Die erste Schlacht ist gewonnen


Schon im vergangenen Jahr strengte ein gutes halbes Dutzend Nachbarschaftsverbände im Zentrum von Santa Cruz einen Prozess gegen die Stadt an, um ein Verbot der Karnevalsveranstaltungen auf der Straße wegen extremer Ruhestörung zu erreichen.

Nach jahrzehntelangem feucht-fröhlichem und auch lautstarkem Feiern auf der Straße machte diese karnevalsfeindliche Haltung zahlreicher Bewohner von Santa Cruz Schlagzeilen, zumal der Gerichtsbeschluss erst in letzter Minute kam und das Fest doch noch stattfinden ließ. Doch die Anwohner haben nicht locker gelassen und ihre Klage nicht zurückgezogen. Wenn sie schon den Karneval 2006 nicht verhindern konnten, so wollten sie doch dafür sorgen, dass sie 2007 nicht wieder um ihre Nachtruhe gebracht werden. Zu ihrem Leidwesen und zur Freude der Carnavaleros ohne Erfolg. Anfang Oktober erging nun ein neues Gerichtsurteil, das die Klage der Anwohner zurückweist. Es fehle an Beweisen für die Ruhestörung, die, wenngleich ein Verstoß gegen das Lärmschutzgesetz, einen „außerordentlichen“ Zustand darstelle, der zeitlich genau begrenzt sei.

Bruno Piqué begrüßte dieses Urteil und freute sich: „Dies gibt dem Fest eine deutliche Rückendeckung und wird ermöglichen, dass der Karneval weiterhin auf dieselbe Art und Weise gefeiert werden kann, wie es Generationen von Chicharreros erlebt haben.“

Doch der Anwalt der Gegenseite lässt nicht locker. Er hat bereits einen Einspruch gegen das Urteil eingelegt und versichert, aufgrund der von der Weltgesundheitsorganisation festgelegten Maßstäbe: „der Karneval ist illegal“. Der Anwalt geht so weit, eine einstweilige Verfügung zu beantragen.

Es dürfte folglich auch nächstes Jahr wieder spannend werden. Was geschehen würde, wenn dem Einspruch der Anwohner stattgegeben wird, ist nahezu undenkbar. Ein Karneval ohne Straßenfest?




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