Diabetes mellitus – eine Volkskrankheit


Über 10 Millionen Menschen sind betroffen

In den Industrieländern ,- bedingt durch Über- und Fehlernährung sowie Bewegungsmangel tritt die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) bei etwa 4 bis 10 Prozent der Bevölkerung auf. In Europa sind davon ca. 10 Millionen Menschen betroffen – Tendenz wesentlich steigend.

In Deutschland und Spanien liegt der Prozentsatz z.Z. bei rund 10%. Auf den Kanaren ist er allerdings erheblich höher.

In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit dem Typ 2. Er ist mit weitem Abstand der Häufigste. Bei diesem Typ ist der Patient nicht von Beginn seiner Erkrankung auf die Verabreichung von Insulin angewiesen. Die Entstehung resultiert aus falscher Lebensführung im Bereich der Ernährung und der körperlichen Bewegung oder durch Erbbelastung (genetisch). Beim Typ 1 hingegen liegt der Ursprung bereits im Kindes- bzw. im Jugendalter. Es gibt allerdings auch Ausnahmen.

Sehr oft fängt die Diabetes unauffällig an und es können Monate, manchmal sogar Jahre vergehen ehe der Patient Krankheitssymptome feststellt. Je eher seine Stoffwechselerkrankung erkannt wird, desto günstiger der Verlauf und die Möglichkeit des Diabetologen dem Patienten langfristig eine gewisse Lebensqualität zu erhalten. Im Anfangsstadium wird Diabetes oft nur durch Zufall entdeckt. Meist sind Patienten sehr überrascht, wenn bei einer Blutanalyse – aus ganz anderen Gründen erforderlich- ihr Blutzuckerspiegel außerhalb der Norm liegt. Erst im späteren Stadium treten bestimmte Symptome auf. Das sind z.B. übermäßiger Durst und damit verbundener Harndrang, Müdigkeit, Schlaffheit und Schlafstörungen. Juckreiz der Haut sowie des Genitalbereichs. Auch plötzliches  Abnehmen ist ein oft vorkommendes Merkmal.

Doch welcher Personenkreis ist besonders gefährdet und was sind erste Anzeichen?

Neben der Möglichkeit der Vererbung sind vor allem übergewichtige Personen und Patienten mit Lebererkrankungen sowie mit Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und mit einigen anderen hormonalen Erkrankungen mit besonderem Risiko behaftet. Auch Stress kann ein nicht zu unterschätzender Auslösefaktor sein; sowie alle anderen hormonalen Erkrankungen. Frauen, die während ihrer Schwangerschaft Diabetes gehabt haben gehören zu dem mit einem Risiko belasteten Personenkreis und sollten sich jährlich einer Kontrolle unterziehen..

Gefährdete Personen sollten  mindestens einmal pro Jahr ihren Blutzuckergehalt prüfen lassen

Doch wie sollte sich der verantwortungsvolle Patient verhalten, wenn er zu einer der o.g. Risikogruppen zählt! Zur Früherkennung sollte bei jeder Gesundheitsvorsorgeuntersuchung und der automatisch damit verbundenen Blutanalyse der Blutzuckergehalt ermittelt werden. Bei gefährdeten Personen ist dieses mindestens einmal pro Jahr erforderlich und im Zweifelsfall muss ein Blutzuckerbelastungstest durchgeführt werden. Im Falle einer positiven Diagnose wird Ihr Arzt Sie über die notwendige Therapie informieren und in Zusammenarbeit mit Ihnen einen auf Sie speziell zugeschnittenen Diätplan entwickeln. Diesen wird er falls nötig um die dementsprechenden Medikamente erweitern und erst in absoluter Notlage auf Insulin zurückgreifen. Er wird Ihnen die Problematik Ihrer Erkrankung erläutern und Sie auf die akuten und evtl. chronischen Komplikationen hinweisen. Da die Diabetes eine sehr umfangreiche und komplizierte Erkrankung ist, muss sie sehr ernst genommen werden um schwerwiegende Folgeerkrankungen zu vermeiden. Typische Folgen können die Amputation der Beine – Herzinfarkte ,- Augenkomplikationen mit möglicher Blindheit ,Nierenerkrankungen mit späterem Nierenversagen ,- sowie die Beschädigung der Nerven sein. Diabetes ist außerdem häufig mit anderen Stoffwechselerkrankungen wie z.B. Fettmetabolismus, Gicht und der Erkrankung anderer Organe verbunden.

Der Diabetespatient gehört immer in die Hände eines Diabetologen oder eines Internisten um ihm eine optimale Pflege und die damit verbundene Erhaltung seiner Lebensqualität im hohem Maße zu erhalten. Diabetiker haben leider immer noch eine um fünf bis fünfzehn Jahre geringere Lebenserwartung als Nichtdiabetiker. Dies ist auf die oft vorkommenden Komplikationen zurückzuführen – sowie auf der z.Z. noch bestehenden Lücke zwischen theoretisch möglicher medizinischer Versorgung und der bestehenden und angewandten Praxis. Bei einer optimalen Versorgung des Patienten können dem Diabetiker – wie dem gesunden Menschen – seine Lebensaktivitäten erhalten werden und das Risiko der Akut- und Spätfolgen erfolgreich gemindert werden. Bei den Bemühungen des Arztes um eine erfolgreiche Therapie- darauf möchte ich ausdrücklich nochmals hinweisen- ist die aktive Mitarbeit des Patienten von ganz entscheidender Bedeutung.

Dr. Anna Stange

Diabetologin / Internistin

La Guancha Plaza,

Teneriffa

Tel. 922-829 829




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