vorbild für mögliche weitere Spender zur Nachahmung werden im Rahmen des „Spendenbarometers“ die Namen der Mitmachenden, sowie Höhe der Beträge in jeder Wochenblatt-Ausgabe veröffentlicht. Sie können sich dazu auch einen „Mitmachnamen“ ausdenken, unter dem Ihre Gabe genannt wird.

Spendenkonto bei der Solbank: 00810403340001185625

IBAN: ES1400810403340001185625

BIC: BSABESBB 

Das Online-Spendenformular finden Sie hier: