Die neue Schutzmole von San Andrés besteht ihre erste Bewährungsprobe


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Der Wall aus Betonquadern hielt der schweren Dünung stand

In den letzten Apriltagen wurde die fast fertiggestellte Schutzmole, die nach jahrzehntelangem Ringen endlich gebaut wird, um den kleinen Fischerort San Andrés vor den periodisch wiederkehrenden Überschwemmungen zu schützen, zum ersten Mal auf die Probe gestellt und bestand die Feuertaufe mit Bravour.

 Für diese Jahreszeit ungewöhnlich starke Wellen brachen sich tagelang an dem neuen Damm, und dieser hielt, obwohl er noch unvollendet ist, dem Ansturm der Naturgewalten stand. Nur dort, wo noch keine schützenden Betonquader lagen, gab es leichte Beschädigungen, welche die für Mai geplante Fertigstellung hinauszögern. 

 Bis zu zwei Meter hohe Wellen stürmten alle 20 Sekunden von Süd-Südost auf die Mole ein. Es handelte sich dabei um das Phänomen des auf Spanisch sogenannten „mar de fondo“ (Dünung). Kennzeichnend dafür sind Wellen mit großer Länge und großer Amplitude, die sich augenscheinlich „langsam“ bewegen. Der Meeresboden wird dadurch aufgewirbelt, Algen und Schmutz treten vom Grund an die Oberfläche und werden an Strände und Küsten gespült. José Luis Déniz, Präsident der Fischergenossenschaft von San Andrés, zeigte sich erstaunt über das Auftreten des „mar de fondo“ zu dieser Jahreszeit. Er erklärte, diese eigentümliche Art der Brandung sei, anders als insbesondere in den nördlichen Küstengebieten der Insel, in denen dieses Phänomen das ganze Jahr über hin und wieder vorkommen könne,  an der Küste von Santa Cruz eigentlich nur in den Sommermonaten üblich.

Für das 330 Meter lange, bereits von Betonblöcken geschützt Stück der Mole war das „mar de fondo“ kein Problem, am noch nicht mit den im Hauptstadthafen gefertigten Blöcken versehenen Ende wurde jedoch Material abgetragen.

Die Hafenbehörde erklärte, dadurch könne die Mole nicht, wie vorgesehen, im Laufe des Monats fertiggestellt werden, doch zumindest sei deren Effektivität mit zufriedenstellendem Ergebnis bereits unter Beweis gestellt worden.




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