Die Bienenweiden am Teide


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Der beste Honig kommt aus den Cañadas

Der Teide-Nationalpark ist einer der am strengsten bewachten Parks Spaniens. Jegliche landwirtschaftliche Nutzung ist dort verboten – mit einer Ausnahme: der Imkerei.

Selbstverständlich braucht auch die endemische Flora des Schutzgebietes die Bestäubung durch Bienen um zu wachsen und zu gedeihen, und daher sind die Imker mit ihren Bienenstöcken dort sehr willkommen. Allerdings – wie könnte es anders sein – ist auch diese Aktivität im Nationalpark streng reguliert. So ist die Zahl der Bienenstöcke normalerweise auf 2.426 begrenzt, die an 18 dafür ausgewiesenen Stellen aufgestellt werden. Nur in Jahren starker Blüte, wie im vergangenen Jahr, kann sie erhöht werden. Auch die Zeiten des Aufstellens und Abholens der Stöcke, der Sicherheitsabstand zu Wegen und Besucherzentren oder die für die Stöcke verwendeten Materialien sind genau vorgeschrieben. Dennoch sind sehr viele Imker stark daran interesiert, eine Erlaubnis zu bekommen, denn der dort geerntete Honig ist von besonderer Qualität und außerdem garantiert naturrein, da im Schutzgebiet keine Spritzmittel verwendet werden und auch sonst keine Verschmutzung existiert.

Die Imkerei in den Bergen ist saisonbedingt, je nach der Blütezeit der verschiedenen Pflanzen. Am ergiebigsten ist der weiße Teideginster („Retama“), eine authochthone Ginsterart, die in Höhen über 1.500 Meter wächst. Er blüht im Frühling wie auch die berühmten Tajinaste. Die Saison beginnt, je nach Jahresklima, im April und endet im September, in Ausnahmefällen auch im Oktober. Dann wandern die Stöcke wieder in niedere Lagen zur Winterweide.

Die Nutzung des Teidegebietes zur Honiggewinnung hat eine lange Tradition und kam schon mit den Spaniern auf die Insel. Die ersten historischen Belege finden sich in Chroniken aus den Jahren 1497 und 1500. Durch den strengen Schutz des Nationalparks bleibt ihre Zukunft gesichert, so dass auch künftige Generationen nicht auf den besonderen Genuss des Teide-Honigs verzichten müssen.




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