„Die Krise hat die Inseln um dreißig Jahre zurückgeworfen“


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Mit diesen Worten beginnt der Präsident von Caritas Teneriffa, Leonardo Ruíz del Castillo, den Bericht über die Arbeit seiner Organisation auf den Kanarischen Inseln in den letzten dreißig Jahren.

„In all den Jahren haben wir gegen die Armut gekämpft, und dieser Kampf hatte immer eine Priorität: die Menschen aus- und weiterzubilden, damit sie eine Arbeit finden konnten. Doch seit 2008 hat sich unsere Arbeit erheblich komplizierter gestaltet.“ Die sozial-ökonomische Realität auf den Inseln zwinge Caritas seither, ihre Hauptaufgabe wieder in der Versorgung der notleidenden Bevölkerung zu sehen. In seiner Position als Direktor der Caritas in der Provinz Teneriffa konnte Ruíz del Castillo feststellen, dass die Inseln in den fünf Krisenjahren seit 2007 um dreißig Jahre zurückgeworfen wurden. Und die Zukunft sehe nach seiner Meinung nicht viel besser aus. Seine besondere Sorge gilt der Jugend. Rund 40% der jungen Canarios haben die schulische Grundausbildung nicht beendet, und nur wenige haben weiterführende Klassen besucht. Das Problem liegt nach seiner Meinung nicht nur in der Tatsache, dass sie nicht ausgebildet sind. „Die jungen Leute glauben, dass die Regierung eine Lösung für all das suchen muss. So bleiben sie in ihrem Sessel sitzen und warten darauf, dass sich alles regelt. Sie haben offensichtlich nicht bemerkt, dass die Situation, die vor der Krise herrschte, nicht mehr zurückkehren wird. Die Landwirtschaft könnte eine Lösung für die Kanaren und auch für Spanien sein, denn wir sind viel zu stark vom Ausland abhängig.“

Wir verlieren eine ganze Generation

Es gibt kaum eine Person, die geeigneter ist ihre Meinung zu äußern, als José Felix Tezanos, wenn es um Armut und soziale Ausgrenzung geht. Der Professor für Soziologie bei der UNED, der Nationalen Fern-Universität, und Präsident der Stiftung „Sis­tema“ hat sein ganzes Leben der Erforschung der Funktion der verschiedenen Gesellschaften gewidmet. Im Laufe seiner langjährigen Arbeit als Wissenschaftler hat er folgende Hypothese aufgestellt: „Die Regionen,  in denen das größte soziale Gefälle herrscht, sind diejenigen, die am wenigsten entwickelt sind. Die Kanaren, Extremadura und Andalusien passen perfekt in diese Definition. Die Wirtschaftskrise hat diese Realität noch weiter verschärft, aber die jungen Menschen befinden sich sozusagen im Auge des Hurrikans. Diejenigen, welche jünger als 35 Jahre sind, leiden am meisten darunter. Wir verlieren gerade eine ganze Generation.“

38% der kanarischen Kinder leben unter der Armutsgrenze

Der Beginn des neuen Schuljahres auf den Kanarischen Inseln hat angesichts der Kürzungen auf dem Erziehungssektor und der Erhöhung der Gebühren und der Kosten für Bücher, Schulmaterial, Transport und Schulspeisung die Lage der Kinder im Besonderen und der Familien im Allgemeinen weiter verschlechtert. Wie die Direktorin für Jugendpolitik von UNICEF Spanien, Marta Arias, jetzt bekannt gab, leben 38% aller Minderjährigen auf den Kanaren unter der Armutsgrenze. Viele Familien können diese Mehrkosten nicht mehr aufbringen und sehen sich gezwungen, an der Ernährung zu sparen. Andere mussten ihre Kleinsten beim Kindergarten abmelden, weil ihnen das Geld für die monatlichen Gebühren fehlt. „Die Kinder leiden am meisten unter der Verarmung der Familien auf den Kanaren, wo die Arbeitslosenquote inzwischen bei 33% liegt“, erklärte Marta Arias und verlangte dringende Maßnahmen vonseiten der Regierung. Nach den Daten von UNICEF Spanien leben 2,2 Millionen Kinder spanienweit in Armut.

Über die Wochenblatt-Aktion „Aus Geben wächst Segen“ haben wir immer wieder versucht, dort zu helfen, wo Kinder in Not sind. So haben wir die Tagesstätte für sozial gefährdete Kinder „Padre Laraña“ in Santa Cruz wiederholt mit Spendengeldern unterstützt. Zurzeit ist eine Aktion für bedürftige Kinder aus dem Ortsteil La Vera von Puerto de la Cruz in Vorbereitung, an der sich das Wochenblatt beteiligen wird. Sie sollen mit Schulmaterial aller Art, mit Nachhilfe-Unterricht und Hilfe bei den Schulaufgaben unterstützt werden, um die hohe Zahl der Schulversager in den Griff zu bekommen.

Bitte unterstützen Sie uns weiterhin mit Ihren Spenden, damit wir, wenn auch in bescheidenem Rahmen, dort helfen können, wo die Not am größten ist.

Herzlichen Dank an Ursula und Ernesto, die eine Spende von 50 Euro auf unser Konto eingezahlt, und an Gisela und Gäste aus Münster, die unter dem Motto „Leser helfen“ 120 Euro auf unser Spendenkonto überwiesen haben.

Was bisher mit den Spendengeldern geschah

Alle Spenden kommen voll den verschiedensten hier ansässigen Hilfsorganisationen zugute. Dafür bürgt die nunmehr in 30 Jahren bei seinen Lesern erworbene Reputation des Wochenblatts. Das Sonderkonto bei der Solbank wird gebührenfrei geführt. Kein Cent für Verwaltungsaufwand oder dergleichen wird von Ihren Spenden abgezweigt.

Bevor eine Hilfsorganisation vom Wochenblatt gefördert wird, unterhält man sich eingehend vor Ort mit den Verantwortlichen und macht sich ein Bild über deren Ziele, Arbeitsweise und Effektivität. Darüber wird in allen Wochenblatt-Ausgaben berichtet.

Spendenempfänger:

„La Mesa“ Puerto de la Cruz (12/09) Euro 2.000

Servicio Social Adeje (12/09) Euro 2.500

„Hijas de la Caridad“ Santa Cruz (02/10) Euro 2.000

Fundación „Candelaria Solidaria“ (02/10) Euro 1.000

„La Mesa“ Puerto de la Cruz (02/10) für die Anschaffung

eines Lieferwagens Euro 4.000

„La Mesa“ Neueröffnung in San Isidro/Granadilla (03/10) Euro 1.300

Centro de Día Padre Laraña (04/10) Euro 3.000

Sozialer Speisesaal Hijas de Caridad, Santa Cruz (05/10) Euro 2.500

Caritas Puerto de la Cruz (06/10) Euro 500

und (08/10) Euro 500

Sozialer Speisesaal San Pio X, Santa Cruz (09/10) Euro 2.500

Kinder-Tageszentrum Padre Laraña (11/10) Euro 2.500

„Hijas de la Caridad“ Santa Cruz (12/10) Euro 2.500

Kinder-Tageszentrum Padre Laraña – Weihnachtsbescherung (12/10) Euro 591,77

Caritas Puerto de la Cruz (01/11) Euro 1.000

Caritas Teneriffa – Lebensmittel-Lieferung (03/11) Euro 3.000

Kinder-Tageszentrum Padre Laraña (04/11) Euro 1.000

„Hijas de la Caridad“ Santa Cruz (07/11) Euro 2.000

Sozialer Speisesaal Casa de Acogida María Blanca, Puerto de la Cruz (8/11) Euro 900

Kinder-Tageszentrum Padre Laraña (09/11) Euro 1.500

Caritas Puerto de la Cruz (10/11) Euro 1.500

Kinder-Tageszentrum Padre Laraña – Weihnachtsbescherung (01/12) Euro 928,13

Sozialer Speisesaal Casa de Acogida María Blanca, Puerto de la Cruz (01/12) Euro 1.000

„Hijas de la Caridad“ Santa Cruz (01/12) Euro 1.000

Caritas „Virgen de los Dolores“ (01/12) Euro 1.000

Caritas Los Cristianos (02/12) Euro 2.000

Kinder-Tageszentrum Padre Laraña (04/12) Euro 1.500

Sozialer Speisesaal „San Vicente de Paul“ La Laguna (05/12) Euro 1.500

Einladung an unsere Leser zum Mitmachen

Die Idee ist ganz einfach: Sie spenden einen Einmalbetrag oder sagen zu, monatlich ein Jahr lang, „Überwinterer“ vielleicht auch nur ein halbes Jahr lang, einen festen Betrag auf das Sonderkonto unserer Gemeinschaftsaktion „Aus Geben wächst Segen“ bei der Sol Bank einzuzahlen. Bankdirektor Don Emilio Bas Castells führt dieses Konto für uns kos­tenlos. Das Wochenblatt garantiert, dass jeder Cent von diesem Konto ohne Abzug Hilfsorganisationen auf Teneriffa zugute kommen wird. Von der Organisation, die Ihr Geld erhalten hat, bekommen Sie auf Wunsch eine Spendenbescheinigung. Als Vorbild für mögliche weitere Spender zur Nachahmung werden im Rahmen des „Spendenbarometers“ die Namen der Mitmachenden, sowie Höhe der Beträge in jeder Wochenblatt-Ausgabe veröffentlicht. Sie können sich dazu auch einen „Mitmachnamen“ ausdenken, unter dem Ihre Gabe genannt wird.

Machen Sie mit…

Wenn auch Sie bei unserer Aktion „Aus Geben wächst Segen“ mitmachen wollen, überweisen Sie bitte Ihre Spende auf das unten genannte Konto. Alternativ nehmen wir auch gerne Ihren Scheck oder Bargeld in unserem Büro in Puerto de la Cruz entgegen.

Spendenkonto bei der Solbank: 00810403340001185625

IBAN: ES1400810403340001185625

BIC: BSABESBB

Das Online-Spendenformular finden Sie hier: