Die Krise hat die Touristenstadt voll im Griff


© Moisés Pérez

Die Schließung von drei Hotels in Puerto de la Cruz kostete 200 Arbeitsplätze

Zu den Hotels La Paz und Xibana Park, die Ende November geschlossen wurden und deren Zukunft mehr als unsicher ist, gesellt sich nun auch noch das Hotel La Chiripa Garden, das kurz vor Weihnachten den Betrieb einstellte. Mehr als zweihundert Personen verloren damit in den letzten zwei Monaten ihren Arbeitsplatz allein in diesen drei Hotels.

In den vergangenen Jahren schlossen in Puerto de la Cruz mindestens sechs Hotels und Urlaubsanlagen ihre Tore.

Die 107 Angestellten des Hotels La Chiripa Garden sind seit dem 20. Dezember arbeitslos, nachdem die Eigentümergesellschaft, das deutsche Unternehmen Rewe, die Schließung des Vier-Sterne-Hauses mit der wunderschönen Gartenanlage beschlossen hatte.

Die 93 Angestellten der Hotels Xibana und La Paz, die beide zu einer Gesellschaft gehören, verhandeln zurzeit noch über eine zeitweise Aussetzung ihrer Arbeitsverträge, nachdem sie seit vier Monaten keine Löhne mehr bekommen haben.

Die Angestelltenvertreter des Chiripa Garden mussten zwischenzeitlich einsehen, dass eine Schließung der Hotelanlage nicht mehr zu verhindern war. Sie versuchen jetzt, die gesetzlich festgesetzte Entschädigung von 45 Arbeitstagen pro gearbeitetes Jahr für die entlassenen Mitarbeiter zu erreichen anstatt der 37 Arbeitstage die die Gesellschaft anbietet.

Die Eigentümergesellschaft von La Paz und Xibana befindet sich unter der Aufsicht eines Konkursverwalters und ist ohne Einnahmen. Die Angestellten kommen täglich zur Arbeit, sie erhalten zwar keine Bezahlung, wollen aber verhindern, dass sie ihre Ansprüche verlieren. Sie hoffen auf eine zeitweise Aussetzung ihrer Verträge, damit sie in den Genuss der Arbeitslosenversicherung kommen, berichten die Gewerkschaftsvertreter.

Der Vizepräsident des Hotelierverbandes der Provinz

Teneriffa, Antonio Rosado äußerte sich besorgt über die Situation in Puerto de la Cruz. „Die Belegung ist gegenüber 2008 um 20 % zurückgegangen und die Aussichten für 2010 sind noch schlechter“, klagte er. Er erinnerte daran, dass in den letzten Jahren die Hotels International, Tajinaste, Los Principes, Magec Park, Gema Puerto und El Nogal schließen mussten. Nun sind noch drei weitere hinzugekommen. Rosado befürchtet, dass es noch zu weiteren Schließungen von Hotels und Appartementanlagen kommt, denen es wirtschaftlich sehr schlecht geht und deren Belegung weit unter 50 % liegt. Er glaubt allerdings nicht, dass es zu einem Domino-Effekt kommen könnte, und verlangt mehr Unterstützung für den Hotel-Sektor von Puerto de la Cruz.

Was die Hotel-Anlage La Chiripa Garden betrifft, die aus mehreren Gebäuden besteht, so ist das Haus A an der Calle Bélgica bereits in den letzten Jahren „privatisiert“ worden. Die teilweise recht großzügigen Appartements wurden an Privateigentümer verkauft. Arzt- und Massagepraxen, die sich im Untergeschoss befinden, sind weiterhin in Betrieb und über die Eingangstür zu erreichen, wie auch das Gebäude von der Eigentümergemeinschaft gepflegt und Instand gehalten wird.

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