Die finanzielle Lage im Rathaus wird immer schwieriger


Der angekündigte Müllstreik wurde in letzter Minute abgesagt

Der in Puerto de la Cruz für den 10. November von den Angestellten des Müllabfuhr- und Straßenreinigungsunternehmens angekündigte Streik wurde in letzter Minute abgesagt, nachdem eine Einigung von Stadt und Betriebsrat erzielt werden konnte.

Dabei ging es hauptsächlich um die Lösungsfindung für die Verspätung bei der Zahlung der Gehälter durch das Unternehmen Sufi Tarajal, die in großem Maße davon abhängt, dass die Stadt pünklich zahlt. Die Auszahlung der Oktobergehälter wurde verbindlich für Ende der Woche zugesagt.

Die schwierige Finanzlage im Rathaus führt immer wieder zu Zahlungsengpässen. Auch die 400 Angestellten der Stadt mussten auf den Monatslohn Oktober warten. Erst am 11. November bekamen sie ihre Gehälter ausgezahlt. Nach Auskunft der Stadträtin für Finanzen, Sandra Rodríguez, war die Verspätung durch die unvorhergesehene Forderung einer ausstehenden Schuld bei der Sozialversicherung bedingt. Für die Zahlung der Gehälter für Oktober im Rathaus musste auf die Überweisung der zugesagten 1,7 Millionen Euro aus dem kanarischen Städtefinanzierungsfonds gewartet werden. Sandra Rodríguez räumte ein, dass die finanzielle Lage der Stadtverwaltung „sehr kompliziert“ sei und lobte die Geduld der Angestellten, die jederzeit informiert waren und sich sehr verständnisvoll gezeigt hätten.

Müllgebühr erhöht

Nachdem der Stadtrat am 14. November die Erhöhung der Müllgebühr beschlossen hat, verlautete aus Kreisen der Opposition heftige Kritik. Sowohl die alternative Partei Vecnios x el Puerto (VxP) als auch die linke Partei Izquierda Unida (IU) und die sozialistische PSC kritisierten die Maßnahme und erinnerten daran, dass viele Familien in Puerto ohnehin schon in finanzieller Not sind. Das in Puerto regierende Bündnis von Coalición Canaria (CC) und Partido Popular (PP) hatte die Erhöhung der Müllgebühr um 60% beschlossen, was einen satten Anstieg vermuten lässt, sich bei näherer Betrachtung und angesichts des Müllaufkommens in der Stadt und der häufigen Leerung der Container durchaus angemessen erscheint. Bislang zahlten Haushalte eine jährliche Müllgebühr von 61 Euro. Nach der Erhöhung sollen es nun 98 Euro jährlich sein.

Laut Kritik der Sozialisten wird in den kommenden Jahren auch die Kfz-Steuer erheblich teurer werden, da CC-PP allein für 2012 eine Erhöhung um 10% vorgesehen habe und 2013 eine weitere Steigerung um 24 % plane.




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