Die Heldentat von Santa Cruz


© Ayto. SC

Teneriffas Hauptstadt gedenkt der Schlacht von 1797

Wie bei den Dreharbeiten für einen Hollywood-Film ging es Ende Juli in Santa Cruz zu. Am 26. Juli verwandelte sich der Stadtteil rund um die Calle La Noria in ein Schlachtfeld. In historische Kostümen gekleidet stellten etwa 200 Darsteller die legendäre Schlacht – bekannt als „La Ges­ta“ (Die Heldentat) – von 1797 nach.

Es war das erste aber sicher nicht das letzte Mal, dass die Stadt dieses wichtigen Siegs gedenkt. Santa Cruz’ Vizebürgermeister und Chef-Organisator der Veranstaltung, Ángel Llanos, freute sich über das enorme Interesse und die äußerst gelungene Inszenierung: „Das Schauspiel hat all unsere Erwartungen übertroffen“, erklärte er. Und in einer offiziellen Bilanz wurde später bestätigt, dass über 12.000 Menschen ins Zentrum von Santa Cruz gekommen waren, um der Heldentat beizuwohnen. Schon die Landung der Truppen von Admiral Horace Nelson, die Tags zuvor auf der Plaza del Castillo Negro nachgestellt worden war hatte zahlreiches Publikum angezogen. Geschichtlicher Rückblick: Vizeadmiral Bowen landete mit 1200 Mann, konnte sich in Santa Cruz aber nur einen Tag gegen die verstärkten spanischen Verteidiger halten und wurde gefangen genommen. Es wurde die Seeschlacht durch ein Feuergefecht zwischen der Stadt und einem his­torischen Schiff, das vor Santa Cruz lag, nachgestellt. Am nächsten Tag gab es eine Militärparade in historischen Kos­tümen und die Inszenierung der berühmten Schlacht. 

„La Gesta“ in der Geschichte

Drei Mal versuchten die Engländer zwischen 1657 und 1797 mit ihren Kriegsflotten den Hafen von Santa Cruz de Tenerife einzunehmen. Den letzten, bis heute bekanntesten Versuch startete im Juli 1797 der britische Admiral Horace Nelson. Schon Tage vor der Schlacht, am 22. Juli, tauchten in der Bucht von Santa Cruz neun Schiffe der britischen Flotte auf, in den folgenden Tagen gesellte sich noch ein zehntes Schiff dazu, so dass in der Nacht vom 24. Juli 400 Kanonenrohre auf Santa Cruz gerichtet waren. Die Stadt hatte zu ihrer Verteidigung nur 80 Kanonen, und in dieser Nacht schlief niemand in Santa Cruz. Die 7.000 Einwohner leisteten erbitterten Widerstand gegen die britischen Truppen. In den Straßen und am Hafen wurde viel Blut vergossen, doch die Antwort auf den Angriff der Männer von Admiral Horace Nelson lautete: „Solange es noch Männer und Schießpulver gibt, wird sich Santa Cruz nicht ergeben.“ Vier Sturmangriffe später wurde der Admiral selbst durch eine Kanonenkugel von der Hafenfestung schwer verwundet und verlor seinen rechten Arm. Die Kanone „El Tigre“, die das Feuer auf das Flaggschiff der Engländer abgegeben haben soll, kann übrigens im Museo Militar besichtigt werden.

Einer der Löwenköpfe im Wappen der Stadt geht auf diese legendäre Schlacht des 25. Juli 1797 zurück. Nach der erfolgreichen Verteidigung stellte der Befehlshaber der spanischen Truppen, Generalkapitän Gutiérrez, bei der spanischen Krone einen entsprechenden Antrag, woraufhin Santa Cruz im Jahr 1803 von König Karl IV. zur eigenständigen Stadt erklärt und so die Emanzipation von La Laguna möglich wurde.

Die anderen zwei Löwen­köpfe im Wappen verdiente sich Santa Cruz übrigens durch weitere ebenfalls erfolgreiche Widerstände gegen britische Freibeuter.




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