Die Kanaren: An der Spitze der Kinderarmut und Schlusslicht in Sachen Bildungsmöglichkeiten


© Ayuntamiento Los Realejos

Die kanarische Region liegt an der Spitze aller Autonomen Regionen Spaniens, was die Kinderarmut betrifft und nimmt den traurigen letzten Platz ein, wenn es um die Bildungschancen geht. Das hat die Hilfsorganisation „Save the Children“ die sich weltweit um den Schutz der Kinder bemüht, jetzt in einer Studie bekannt gemacht.

Die Kanaren, Murcia, Extremadura, Andalusien, Kastilien-La Mancha und Ceuta sind in dieser Reihenfolge die sechs spanischen Regionen mit dem höchsten Prozentsatz der Kinderarmut und weisen gleichzeitig das niedrigste Niveau auf, wenn es um die Bildungsmöglichkeiten geht. Bei der Studie der Hilfsorganisation wurden insgesamt 14 Indikatoren angesetzt, um die Qualität der Schulen in den spanischen Regionen zu bewerten. Dazu gehören unter anderem die Unterrichtszeiten, welche die Kinder während der verschiedenen Etappen in der Schule verbringen. Ebenso die Schulspeisung, die Qualität der Einrichtungen der Schulzentren, der Zugang zum Internet in den Klassen und der Prozentsatz der Schulabbrecher etc.

Die Studie der Organisation, die für die Interessen der Kinder kämpft, wurde unter dem Leitmotiv „Die Zukunft erleuchten – In Erziehung investieren bedeutet, die Kinderarmut zu bekämpfen“ ausgearbeitet. Darin wird unter anderem beklagt, dass die Hälfte der Autonomen Regionen Spaniens Negativpunkte wegen des schlechten Zustandes ihrer Schulzentren verzeichnen. Lediglich das Baskenland verfügt über eine hohe Qualität bei den Bildungsmöglichkeiten. Madrid, Katalonien, Navarra und Aragonien wurden mit der Note „gut“ bewertet. Bei den Balearen, Valencia, Galicien, Kastilien und León, Asturien, Kantabrien und La Rioja liegt die Bewertung bereits unter dem Durchschnitt. Für Ceuta, Kastilien-La Mancha, Andalusien, Extremadura und Murcia wird die Qualität mit niedrig angegeben, während die Kanarischen Inseln und Melilla mit der Note „sehr niedrig“ bewertet worden sind.

Nur sieben Regionen erreichen nach den Untersuchungen von „Save the Children“ das Niveau in der Betreuung und Erziehung von Kindern zwischen 0 und 2 Jahren, das von der EU vorgegeben wird und 2020 europaweit erreicht werden soll. 

Die Studie analysiert auch das Umfeld der Kinder und zeigt auf, dass lediglich drei von zehn Familien mehr als einen Euro im Jahr für kulturelle Aktivitäten ausgeben und in dreißig Prozent aller Haushalte mit Kindern weniger als fünfzig Bücher vorhanden sind. 

Die Organisation kritisiert außerdem, dass der Etat für Erziehung sowohl bei der Zentralregierung als auch bei den autonomen Verwaltungen ständig reduziert wurde und zwar zwischen 2007 und 2013 um sage und schreibe 10,94 Prozent. Dagegen hätten sich die Ausgaben der Haushalte für die Erziehung der Kinder im gleichen Zeitraum um 30,3 Prozent erhöht, obwohl sich die Einkünfte der Familien seit 2009 um 10 Prozent vermindert haben.

500.000 Stipendien und Studienbeihilfen weniger

Die Organisation kritisiert, dass die Summe, welche der Staat beisteuert um Kindern aus bedürftigen Familien die Schulbücher kostenlos zur Verfügung zu stellen, im Schuljahr 2008/2009 auf ein Viertel reduziert und im Schuljahr 2012/2013 nochmals von 80 auf 20 Millionen Euro herabgesetzt wurde. Im gleichen Zeitraum sind 500.000 Stipendien und Studienbeihilfen gestrichen worden. 

„Was nützt es, wenn ein Kind zwar einen Klassenraum und einen Lehrer zur Verfügung hat, aber nicht über Schulbücher und Lehrmaterial verfügt, wenn es nicht vernünftig ernährt ist und sich im Unterricht nicht konzentrieren kann“, fragt Andrés Conde, der Direktor von „Save the Children“ in Spanien. „Es ist wie der Fisch, der sich in den Schwanz beißt. Wenn ein Kind ohne Frühstück in die Schule kommt, wenn es sich schämt, weil ihm seine Eltern die Schulbücher nicht kaufen konnten, verliert es die Lust am Lernen. Und wenn es nicht lernt, kommt es im Leben nicht voran“, dachte Conde laut vor den versammelten Medien nach.

Qualität in der Erziehung ist nach der Überzeugung von „Save the Children“ der Schlüssel im Kampf gegen die Armut. Deshalb soll auf nationaler Ebene eine Unterschriftenaktion durchgeführt werden, um von der Regierung Investitionen in das Erziehungssystem zu fordern. Denn nur auf diesem Weg könne die Kinderarmut überwunden werden, von der jedes dritte Kind in Spanien betroffen sei.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Herrn PBC Buchholz, der uns wieder mit einer Spende bedacht hat, damit wir auch weiterhin bedürftige kanarische Familien unterstützen können. 

Was bisher mit den Spendengeldern geschah

Alle Spenden kommen voll den verschiedensten hier ansässigen Hilfsorganisationen zugute. Dafür bürgt die nunmehr in 30 Jahren bei seinen Lesern erworbene Reputation des Wochenblatts. Das Sonderkonto bei der Solbank wird gebührenfrei geführt. Kein Cent für Verwaltungsaufwand oder dergleichen wird von Ihren Spenden abgezweigt. 

Bevor eine Hilfsorganisation vom Wochenblatt gefördert wird, unterhält man sich eingehend vor Ort mit den Verantwortlichen und macht sich ein Bild über deren Ziele, Arbeitsweise und Effektivität. Darüber wird in allen Wochenblatt-Ausgaben berichtet. 

Spendenempfänger:

„La Mesa“, Puerto de la Cruz und San Isi­dro/­ Granadilla (12/09, 02/10, 03/10) Euro 7.300

Servicio Social Adeje (12/09) Euro 2.500

Sozialer Speisesaal „Hijas de Caridad“, Santa Cruz de Tenerife (02/10, 05/10, 12/10, 07/11, 01/12, 12/12) Euro 15.000

Fundación „Candelaria Solidaria“ (02/10) Euro 1.000

Kinder-Tageszentrum Padre Laraña, Santa Cruz de Tenerife (04/10, 11/10, 12/10, 04/11, 09/11, 01/12, 04/12, 12/12, 01/13, 03/13, 8/13, 01/14 Weihnachtsbescherung, 03/14, 04/14, 12/14, 03/15) Euro 26.260

Caritas Puerto de la Cruz (06/10, 08/10, 01/11, 10/11) Euro 3.000

Sozialer Speisesaal „San Pío X“, Santa Cruz de Tenerife (09/10, 01/13) Euro 4.500

Caritas Teneriffa (03/11) Euro 3.000

Sozialer Speisesaal „Casa de Acogida María Blanca“, Puerto de la Cruz (8/11, 01/12, 9/12, 12/12, 03/13, 12/13, 2/14, 03/14) Euro 10.930

Caritas „Virgen de los Dolores“, Puerto de la Cruz (01/12, 09/12, 06/13, 06/14) Euro 3.750

Caritas Los Cristianos (02/12) Euro 2.000

Sozialer Speisesaal „San Vicente de Paúl“, La Laguna (05/12, 12/12, 2/14) Euro 6.000

Vier Hilfsstellen der Caritas, Puerto und Umgebung: „Virgen de los Dolores“, „San Juan de Padua“, „La Candelaria“ und „Peña de Francia“ (12/12, 3/13, 12/13, 3/14) zusammen Euro 8.000

Kinder-Tageszentrum in La Vera (1/13, 8/13, 03/14, 04/14) Euro 2.483,83

Caritas Los Potreros, Los Realejos (05/13, 9/13, 12/13, 10/14, 2/15) Euro 3.300

Caritas La Concepción, Los Realejos (10/14, 12/14) Euro 1.250

Caritas Gemeinde San Juan Bautista, La Orotava (mehrere Zahlungen 12/14) zus. Euro 3.775 

Einladung zum Mitmachen

Die Idee ist ganz einfach: Sie spenden einen Einmalbetrag oder sagen zu, monatlich ein Jahr lang, „Überwinterer“ vielleicht auch nur ein halbes Jahr lang, einen festen Betrag auf das Sonderkonto unserer Gemeinschaftsaktion „Aus Geben wächst Segen“ bei der Sol Bank einzuzahlen. Bankdirektor Don Emilio Bas Castells führt dieses Konto für uns kos­tenlos. 

Das Wochenblatt garantiert, dass jeder Cent von diesem Konto ohne Abzug Hilfsorganisationen auf Teneriffa zugute kommen wird. Von der Organisation, die Ihr Geld erhalten hat, bekommen Sie auf Wunsch eine Spendenbescheinigung. Als Vorbild für mögliche weitere Spender zur Nachahmung werden im Rahmen des „Spendenbarometers“ die Namen der Mitmachenden, sowie Höhe der Beträge in jeder Wochenblatt-Ausgabe veröffentlicht. Sie können sich dazu auch einen „Mitmachnamen“ ausdenken, unter dem Ihre Gabe genannt wird.

Unser Spendenkonto bei der Solbank

IBAN: ES1400810403340001185625 

BIC: BSABESBB




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